Frauen-Handball, 2. Liga: TuS-Frauen holen sich eine blutige Nase

Frauen-Handball, 2. Liga: TuS-Frauen holen sich eine blutige Nase

Lintforterinnen gegen Hannover außer Form. Die Mannschaft findet hinten und vorne keine Mittel, um die HSG Hannover-Badenstedt in die Knie zu zwingen. Am Ende steht eine 23:31-Niederlage.

Es war die Art und Weise, die mächtig ärgert. Niederlagen gehören bekanntlich zum Geschäft. Wenn allerdings das Gefühl überwiegt, nicht genug für den eigenen Erfolg getan zu haben, sitzt der Stachel der Enttäuschung besonders tief. Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort sind bei der 23:31 (10:16)-Heimpleite gegen die HSG Hannover-Badenstedt "böse" hingefallen, müssen zusehen, schnellstmöglich wieder auf die Beine zu kommen.

Nach der Knieverletzung von Deckungsexpertin Vanessa Dings mussten zwangsläufig Umstellungen folgen. Loes Vandewal und Naina Klein übernahmen das Zentrum, auf den Halbpositionen machten Tatjana van den Broek und Leonie Lambertz "dicht". Doch die Mannschaft konnte das nötige Feuer nicht entfachen - ob in den Zweikämpfen oder als Kollektiv. Selbst das Torhütergespann - Nicole Hillig/Marie Groetelaers - blieb blass.

Aber noch größer Probleme als in der Defensive, gab es im Angriff: Lintfort fand über die gesamten 60 Minuten nie ein probates, taktisches Mittel, um die HSG-Deckung zu knacken. Die Leinestädterinnen präsentierten sich in ihrer 3:2:1-Formation als eine extrem laufstarke Einheit, die geschickt die "Räume" verdichtete und "giftig" in den Zweikämpfen mit der Gastmannschaft vom Niederrhein agierte.

Lintfort hatte große Mühen, wirkte oft konzeptlos. Aber es fehlten nicht nur die Ideen, sondern diesmal auch das Personal, dass sich der Verantwortung stellte. Naina Klein beispielsweise benötigte mit Sicherheit zu viele Versuche für ihre Tore. Doch die erst 17-Jährige gab nie auf, stach mit ihrer Individualität. Auch Kreisläuferin Tatjana van den Broek gehörte zu den Spielerinnen die Normalform erreichten.

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Aber gerade von den etablierten Spielerinnen wie unter anderem Eefje Huijsmans oder Loes Vandewal muss einfach mehr kommen.

Hannover erwischte den besseren Beginn. Die breit angelegte Spielanlage mit treffsicheren Außen überzeugte (6:3). Lintfort glich mit guter Einstellung zum 6:6 aus, konnte dem Gegner aber nicht die Stirn bieten. Die HSG-Spielerinnen waren schlichtweg besser, weil auch mental wacher. So holte sich der Gast allein in Hälfte eins vier Abpraller, aus denen drei Tore folgten.

Das große Lintforter Aufbäumen nach dem Seitenwechsel gab es nicht. Der Funke sprang nach wie vor nicht über. Der Schuh drückte weiterhin unübersehbar in der Offensive. Die Spielerinnen konnten keine Qualität aufs Parkett bekommen, rieben sich immer wieder in zahlreichen Zweikämpfen auf, leisteten sich unnötige technische Fehler oder warfen den Ball gleich einfach ins Aus. Lintfort war in diesem Spiel viel zu ausrechenbar - weil letztendlich die Form, die Qualität und das eigene Selbstbewusstsein fehlten.

Und auch TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein war nach Spielschluss richtig bedient: "Es war eine indiskutable Vorstellung meiner Mannschaft. Wir hatten diesmal nicht die Mittel um Hannover zu schlagen, ob in der Deckung, aber vor allem im Angriff. Zudem blieben diesmal gleich etliche Spielerinnen weit unter ihrer Form. Aber was mich so richtig bei meiner Mannschaft geärgert hat, waren die gefühlten 1000 Fehlschlüsse."

(RP)