SV Neukirchen ist einmal mehr der Außenseiter

Handball : SV Neukirchen ist einmal mehr der Außenseiter

Der Handball-Oberligist tritt am Samstag um 19 Uhr beim Meisterschaftsanwärter HG Remscheid an.

Die Spieler müssen sich Mut zusprechen, die Brust breiter aussehen lassen, als sie ist. Die Oberliga-Handballer des SV Neukirchen haben sich mittlerweile schon daran gewöhnt, oft die Außenseiterrolle inne zu haben. Doch dieses Mal ist das Ungleichgewicht wahrscheinlich noch krasser. Die Blau-Gelben reisen als Underdog zur HG Remscheid – ein ganz heißes Eisen im Aufstiegsrennen. Der Anpfiff auf fremden Parkett ertönt am Samstag um 19 Uhr. Mit der Partie endet offiziell die Hinrunde. Aber nicht für den SV Neukirchen. Der muss am Sonntag, 20. Januar, noch das Nachholspiel bei Unitas Haan absolvieren.

Wenn die Remscheider Spieler so kurz vor Weihnachten noch einmal richtig Lust verspüren sich auszutoben, könnte es für den SV Neukirchen ganz übel ausgehen. Der Kader der Hausherren ist gleich mit etlichen Hochkarätern gespickt. Dazu stehen junge, hungrige Talente in der Warteschlange. Das Team um Rückraum-Ass Michael Heimansfeld hat in jeder Hinsicht eine Menge Qualität. Immer wieder werden in der zweiten Reihe Wechsel angezogen, um die Spieler aussichtsreich in Position zu bekommen. Aber es wird auch regelmäßig das Tempo hochgehalten, das Passspiel forciert, um für die abschlussstarken Außen Platz zu schaffen. Das Defensivsystem ist auf eine 5:1-Variante abgestimmt – der Vortrag des Gegenstoßes läuft meistens über die linke Seite.

So klar die HG Remscheid auch favorisiert ist, so groß ist auch der eigene Druck: Der Verein hat bereits sechs Minuspunkte auf dem Konto, unterlag zu Hause den Mitkonkurrenten aus Mettmann und Haan und jüngst sogar in Wuppertal. Remscheid kann sich im Titelrennen keinen weiteren Punktverlust erlauben. Der SV Neukirchen will trotz der eher bescheidenen Ausgangslage versuchen die bestmögliche Leistung abzurufen. Dabei soll ein beherztes Auftreten in der Deckung das Selbstbewusstsein ankurbeln. Die SVN-Spieler haben es schon oft bewiesen, dass, wenn Einsatz und Engagement stimmen, Gegner in Schwierigkeiten geraten können. 

Der SV Neukirchen kann Spiele auf ansprechendem Niveau aber leider nur zu selten über die Ziellinie retten. Es kommt fast regelmäßig der Zeitpunkt in der zweiten Halbzeit, da schwinden bei etlichen Leistungsträgern die Kräfte. Da es kein adäquates Wechselpersonal gibt, ist in der laufenden Saison bereits oftmals die Entscheidung im Schlussabschnitt zu Gunsten der Gegner gefallen. Und genau hier kommt Remscheid wieder ins Spiel. Der Verein hat dieses Problem eben nicht. Die HG kann problemlos durchwechseln ohne Qualitätseinbußen zu befürchten.

Die Gäste müssen auf die verletzten Thomas Pannen und Philipp Theisejans verzichten. „Wir sind ganz klarer Außenseiter. Ziel ist es, insgesamt mehr Stabilität in den zweiten 30 Minuten abzuliefern. Und gerade in Remscheid ist ganz wichtig, dass meine Jungs eine erhöhte Disziplin an den Tag legen“, sagt SVN-Trainer Christian Wetteborn vor der Partie.

(MB)
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