Lokalsport: SVN: Der Handball-Vorstand bröckelt

Lokalsport : SVN: Der Handball-Vorstand bröckelt

Der Abteilung des SV Neukirchen geht es prima - doch die Verantwortlichen wollen nicht mehr. Zu viel der ehrenamtlichen Arbeit ist im Verein auf zu wenige Schultern verteilt, meinen sie.

Sportlich könnte es derzeit kaum besser laufen für die Handballer vom SV Neukirchen. Der Boden ist bereitet. Nach einer Hängepartie zu Beginn der Verbandsliga-Saison zeigt die Formkurve steil nach oben. Durch den vermehrten Aufstieg in die Oberliga - weil, wie berichtet, zwischen dieser Spielklasse und der 3. Liga die Nordrheinliga eingeführt wird - kann der SVN nach der jetzt laufenden Saison den Abstieg kaum verhindern. Immerhin steht das Team um Spielertrainer Jörg Förderer momentan auf dem zweiten Platz, mit 22:8 Punkten hinter dem MTV Dinslaken (26:4). Und die Pläne für die nächsten zwei, drei Jahre liegen in der Schublade. Es soll nach Möglichkeit weiter aufwärts gehen. Dafür hat der Abteilungsvorstand die Weichen gestellt.

Doch ausgerechnet jetzt bröckelt der Vorstand auseinander. Viel ehrenamtliche Arbeit ist auf zu wenigen Schultern verteilt. Alle Vorstandsmitglieder müssen ihre Brötchen woanders verdienen. Wie es bei anderen Vereinen auch der Fall ist. Nur fehlen jetzt die Kandidaten, die nun auf Abteilungsleiter Markus Witzke folgen würden oder ihm entsprechend den Rücken stärken. Aber so wie bisher will und kann Witzke nicht weitermachen. "Ich schaffe das nicht. Ich will mich ja nicht ganz zurückziehen, aber als Einzelkämpfer bekomme ich das neben meinem Beruf nicht mehr hin", sagt er. Markus Witzke ist selbstständiger Kaufmann in Sachen Automobil-Zubehör.

Markus Witzke will nicht mehr weitermachen. Foto: Verein

Und mit ihm ziehen gleich mehrere Vorstandsmitglieder gleich. Die vergangenen drei Jahre hatten es schlichtweg in sich. Neue Strukturen mussten eingezogen werden, alte Posten endlich wieder besetzt werden. Und dabei haben die SVN-Verantwortlichen auch viel erreicht. Zugegeben, die A-Jugend musste abgemeldet werden. Doch da spielte immenses Verletzungspech eine maßgebliche Rolle. Gleichzeitig wurde aber kräftig am Aufbau einer funktionierenden Jugendabteilung geschraubt. Angefangen von den ganz Kleinen.

Jeder sieht dem Abteilungschef an, wie schwer ihm die Entscheidung fällt, den Posten zu räumen. Seit einem Dreivierteljahr ist er auf der Suche nach einem Nachfolger. "Eigentlich bräuchten wir einen Rentner, der nicht nur eine Handball- sondern auch eine SVN-Vergangenheit hat", schmunzelt Witzke. Aber auch wenn es als Scherz gemeint war, ist ein Fünkchen Wahrheit dran. Obgleich bekanntlich gerade die Rentner keine Zeit haben.

Nun hofft jeder beim SV Neukirchen, dass es weiter aufwärts geht. Der Verein gehörte - mit einer Ausnahme vor vielen Jahren - immer zu den Klubs, die eher mit einem Paar vernünftigen Hallenschuhen als mit horrendem Hand- und Preisgeldern Spieler versucht haben, an sich zu binden. Und das soll auch so bleiben. So lange es geht. Doch auf den Erfolg will dort auch niemand verzichten.

(RP)
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