SV Neukirchen – die Gründe für den Abstieg

Handballer erklären Pleiteserie : SV Neukirchen – die Gründe für den Abstieg

„Es lag nicht an der Kondition“, sagt Coach Christian Wetteborn. Ein neuer Anlauf wird genommen.

Ein Abstieg ist immer schmerzlich und schwer zu verdauen: Die Handballer des SV Neukirchen mussten eine schwierige und steinige Saison durchstehen. Seit dem Wochenende hat sich das Kapitel Oberliga nun erledigt. Die Mannschaft um Trainer Christian Wetteborn hatte bereits vor dem letzten Spieltag den langen, intensiven und letztendlich nervenaufreibenden Abstiegskampf verloren. Trotz einer sportlichen Talfahrt mit eindeutig mehr negativen Aspekten als positiven Schlagzeilen gab es dennoch einen Lichtblick: Philipp Peich hat sich mit überragenden 208 Treffern die Torjägerkanone in der Handball-Oberliga gesichert. Der wurfgewaltige Halblinke war die Konstante im SVN-Spiel. Entweder mit seiner ausgeprägten Individualität oder durch eingespielte Konzepte regelmäßig in Szene gesetzt – den gegnerischen Keepern blieb oftmals nichts anderes übrig als den Ball aus dem Tornetz zu fischen. „Ja, es ist schön die Torjägerliste anzuführen, wenn es auch nur eine inoffizielle Auszeichnung ist“, sagt Philipp Peich und fügt hinzu: „Mir wäre es aber eindeutig lieber gewesen, einige Plätze tiefer zu stehen und dafür hätten wir mit der Mannschaft den Klassenerhalt geschafft.“

Aber so ganz ohne Präsent ging es dann doch nicht. Das Rückraum-Ass bekam von seinen Jungs überraschend als Anerkennung und Wertschätzung für die sportlichen Leistung eine kleine Medaille geschenkt. Die folgenden SVN-Torschützen in der Rangliste aller Oberliga-Spieler heißen dann: Andre Behmer 117/65 (10. Platz), Thomas Pannen 86/2 (23.) und Gerit Fietze 52 (68.).

Dabei begann die Saison recht verheißungsvoll. Mit Neu-Trainer Christian Wetteborn kam frischer Wind auf. Der Verein präsentierte sich in der Startphase der Meisterschaft stabil und ergatterte beachtliche 6:2 Punkte. Aber schon in der frühen Phase zogen dunkle Wolken auf. Thomas Pannen, die Persönlichkeit und Leitfigur auf dem Parkett zog sich bei der 23:28-Niederlage in Lobberich eine schwere Knieverletzung zu. Der Spielgestalter fiel über Monate aus und hinterließ eine nie zu schließende Lücke.

„Die schwere Verletzung von Thomas Pannen hat der Mannschaft einen Knick versetzt“, erinnert sich SVN-Trainer Christian Wetteborn. „Andere Spieler waren gezwungen Verantwortung zu übernehmen, was ihnen unglaublich schwer fiel. So kamen beispielsweise mit Milosz Ostroga oder Hanno Tebart zwei Neue. Aber niemand konnte Thomas Pannen auch nur im Ansatz ersetzen.

An den kämpferischen Elementen lag es nie. Die Spieler haben sich gerade in der Deckung oft als eine kampfstarke Einheit präsentiert, sind ihren Gegenspielern aggressiv und engagiert entgegen getreten, haben als Kollektiv überzeugt. In der Offensive aber fehlte es schlichtweg an Qualität in der Breite. Das SVN-Spiel wurde eindeutig zu sehr von dem Duo Pannen/Peich geprägt. Die Mitspieler konnten nur in Phasen helfen oder punktuell überzeugen. Die Mannschaft glaubte an jedem Spieltag an ihre Chance, begann die Partien stets forsch und temporeich. Aber genau so oft ging in Hälfte zwei das Licht aus. Das Team konnte das Niveau nicht halten, wurde müde und leistete sich in den Schlussphasen unnötige technische Fehler oder warf zahlreiche Fahrkarten.

„Meiner Meinung nach, lag es nicht an fehlender Kondition – das ist völliger Blödsinn“, wird SVN-Coach Christian Wetteborn deutlich. „Mir fehlte einfach das Personal, um adäquat zu wechseln.“ Der Verein will wieder angreifen und sich nächste Saison in der Verbandsliga ordentlich verkaufen. Trainer Christian Wetteborn erwartet seine Jungs am 6. Juni zum Auftakttraining.

Der SV Neukirchen richtet sich nun für die Zukunft aus: Der künftige Verbandsligist hat, wie berichtet, derzeit schon vier Neuzugänge verpflichtet. Vom Verbandsligisten HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen kommt Torwart Andreas Dürdoth, vom Ligarivalen HSG Oberhausen Linksaußen Ken Lohmann. Aus der A-Jugend-Regionalliga von der Spielgemeinschaft Homberg/Rheinhausen kommt Kreisläufer Tolis Schoofs und vom Landesligisten TV Schwafheim sucht Rechtsaußen Tobias Vook eine neue Herausforderung.

(MB)
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