Lokalsport: TuS: Konfuser Beginn, starkes Ende

Lokalsport: TuS: Konfuser Beginn, starkes Ende

Frauenhandball, Dritte Liga: Im Spitzenspiel stecken die Lintforterinnen den Rückstand zur Halbzeit weg und melden sich nach der Pause eindrucksvoll zurück. Mit dem 29:24 gegen Solingen/Gräfrath behält der TuS seine "weiße Weste".

Der TuS Lintfort ist um einen "Titel" reicher. Wenn die Bezeichnung des Herbstmeisters auch überhaupt nichts zählt, so ist es eine schöne Momentaufnahme und ein klarer Fingerzeig an die Konkurrenz. Die Drittliga-Handballerinnen um ihre Trainerin Bettina Grenz-Klein schlugen im Spitzenspiel daheim den bis dato Tabellenzweiten HSV Solingen/Gräfrath mit 29:24 (12:14). Lintfort bleibt somit auch nach dem vorletzten Spieltag der Hinrunde das Maß aller Dinge und grüßt weiterhin mit unbefleckten 20:0 Punkten vom Thron.

Aber der TuS-Auftritt war in der Startphase alles andere als souverän. Es klemmte. Insbesondere das Defensivverhalten erwies sich als fehlerhaft. Es fehlte an Beinarbeit, Bewegung und Ausstrahlung. Das Erscheinungsbild wirkte schläfrig und schlapp. Die Spielerinnen leisteten sich zudem ungewohnte Patzer.

Die Gäste hingegen präsentierten sich hellwach und entschlossen. Die Mischung aus Spielanlage und Individualität griff und deckte schonungslos die TuS-Defizite auf. Aber Lintfort hatte auch in der Offensive große Schwierigkeiten. Loes Vandewal wurde recht zügig eine "Sonderbewacherin" zur Seite gestellt - Naina Klein musste sich kurzfristig an ihrem Rücken behandeln lassen. So war guter Rat teuer.

Der Mannschaft fehlte in manchen Phasen das Konzept, wie auch die Geduld und Abgeklärtheit. Oft wurden zudem die falschen Entscheidungen getroffen, selbst die Trefferquote überzeugte nicht. Die Gäste aus der Klingenstadt waren besser, effektiver und hatten die Lage in Hälfte eins weitgehend unter Kontrolle.

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Aber der Tabellenführer ließ sich nicht unterkriegen. Die letzten vier Tore vor dem Halbzeitpfiff gingen schließlich allesamt auf das Konto das TuS Lintfort. Und mit Anpfiff der zweiten 30 Minuten waren die TuS-Spielerinnen unglaublich präsent. Die Mannschaft "brannte", agierte fortan sehr fokussiert und konzentriert.

Vor allem der Auftritt in der Abwehr zeigte im HSV-Lager Wirkung. Die TuS-Spielerinnen brachten Emotion und Können unter einen Hut. Angelika Bensch und die wiedergenesene Naina Klein verdichteten das Zentrum, auf den Halbpositionen glänzten Eva Legermann und Loes Vandewal. Für Solingen gab es kein Durchkommen mehr. Der Gast biss sich die Zähne aus. Lintfort verbesserte sich in Halbzeit zwei zwar auch im Angriff. Aber die Spielerinnen warfen zum Großteil nur ihre Körperlichkeit und individuellen Stärken in die Waagschale. Die Partie blieb deshalb weiterhin spannend (22:21/23:22). Auch weil die Gastgeberinnen mit fortlaufender Spieldauer für ihren immensen Kraftaufwand Tribut zollen mussten.

TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein ließ ihre Stammsechs durchspielen - mit Ausnahme des Spezialistenwechsels: Defensivkraft Angelika Bensch kam für die Angreiferin Eefje Huijsmans. Aber dass der TuS über eine absolute Spitzenmannschaft verfügt, zeigt, dass die Truppe in der Schlussphase mühelos wieder einen Gang zulegen konnte.

"Mein Team war in den ersten 20 Minuten konfus und unbeholfen", sagte Bettina Grenz-Klein. "Aber wir haben uns mit großer Hingabe in der Deckung zurück gekämpft. Der Sieg geht daher in Ordnung."

(RP)