SV Scherpenberg kann Moerser Hallenstadtpokal zum vierten Mal gewinnen.

Fußball in Moers : SV Scherpenberg steht vor dem vierten Streich

Dafür müsste der angeschlagene Fußball-Landesligist erneut den Moerser Hallenstadtpokal holen.

Er ist Kult. Der Moerser Hallenstadtpokal. Und 37 Jahre lief er nach dem gleichen Muster ab. Doch die 38. Auflage, die am heutigen Samstag und morgigen Sonntag im Enni-Sportpark-Rheinkamp vom VfL Repelen ausgerichtet wird, birgt einige Neuerungen, absegnet vom Kreisfußballausschuss (KFA). Das fängt schon mit dem Spielplan an. Der musste verändert werden, weil mit International Futsal Moers sich ein elfter Verein in der ehemaligen Grafenstadt gegründet hat. So wird nun in drei Gruppen – zwei Vierer- und eine Dreiergruppe – gespielt. Die Vorrundenspiele dazu werden allesamt am heutigen Samstag ausgetragen.

Der erste Streich vom SV Scherpenberg, 2016. Foto: FUNKE Foto Services/Erwin Pottgiesser

Durch die Neuerungen wurde nun auch ein Viertelfinale eingeführt, deren Begegnungen den Spieltag am Sonntag eröffnen. Es schließen sich die beiden Halbfinalpartien sowie das kleine Finale um Platz drei und danach das lange ersehnte Endspiel an. Auf die Platzierungsspiele um die Ränge vier bis elf wird in diesem Jahr verzichtet.

Der Stadtpokal, der seit 37 Jahren die Zuschauer elektrisiert, wird dafür sorgen, dass der Enni-Sportpark-Rheinkamp wohl wieder aus allen Nähten platzt. In den jetzt fast vier Jahrzehnten gab es zahllose spannende Partien, die aufgrund der Lokalderbys auch viele Emotionen hochkochen ließen. Es gab strahlende Sieger, und unglückliche Verlierer. Meist dann, wenn sie im Finale nach einem Neunmeterschießen unterlegen waren. Und davon gab es reichlich in der Geschichte dieses Wettbewerbes.

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Nach dem VfL Repelen – zwischen 1983 und 1985 – gelang dem SV Scherpenberg erst als zweiter Verein ebenfalls ein Hattrick. Den Pott für 2015 und 2016 gewann der heutige Landesligist zweimal in hochspannenden Endspielen gegen den FC Meerfeld. 2016 besiegte er den FC mit 8:7. Bei diesem Endstand vor zwei Jahren hätte man der Meinung sein können, das Ergebnis wäre durch ein Neunmeterschießen zustande gekommen. Aber es kam in der normalen Spielzeit zustande. Den Pokal für 2016 gab es 2017 wirklich erst nach Neunmeterschießen. Meerfeld wurde mit 10:8 geschlagen. Und vor rund zwölf Monaten, Anfang 2018, wurde der SV Schwafheim mit 4:2 besiegten für den Titel 2017 besiegt.

In diesem Jahr wird der Stadtpokal folglich bereits zum zweiten Mal ausgespielt. Doch nun geht es wirklich um die Krone 2018. Da die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel nicht auf ein Wochenende sondern auf den Anfang einer Woche fallen, können die Entscheidungen noch in diesem Jahr gesucht werden. Am 30. Dezember wird somit der „Pott“ an den Sieger für 2018 übergeben.

Die Auslosung, die im April vorgenommen wurde, hat doch sehr unterschiedliche Gruppen zustande gebracht.

So treffen in der Gruppe A mit dem VfL Repelen, FC Meerfeld und SV Schwafheim gleich drei Bezirksligisten aufeinander. Aufgrund der bisherigen Saisonleistungen ist sicherlich der VfL Repelen als Tabellenführer Favorit nicht nur auf den Gruppensieg, sondern insgesamt auch ein ernst zunehmender Titelanwärter. Wobei auch die Meerfelder in der Vergangenheit immer sehr stark in der Halle waren.

„Es wird ja neuerdings nach einigen Futsalregeln gespielt. Der Hallenstadtpokal war aber immer ein besonderes Event und es bleibt abzuwarten, ob das sich auch nach der Regeländerung so fortsetzt“, ist Trainer Thomas Geist vom FC Meerfeld ein wenig skeptisch. Er sagt aber auch: „Ich lasse mich da gerne positiv überraschen. Der Termin ist für uns etwas ungünstig. Einige Spieler sind im Urlaub. Wir werden also nicht aus dem Vollen schöpfen können, aber sicherlich eine gute Mannschaft stellen. Wir freuen uns auf den Hallenstadtpokal, der immer eines der Highlights im Moerser Fußball ist.“

So ähnlich sieht es auch Schwafheims Coach Manfred Wranik, der mit seinem Team als amtierender Vize-Stadtpokalsieger antritt: „Der Hallenstadtpokal ist immer ein besonderer Termin. Jeder spielt dort gerne, aber ich habe einige Spieler, die angeschlagen oder im Urlaub sind. Die, die da sind, haben Bock darauf. Die Jungs sollen einfach Spaß haben, eine gute Platzierung wäre nur Bonus. Nur wegen der Futsalregeln ist die Stimmung bei uns etwas gedämpft. Aber wir nehmen das an.“

Da sich die drei ersten Teams der Vierergruppen für das Viertelfinale qualifizieren, müsste B-Ligist TV Kapellen schon eine Überraschung gelingen, um in die Runde der letzten Acht zu gelangen.

Die Gruppe B ist sehr ausgeglichen besetzt. Dort wird mit Spannung erwartet wie sich International Futsal Moers schlagen wird. Der neue Klub trifft auf die A-Ligisten MSV Moers und TV Asberg sowie B-Ligist Rot-Weiß Moers. Die drei letztgenannten Teams waren auch bei der Veranstaltung im vergangenen Januar zusammen in einer Gruppe. Neben den Meerbeckern dürfte A-Ligist TV Asberg, der sehr oft auch eine gute Rolle in der Halle spielte, die besten Aussichten auf das Viertelfinale haben.

„Auch für uns hat der Hallenstadtpokal immer einen großen Reiz, und es gab eine positiv aggressive Stimmung“, sagt Asbergs Coach Benjamin Reetz, der es ähnlich wie Thomas Geist sieht. „Ich bin gespannt und auch etwas skeptisch, wie das nun mit den Futsalregeln wird. Aber ich lasse mich auch gern eines anderen belehren. Ich sehe den Hallenstadtpokal vor allem als ein Event und freue mich auf jeden Fall darauf. Die Jungs sollen eine gute Zeit und Spaß haben. In unserer Gruppe ist unser Ziel aber auf jeden Fall, weiterzukommen.“ B-Ligist Rot-Weiß Moers, der genau wie der TV Kapellen noch nie den Hallenstadtpokal in die Höhe stemmen durfte, ist auch jetzt wieder nur Außenseiter.

In der Dreiergruppe sind sicherlich die Landesligisten SV Scherpenberg und GSV Moers klare Favoriten auf die ersten beiden Plätze, die den Einzug in die Runde der letzten Acht garantieren werden. Doch C-Ligist SC Rheinkamp spielte schon oft das Zünglein an der Waage. Der seit diesem Jahr dort wieder tätige Coach Karl-Heinz Dezelak war schon vor vielen Jahren mit dem SCR recht erfolgreich in diesem Wettbewerb. Dennoch kann man den Rheinkamper sicherlich nur Außenseiterchancen einräumen. Scherpenbergs Coach Timo Barbeln wird nicht mit seinem Topkader anreisen, sagt aber auch: „Aufgrund unserer Tabellensituation müssen wir schon etwas früher, nämlich in der zweiten Januarwoche mit dem Training anfangen, um gestärkt in die Rückrunde zu gehen. Deshalb werden wir den einen oder anderen von unseren Spielern schonen und auch Spieler aus der zweiten Mannschaft dazunehmen. Wir werden aber trotzdem alles versuchen und daran setzen, den Titel erneut zu verteidigen.“

Der VfL Repelen hat alles glänzend vorbereitet. So ist auch Abteilungsleiter Georg Gaidt, der die Fäden der Organisation in der Hand hält, zufrieden: „Wir haben natürlich reichlich Erfahrung in Ausrichtung solcher Events. Das beweisen wir Jahr für Jahr auch immer beim Tag des Jugendfußballs. Wichtig ist für uns als Ausrichter natürlich, dass alles bestens läuft und vor allem das es sportlich fair zugeht.“ So kann sich Gaidt wieder auf seine eifrige Helferschar verlassen. „Unsere Crew ist eingespielt. Das wird schon alles klappen.“ Sportlich erhofft er sich natürlich auch einen vorderen Platz: „Wenn es gut läuft, könnten wir ganz vorne landen. Aber es sind einige starke Teams dabei. Natürlich wäre es schön, wenn wir nach 22 Jahren mal wieder den „Pott“ holen würden.“ Am Samstag, 13 Uhr, geht es mit dem Auftaktspiel zwischen dem TV Kapellen und SV Schwafheim los. Tag eins wird mit der Knallerpartie des SV Scherpenberg gegen den GSV Moers um 17.46 Uhr abgeschlossen. Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen der K.-o.-Spiele.

Neben den spannenden Spielen auf dem Parkett, geht es aber auch wieder im Foyer und auf der Tribüne des Sportparks hoch her. Gespräche über den bisherige Saisonverlauf stehen meist im Mittelpunkt aller Diskussionen. Denn neben den Trainern, Betreuern, Verantwortlichen und Spieler der zehn beteiligten Moerser Vereine, waren unter den Zuschauern auch immer eine stattliche Anzahl von Trainern aus anderen Städten – eben Kiebitze.

Die Eintrittspreise bleiben stabil. So zahlen Erwachsene drei, Rentner und Jugendliche ab 14 Jahre zwei Euro Eintritt.

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