Tennis: Tennis-Dorfverein will für Aufsehen sorgen

Tennis : Tennis-Dorfverein will für Aufsehen sorgen

Der TC Schaephuysen verpflichtete für nächste Saison unter anderen die früheren Weltklassespieler Albert Portas und Veli Paloheimo.

Als der Spanier Albert Portas im Jahr 2001 mit dem Sieg beim Mastersturnier in Hamburg den größten Erfolg seiner Tenniskarriere feierte und einige Monate später sogar bis auf Rang 19 der Weltrangliste kletterte, hätte er sich ganz sicher nicht träumen lassen, dass er irgendwann einmal in einem kleinen Dorf am Niederrhein aufschlägt. Doch nächstes Jahr ist es für den mittlerweile 40-Jährigen so weit. Der TC Schaephuysen aus der Gemeinde Rheurdt hat das Projekt "Herren 30" auf die Schiene gebracht, um sportlich für Furore zu sorgen und auf diese Weise positiv für den Verein zu werben.

Weil Portas nicht die einzige Neuverpflichtung ist, ist der Titelgewinn in der 2. Verbandsliga und damit der Aufstieg programmiert. Ebenfalls mit von der Partie ist der inzwischen 46 Jahre alte Finne Veli Paloheimo, der es zu seinen besten Profizeiten bis auf Rang 48 der Weltrangliste gebracht hat. Neu sind auch der 43-jährige Michael Schmidtmann und der 47-Jährige Jan Stremmel, die zwar nie in der Weltspitze dabei waren, aber viele Jahre in der Bundesliga aktiv waren und noch heute in ihrer Altersklasse zu den besten Spielern in Deutschland gehören.

Ein wirklicher Neuzugang ist Jan Stremmel in Schaephuysen allerdings nicht, denn er lebt dort schon seit 1992. "Ich bin im Ort sehr verwurzelt", sagt Stremmel, "und ich bin an einem Punkt angekommen, dass ich dort Tennis spielen möchte, wo ich wohne." So kam ihm die Idee, beim TC Schaephuysen mit externen und einheimischen Spielern eine starke Mannschaft auf die Beine zu stellen. Damit stieß er beim Vorsitzenden Thomas Meise auf offene Ohren. "Es ist zwar schon außergewöhnlich, was beim TC Schaephuysen regelmäßig auf der Anlage los ist. Aber wir hoffen, dass der Verein noch mehr aufblüht", erklärt Jan Stremmel.

Die Euphorie ist inzwischen so groß, dass sich sogar Sponsoren gefunden haben, die beispielsweise für die Flüge der Topspieler aus Spanien und Finnland aufkommen werden. Weitere Kosten fallen für die namhaften Neuverpflichtungen allerdings nicht an, denn sie wechseln wegen der freundschaftlichen Beziehungen zu Stremmel in den Dorfverein. Zusammen feierten sie beim TC Gürzenich-Wald aus Düren in den vergangenen sieben Jahren große Erfolge, wurden zweimal Deutscher Meister, zweimal Vizemeister und zweimal Dritter.

Die neuerliche Teilnahme bei der DM-Endrunde Ende August in München wird die Abschiedsvorstellung bei den Dürenern. Auch das Projekt beim TC Schaephuysen ist langfristig angelegt. "Wir wollen keine Söldnertruppe aufbauen. Es soll so sein, dass auch die einheimischen Spieler mithalten können. Wir schauen einfach mal, was sich entwickelt", betont Stremmel.

(RP)
Mehr von RP ONLINE