TuS Lintfort feiert den Klassenerhalt

Handball in Kamp-Lintfort : TuS Lintfort feiert den Klassenerhalt

Der Aufsteiger in die Landesliga hatte Schwierigkeiten, sich an die raue Luft in der neuen Spielklasse zu gewöhnen.

Es hat viel Engagement und reichlich Substanz gekostet. Das Nervenkostüm wurde nahezu wöchentlich angekratzt, Trainer und Spieler durchlebten schöne Augenblicke, aber auch richtig zittrige Momente. Aber unterm Strich haben sich letztendlich alle Mühen gelohnt. Die Landesliga-Handballer des TuS Lintfort durften nach einer rasanten Achterbahnfahrt der Gefühle den Klassenerhalt feiern. Lintfort hatte als Aufsteiger einige Schwierigkeiten sich an die raue Luft in der neuen Spielklasse zu gewöhnen. Das Niveau war nun ein gänzlich anders als noch zu Bezirksliga-Zeiten. Gerade das Tempo machte oftmals den Unterschied aus. Zudem kam ein erhöhtes Maß an Körperlichkeit. Die TuS-Spieler mussten in ihren Zweikämpfen erst lernen sich richtig zu positionieren und durchzusetzen. Sie mussten das Gleichgewicht zwischen einstecken und austeilen finden. Das klappte nicht auf Anhieb. Die Mannschaft war zwar immer motiviert, zahlte aber aufgrund ihrer Unerfahrenheit in der gesamten Hinrunde Lehrgeld.

Aber bereits zu diesem Zeitpunkt fiel auch auf, dass es oftmals nur Kleinigkeiten waren. Die Spieler ließen sich eben nie entmutigen, glaubten immer an ihre eigenen Stärken und somit letztendlich an das große Ziel, den Klassenerhalt. Lintfort hatte seine „Lehrzeit“ mit Ablauf der Hinrunde abgeschlossen. Das Team warf alle Zwänge über Bord, krempelte die Ärmel auf und sagte der Konkurrenz den Kampf an.

Mannschaftliche Geschlossenheit Dabei stand die mannschaftliche Geschlossenheit im Vordergrund. Ein steter Entwicklungsprozess trug nun seine Früchte. Insbesondere die Deckung übernahm eine übergeordnete Rolle. Dieser Mannschaftsteil harmonierte prächtig miteinander: Einsatz, Laufbereitschaft und Disziplin ergänzten sich prima. Sebastian Küpper und Felix Stenger bekleideten zentrale Positionen. Aber auch der Auftritt in der Offensive gewann zusehends an Struktur. Die einstudierten Abläufe kamen immer mehr zum Tragen. Ganz großen Anteil am Erfolg hatte Nils Schmitz. Der Rückraumspieler bestach durch seinen unglaublichen Tordrang und durch seine Wurfkraft.

Nils Schmitz und Lars Auth von der Turnerschaft aus Lürrip holten sich gemeinsam mit jeweils 201 Treffern die Torjägerkanone der Landesliga, Gruppe 1. Der TuS Lintfort nahm vor allem in der Meisterschaftsendphase richtig an Fahrt auf. Das Team fuhr mit Entschlossenheit satte 10:2 Punkte ein und hielt somit die beiden direkten Abstiegsränge ganz klar auf Distanz. Doch die letzten Wochen der Saison 2018/19 wurden bekanntlich zusätzlich befeuert. Spannung und Dramatik nahmen gewaltig zu, als feststand, dass eine Abstiegsrelegationsrunde ausgespielt werden muss, mit einen weiteren, dritten Absteiger. Und mit dem TuS Lintfort saßen viele weitere Kandidaten im Boot, mussten gemeinsam massiv um die Ligazugehörigkeit bangen.

Es entbrannte ein Hauen und Stechen um dem Klassenerhalt – das große Zittern hielt bis zum letzten Spieltag an. Und selbst da war es für den TuS Lintfort noch nicht vorbei. Der Einspruch aus dem Oppum-Spiel (21:20) schwebte weiterhin wie ein Damokles-Schwert über den Verein – bis Oppum erwartungsgemäß, nach seiner sportlichen Rettung, einen Rückzieher machte.

„Eine stressige und nervige Saison“„Es war eine lange, stressige und auch nervige Saison“, betonte TuS-Trainer Andreas Michalak. Nach dem Kennenlernen in der Hinrunde hätten seine Jungs eine gute Entwicklung genossen und schließlich eine ganz starke Rückrunde an den Tag gelegt, freut sich der Coach.

„Ich denke, meine Mannschaft hat in einer mega ausgeglichenen und qualitativ hochwertigen Liga eine insgesamt wirklich tolle Saison abgeliefert“, bedankt sich Michalak am Ende dann auch bei seinem Team.

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