Handball: TuS Lintfort ist diesmal richtig gefordert

Handball : TuS Lintfort ist diesmal richtig gefordert

Im Spitzenspiel der dritten Liga treffen die Lintforterinnen auf den HSV Solingen/Gräfrath. Dieser Gegner hat die Qualität auch in der Klosterstadt zu bestehen.

Man kann es sehen, wie man will: Auf der einen Seite geht es sicherlich immer ein Stückchen besser - doch wozu mehr investieren als nötig, wenn die Ergebnisse stimmen. Die Drittliga-Handballerinnen des TuS Lintfort decken diesbezüglich bisweilen ein großes Spektrum ab. Doch in einem Punkt herrscht Einigkeit: Die Mannschaft "lieferte" bisher ausnahmslos.

Und klar ist auch. Wer nach dem neunten Spieltag immer noch voller Freude die blütenweiße Weste trägt, der wird von der Konkurrenz gnadenlos gejagt. Es scheint allerdings, dass es nur eine begrenzte Anzahl von Vereinen gibt, die dem TuS Lintfort wirklich gefährlich werden können. Ein heißer Kandidat dafür ist der HSV Solingen/Gräfrath. Der Tabellenzweite gibt Samstag, um 17.30 Uhr, in der Eyller-Sporthalle seine Visitenkarte ab.

Der TuS Lintfort kann seinen Fans dieser Tage so einiges bieten. Nach dem spannenden und knappen 28:27-Erfolg im Lokalderby gegen den TV Aldekerk mit nahezu 500 Zuschauern auf der Tribüne, kommt es nur sechs Tage später zu einem weiteren Höhepunkt.

Mal abgesehen von einer gewachsenen Rivalität aus zahlreichen, gemeinsamen Drittliga-Jahren: In diesem Aufeinandertreffen mit Solingen steckt bekanntermaßen reichlich Brisanz und Emotionalität. Der TuS Lintfort hat es jedoch selbst in der Hand einen weiteren, lästigen Verfolger frühzeitig abzuschütteln. Im ungünstigsten Fall aus TuS-Sicht wäre das Titelrennen wieder neu entfacht. Solingen (14:4 Punkte) hat sicherlich die Qualität, um in der Eyller-Halle zu bestehen. Der Verein hat sich vor der Saison gezielt verstärkt.

Gleich mehrere Spielerinnen wurden verpflichtet, wie unter anderem vom ambitionierten Zweitligisten TV Beyeröhde. Insbesondere der Angriff kann mächtig Druck entwickeln, somit Gefahr erzeugen. In der Regel werden alle Positionen mit eingebunden.

Gespannt sein darf man darauf, wie der HSV Solingen/Gräfrath seine Defensive ausrichtet. Fühlt sich der HSV stark genug, um Lintfort mit einer defensiven Variante entgegenzutreten. Fällt die Wahl vielleicht auf eine offensivere Formation oder zielt die taktische Ausrichtung daraufhin ab - wie zuletzt oft passiert - dass Naina Klein oder Loes Vandewal "an die kurze Leine gelegt werden", dass eventuell sogar beide Top-Angreiferinnen eine Sonderbewacherin zur Seite gestellt bekommen.

"Ich rechne grundsätzlich mit einem spannenden und hart umkämpften Match", betont TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. "Meine Mannschaft benötigt daher von Beginn an die volle Konzentration. Und wenn Solingen seine Abwehr öffnet, dann ist das eben so. In unserem Plan sind Maßnahmen vorgesehen. Wir werden schon die richtigen Schlüsse ziehen."

Der TuS Lintfort muss allerdings seine Leistungsbereitschaft erhöhen. Zuletzt gegen Aldekerk gab es ungewohnte Schwächen in der Deckung. Die Mannschaft trat über weite Strecken des Spiels zu passiv und zögerlich in Erscheinung. Es fehlte an Beweglichkeit, an der Blockeffektivität sowie an der Aggressivität im allgemeinen. Und Bettina Grenz-Klein ergänzt: "Wir müssen gegen Solingen unbedingt unsere Qualität anheben, sonst wird es nicht reichen."

Die Gastgeberinnen werden aller Voraussicht nach mit dem selben Kader der Vorwochen auflaufen: Lisan van Hulten ist nach ihrem Wadenbeinbruch auf einem guten Weg. Die Kreisläuferin hat bereits vor dem Aldekerk-Spiel mit der Mannschaft warmgemacht.

Ein Einsatz nun gegen Solingen käme jedoch immer noch zu früh. Vanessa Dings befindet sich nach ihrer Meniskusoperation ebenfalls im Aufbautraining. Kreisläuferin Tatjana van den Broek laboriert weiterhin an einer schmerzhaften Verletzung im Sprunggelenk.

Der TuS Lintfort ist in den kommenden drei Wochen spielfrei. Die Mannschaft nimmt den Meisterschaftsbetrieb erst am 16. Dezember, um 19.30 Uhr, mit dem Auswärtsspiel beim Spitzenteam 1. FC Köln wieder auf.

Um im Rhythmus zu bleiben, hat der TuS Lintfort nächsten Dienstag, den 28. November, ein interessantes Testspiel vereinbart. Die niederländische U-18 Nationalmannschaft stellt sich in der Eyller Sporthalle vor. Der Anwurf erfolgt um 19.15 Uhr.

(RP)
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