Handball-Verbandsliga: SVN-Trainer Thomas Pannen hört auf

Handball-Verbandsliga : SVN-Trainer Thomas Pannen hört auf

Der Handball-Verbandsligist sucht einen Nachfolger zur neuen Saison. Zunächst steht aber das Duell mit Königshof II an. Derweil ist der TV Kapellen in Rhede, die HSG Vennikel in Kaldenkirchen gefordert.

Der SV Neukirchen baut an seinen Strukturen für die nächste Saison, der TV Kapellen ist auf der Suche nach Konstanz und die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen möchte ihr Ausscheiden aus dem Titelrennen möglichst schnell abhaken. Ein Überblick über die kommenden Partien in der Handball-Verbandsliga.

SV Neukirchen Gelingt der Klassenerhalt? Wie sieht die künftige Mannschaft aus? Beim SVN sind einige wichtigen Fragen offen. Doch auf eine gibt es bereits eine Antwort: Thomas Pannen wird seine kurze Trainertätigkeit nach der Saison wieder beenden. „Ich möchte mich künftig mehr meiner Familie widmen“, so die Begründung des 35-Jährigen. Seine Spielerkarriere endete abrupt nach einem Kreuzbandriss im vergangenen September. „Ich denke, es ist die richtige Entscheidung. Die vergangenen 20 Jahren waren intensiv, turbulent und zeitaufwendig. Ich brauche einfach mal Ruhe und Abstand“, so Pannen fort. „Ich gönne mir eine mindestens einjährige Auszeit.“

Für Pannen kam das Traineramt beim SV Neukirchen ziemlich überraschend. Der Verein brauchte nach der Trennung vom glücklosen Christian Wetteborn noch in der Startphase der Meisterschaft schnellstmöglich einen geeigneten Nachfolger. Seit Pannens Amtsübernahme ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Das große Zittern um den Klassenerhalt wird aber wohl noch einige Zeit andauern.

Und so wird auch die Heimpartie gegen die DJK Adler Königshof II am Samstag um 18 Uhr eine Herausforderung. Denn die Krefelder sind schwer in ein Schema zu pressen.Qualität ist eigentlich genügend an Bord, nur mit der Umsetzung läuft es nicht immer glatt. Die Mannschaft ist an guten Tagen in der Lage, nahezu jedem Gegner der Liga gefährlich zu werden. Es gibt aber auch solche Spieltage, da ist die DJK-Leistung erschreckend schwach – oder der Verein tritt erst gar nicht an, so wie in Lank. Für Neukirchen (7:17) ist dieses Kräftemessen eine willkommene Gelegenheit, mit dem Konkurrenten gleichzuziehen. Die Hausherren wollen unbedingt den „nächsten Schritt“ gehen, vertrauen ihrem zuletzt durchsetzungsstarken und treffsicheren Rückraum. Aber der SV Neukirchen benötigt zudem dringend Stabilität in der Verteidigung. Hier fehlte es zuletzt vor allem an Leidenschaft und Hingabe. So kann es nur positiv sein, dass der zuletzt verhinderte Deckungschef Dennis Kühn ins Aufgebot zurückkehrt.

TV Kapellen Zu oft fehlte dem TVK in den vergangenen Wochen der rote Faden über die volle Spielzeit. Auf gute folgten schlampige Phasen. So kann man mit Tabellenplatz fünf eigentlich noch zufrieden sein. Trotzdem steht für die Blau-Weißen am Sonntag um 18.15 Uhr beim Vorletzten HC TV Rhede die nächste Pflichtaufgabe an. Der Aufsteiger (6:18 Punkte) hat, wie erwartet, große Schwierigkeiten, sich in der neuen Liga zurechtzufinden. Rhede tritt aber gerade vor heimischer Kulisse stets mutig auf, profitiert von einer großen Kampfkraft, angereichert mit der nötigen Portion Emotionalität. Das Team gibt sich nicht auf. Das Deckungssystem ist im Regelfall auf eine defensive Variante abgestimmt, mit einigen großgewachsenen Spielern im Zentrum.

Der TVK darf diesen Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen, sollte aber aufgrund der eigenen Stärken dazu in der Lage sein, in Rhede zu punkten. „Wir wissen, dass es nicht einfach wird. Aber wir nehmen dennoch die Favoritenrolle an“, betont Spielertrainer Christian Ginters. „Ich erwarte diesmal einen gute und überzeugende Leistung. Wir müssen einfach eine bessere Einstellung als zuletzt an den Tag legen.“ Die Deckung sollte die Aggressivität und Laufbereitschaft entwickeln – der Angriff benötigt Ruhe und Struktur. Fehlen werden Julian Schweinsberg, Daniel Feltgen (beide Handverletzung) sowie Christian Lange (Knie).

HSG Vennikel Der Stachel der Enttäuschung sitzt immer noch tief. Die HSG verspielte am vergangenen Wochenende bei der 25:35-Heimpleite im Spitzenspiel gegen Geistenbeck sämtliche Titelambitionen. Aber es ist keine Zeit, um lange Trübsal zu blaßen. Die HSG muss sich auf die nächsten Aufgaben fokussieren, beispielsweise die beim heimstarken TSV Kaldenkirchen am Samstag um 19 Uhr.

In dieser Partie steckt reichlich Zündstoff. Kaldenkirchen (17:7 Punkte) hat die große Möglichkeit, den Rivalen aus Vennikel (18:6 Zähler) in der Tabelle zu überholen. Die TSV-Spieler haben dazu eindeutig das Rüstzeug. Die Stärken in der Offensive liegen im Rückraum: Mike Tötsches & Co können mit ihrer temporeichen Spielweise mächtig Druck aus der zweiten Reihe erzeugen. Die HSG kennt allerdings diese zahlreichen Vorzüge ihres Kontrahenten. Aber der Weg zurück in die Erfolgsspur führt in erster Linie über die eigene Leistung.

„Wir haben unter der Woche den schwachen Auftritt gegen Geistenbeck aufgearbeitet“, so HSG-Coach Helmut Menzel. „Ich erwarte selbstverständlich eine Reaktion meiner Jungs. Doch gerade in der Offensive macht sich das Fehlen der langzeitverletzten Stammkräfte Fabian Schwartz und Pascal Wolfhagen bemerkbar. Die Mannschaft kann die Ausfälle nicht kompensieren. Mirko Szymanowicz gibt daher notgedrungen den Alleinunterhalter, wodurch die HSG deutlich einfacher auszurechnen ist als noch vor einigen Wochen.