Trainingsstart beim MSV Duisburg ohne Fabian Schnellhardt

MSV Duisburg : Aufgalopp beim MSV ohne Schnellhardt

Die Zebras müssen in der Dritten Liga auf den nach Darmstadt gewechselten Mittelfeldakteur verzichten. Weitere Abgänge stehen bevor. 600 Fans bejubeln beim ersten Training Lukas Daschner.

Gevatter Petrus sticht manchmal der Hafer. Beim ersten Training des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg öffnete der fürs Wetter zuständige Heilige zum passenden Moment die Schleusen. Gerade hatten sich die 14 kickenden Zebras auf dem Trainingsplatz in Meiderich in Reihe aufgestellt, da schüttete es feucht auf sie herab. Bildlich gesprochen: Als begossene Pudel hatten sie ihren Platz in der Zweiten Liga räumen müssen. Wörtlich ausgedrückt: Als begossene Zebras standen sie zum Auftakt ihrer Zeit in der dritten Klasse auf dem Rasen.

hinten von li.: Ivica Grlic, Joshua Bitter, Arne Sicker, Arnold Budimbu, Torsten Lieberknecht, Lukas Scepanik; vorn von l. Sinan Karweina und Lukas Boeder.

Später lugte die Sonne hervor. Vorstandsmitglied Robert Philipps durfte da prophetisch sagen: „Auf Regen folgt Sonnenschein.“ So sahen es auch die etwa 600 Zebra-Freunde beim Aufgalopp. Warmer Applaus prasselte den Spielern sowie Trainer Torsten Lieberknecht und Sportdirektor Ivica Grlic entgegen. Tosender war der Beifall für Moritz Stoppelkamp, Ahmet Engin und Tim Albutat. Richtig brausend dann sogar, als Stadionsprecher Stefan Leiwen das Talent Lukas Daschner aufrief. Die sechs Neuen müssen sich Jubel erst verdienen. Ihr bloßes Auftreten weckt noch keine Hoffnungen.

Alles Gute: Torsten Lieberknecht (rechts) mit den Vorstandsmitgliedern Robert Philipps, Udo Steinke und Klubchef Ingo Wald (von links).

Ein Name blieb dagegen ungesagt – und diese Stille hatte dem Präsidenten ein wenig die Petersilie verhagelt: Fabian Schnellhardt wechselt nämlich zum Zweitligisten SV Darmstadt 98. Der MSV erhält eine festgeschriebene Ablösesumme. Die Höhe wurde nicht genannt. Wie viel Geld es auch sein mag, ohnehin fließt ein beachtlicher Teil davon nicht in die „Mannschaftskasse“. Sogenannte Besserungsscheine verlangen, dass eine gewisse Summe an Gläubiger auszuzahlen ist. Ingo Wald nannte die Entscheidung des 24-jährigen Mittelfeldmannes: nachvollziehbar. „Aber es ist ein herber Verlust. Wir wollten eigentlich um ihn als Leitfigur herum die neue Mannschaft aufbauen.“.

Trainer Torsten Lieberknecht lobte deshalb vor allem Moritz Stoppelkamp und Tim Albustin, die dem Verein treu bleiben. „Wir hatten gehofft, dass der eine oder andere wie Stoppel oder Tim das Herz gezeigt hätte, hier zu bleiben“, sagte Lieberknecht. Allerdings gebe es auch nachvollziehbare Gründe für einen Wechsel, so der Trainer. Dustin Bomheuer wird einen solchen Grund haben. Gegenüber einem Fan ließ Präsident Ingo Wald durchblicken, dass der Innenverteidiger den Verein verlassen wird. Auch Angreifer Stanislav Iljutcenko wartet offenbar nur noch auf das passende Angebot. Bei Andreas Wiegel kenne er den Planungsstand nicht so genau.

Dass der Mini-Kader beim ersten Training auf einen ernsten Fachkräftemangel hindeutet, wollten  Lieberknecht und  ­Grlic nicht so sehen. Grlic sagte: „Ich habe einen Plan.“ Lieberknecht erklärte: Wenn das erste Training auf den kommenden Montag gelegt worden wäre, dann stünden wahrscheinlich noch drei oder vier Spieler mehr auf dem Platz. Mindestens zwei gestandene Jungs neben weiteren Kickern mit Potenzial sollen noch dazukommen.

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