SV Scherpenberg ruft die „harte Linie“ aus

Fußball in Moers : Scherpenberg ruft die „harte Linie“ aus

Der Fußball-Landesligist steckt im Abstiegskampf und ist von seiner anfänglichen Zielsetzung weit entfernt.

Das obere Tabellendrittel sollte es sein, als beim SV Scherpenberg im Sommer die Ziele für die neue Saison in der Fußball-Landesliga formuliert wurden. Ein halbes Jahr und einen Trainerwechsel später ist im „Wäldchen“ allerdings Ernüchterung eingekehrt. Die Realität angesichts von nur 18 Punkten aus 17 Spielen bei 23:39 Toren heißt schlicht und einfach „Abstiegskampf“. Mit zwei Nachholspielen in der Hinterhand überwintern Coach Timo Barbeln und sein Team auf Rang 16, also einem Platz, der im Sommer direkt hinunter in die Bezirksliga führen würde.

Angetreten war der SVS im Sommer mit dem Trainerduo Sezgin Demirci und Ercan Sendag sowie dem Anspruch, das erfahrene Team mit einigen Talenten zu verjüngen und weiter zu verbessern. Den ersten, krachenden Rückschlag setzte es direkt im ersten Spiel in Form einer 1:7-Schlappe beim SV Burgaltendorf. Erst am vierten Spieltag gelang der erste von bisher nur fünf Siegen durch ein 1:0 gegen BG Überruhr.

Mitten in der „Horror-Serie“ von fünf Niederlagen am Stück vom siebten bis zum elften Spieltag musste Demirci seinen Stuhl räumen. Er wurde wenige Stunden vor dem Heimspiel gegen die Sportfreunde Königshardt (1:3) durch Timo Barbeln ersetzt, der das Training seitdem gemeinsam mit Deniz Günes und Routinier Almir Sogolj leitet. Die große Trendwende konnten Demircis Nachfolger aber nicht einleiten, wenn man auf die Ergebnisse blickt: Unter dem ersten Trainerduo holte der SVS aus neun Spielen acht Punkte, Barbeln & Co. legten zehn Zähler aus acht Begegnungen nach.

Defizite erkannte Barbeln in nahezu allen Bereichen: „Die Chemie im Kader stimmte nicht, es gab wenig Struktur. Aber auch sportlich ist bislang wenig zusammengelaufen. Wir machen zu viele individuelle Fehler, bringen den letzten Pass nicht an den Mann, schießen zu wenige Tore und sind nachlässig in der Rückwärtsbewegung.“ Dazu bemängelt er, dass einigen die angespannte tabellarische Situation zu lange nicht bewusst war: „Wir haben uns zu oft auf die Schulter geklopft und auch nach Niederlagen erzählt, dass wir eigentlich gut gespielt haben. Das kann und darf aber nicht unser Anspruch sein.“ Immerhin erkennt der Trainer schon positive Effekte: „Die Stimmung ist viel besser geworden, menschlich passt es wieder. Dazu kommt, dass wir beim Thema Fitness aufgeholt haben.“

Ein Ziel des neuen Trainertrios war es auch, die Winterpause auf einem Nichtabstiegsplatz zu verbringen. Das haben die Scherpenberger verpasst, wurden dabei allerdings auch durch die wetterbedingten Absagen von zwei Heimspielen ausgebremst. Angesichts einer vorherigen Serie von zehn Punkten aus vier Spielen, die von einer knappen 1:2-Niederlage beim Tabellenzweiten SV Sonsbeck beendet wurde, wäre Barbeln fast  mit einem  guten Gefühl in die Pause gegangen. Dann kam zum Abschluss mit dem 2:5 in Kray aber der nächste Nackenschlag: „Da hat man gesehen, dass wir doch noch nicht über den Berg sind“, sah der Trainer viel Arbeit in der Vorbereitung auf sich zukommen.

Diese werden einige Spieler nicht mehr mitmachen. Oktay Bülbül, Fatih Alaz, Ercan Sendag und Daniel Vogel gehören in der Restrunde nicht mehr zum Scherpenberger Kader. „Wir haben viele Einzelgespräche geführt. Es wird jetzt eine konsequentere und härtere Linie geben. Und wer nicht mitzieht, der spielt in der Reserve“, kündigt Timo Barbeln einen verschärften Konkurrenzkampf an. Für diesen sollen auch fünf Neuzugänge sorgen: Christian Blessing (FC Homburg II, rechte Seite), Philipp Undi (Teutonia St. Tönis, Mittelfeld-Allrounder), Kevin Zülsdorf (Teutonia St. Tönis, Angriff), Aristote Tshiani (zuletzt TV Kalkum-Wittlaer, Rechtsverteidiger) und Ludwig Kofo Asenso (TuRa 88 Duisburg, Innenverteidiger). Außerdem kommt Dennis Terwiel vom VfB Speldorf aus der Oberliga. Zum Trainerteam stößt Abdassamad Sallay, der bislang die Reserve gecoacht hat.

„Wir gehen ab dem 10. Januar mit Schwung in die Vorbereitung, wollen an Defiziten arbeiten und Kondition bolzen. Wir brauchen auch mehr Tempo im Spiel“, kündigt Timo Barbeln ein straffes Programm an. Neben dem etablierten 4-2-3-1-System will er auch neue taktische Varianten einstudieren: „Ich möchte gerne mit zwei Stürmern spielen. Dahinter wollen wir flexibel sein.“

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