Lokalsport: TC 08 verpasst wohl den Aufstieg

Lokalsport : TC 08 verpasst wohl den Aufstieg

Die Hoffnungen auf die 1. Bundesliga sind nach der 1:8-Pleite gegen Hannover begraben. Es bleibt eine Mini-Chance.

Gerade einmal die halbe Saison ist in der 2. Tennis-Bundesliga der Damen gespielt, aber beim TC DD Daumann 08 Moers ist bereits Ernüchterung eingekehrt. Vor einer Woche vergeigte der deutsche Meister von 2004 das Duell der Erstliga-Absteiger auf eigenem Platz mit 1:8 gegen den DTV Hannover und beraubte sich damit wohl schon aller Chancen auf die direkte Rückkehr in die höchste Spielklasse. Trotzdem wollen die Moerser Verantwortlichen die verbleibenden drei Begegnungen erfolgreich bestreiten, um "da" zu sein, falls Hannover doch noch einmal strauchelt.

Das Pfingstwochenende hält gleich zwei Aufgaben für den TC 08 bereit. Gestern machte sich das Team auf die rund 550 Kilometer lange Anreise nach Berlin, wo heute um 11 Uhr das Spiel beim LTTC Rot-Weiß ansteht. Zurück an den Niederrhein geht es dann am Sonntag. Vielleicht treffen Hofmann und Co. unterwegs ihren nächsten Gegner, denn ebenfalls aus Berlin reist der SV Zehlendorfer Wespen nach Moers. Am Montag ab 11 Uhr begegnen sich diese beiden Mannschaften an der Filder Straße.

"Ich freue mich auf das Spiel in Berlin. Da erwarten uns eine tolle Anlage und ein großes Stadion. Allerdings wäre ich liebere mit einem Sieg gegen Hannover im Gepäck dorthin gefahren", blickt Stefan Hofmann noch einmal zurück auf die bittere Heimschlappe im Topspiel, die ein heftiger Dämpfer für die gute Laune in Reihen der Moerser nach zwei Startsiegen war.

Allerdings erwartet der Manager von seinem Team, dass nun fokussiert weiter gemacht wird: "Ich stehe hier jetzt seit 17 Jahren in der Verantwortung und habe in dieser Zeit viele Höhen, aber auch Tiefen erlebt. Wir können mit diesem Ergebnis umgehen, so etwas gehört im Sport nun einmal dazu."

Die Sorge, ihr Saisonziel nicht zu erreichen, kennen die Berlinerinnen in diesem Jahr nicht. Sie haben schon vier Spiele absolviert und dabei drei Siege eingefahren, dazu kam ein 0:9 in Marienburg. "Rot-Weiß hat sein Saisonziel in Form des Klassenerhalts schon erreicht, größere Ambitionen gab es dort nicht. Der Gegner kann sich nun also entspannen", sieht Hofmann den Druck auf seinem Team lasten. Aufgrund der entspannten Tabellensituation bei den Gastgeberinnen ist er gespannt auf deren Aufstellung. Ob erneut die Topspielerinnen Nastja Kolar (Slowenien) und Ana Savic (Kroatien) auflaufen werden, hält der 08-Macher zumindest für fraglich. Zu rechnen sei aber auf jeden Fall mit Masa Zec-Peskiric. "Sie war mal die Nummer 50 der Welt und kann uns richtig wehtun. Vor allem, wenn sie wie zuletzt als Nummer fünf aufläuft", warnt Hofmann.

Das Moerser Team wird in Berlin von Marina Melnikova angeführt. "Wir haben sie als Führungsspielerin eingeplant, um sie unser Team aufgebaut und ihr einen festen Vertrag über vier Spiele gegeben", erklärt Hofmann. Dass die Russin sich im Frühjahr verletzen und wochenlang ausfallen würde, habe ja keiner ahnen können. "Jetzt hat sie natürlich nicht die Form des Vorjahres, trotzdem spielt sie durch ihr Ranking am Stichtag als Nummer eins. Dort hat sie es im Moment nicht leicht, aber sie sorgt durch ihre Präsenz auch dafür, dass die anderen Spielerinnen nicht hochrutschen", hat Melnikovas Aufstellung für den Manager auch taktische Gründe.

Außerdem spielen heute im Einzel Michaela Honcova (Slowakei), Andrea Gamiz (Spanien), Nicole Thijssen, Nina Kruijer und Olga Kalyuzhnaya (alle Niederlande). Nicht dabei ist die Österreicherin Patricia Mayr-Achleitner, die einer Verpflichtung in ihrer Schweizer Wahlheimat nachkommt.

Gamiz wird sich vor den Doppeln verabschieden müssen, weil sie zu einem Turnier nach Italien fliegt. "Sie ist uns aber zu wichtig, um ganz auf sie zu verzichten. Deshalb machen wir eine Ausnahme", erklärt Hofmann den für Moerser Verhältnisse ungewöhnlichen "Teilzeiteinsatz". Als Nachrückerin für das Doppel hält sich die Niederländerin Suzan Lamens bereit.

Nach der Rückkehr aus Berlin steht am Montag bereits das letzte Heimspiel der Saison für Moers an. Ab 11 Uhr stellt sich der in vier Auftritten bislang sieglose Neuling SV Zehlendorfer Wespen an der Filderstraße vor. "Zehlendorf hat insgesamt erst fünf Matchpunkte geholt. Die bräuchten sie auch hier, um bei uns zu gewinnen. Damit rechne ich aber nicht. Hier müssen wir schon die Favoritenrolle annehmen und einen Heimsieg einfahren", gibt Stefan Hofmann die Marschroute vor.

(RP)
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