Lokalsport: SV Millingen fehlen noch 22 Punkte zur Rettung

Lokalsport: SV Millingen fehlen noch 22 Punkte zur Rettung

Fußball-Kreisliga A: Trainer Markus Hierling steckt mit seinem Team mitten im Abstiegskampf. Er ist zuversichtlich, zumal er nun mehr Alternativen hat. Denn vier neue Akteure sind jetzt spielberechtigt.

Weihnachtsfeiern der Fußballer des SV Millingen stehen nicht unbedingt im Verdacht, lediglich mit heißem Kakao und Keksen gefeiert zu werden. Auch ist nicht anzunehmen, dass die Spieler pünktlich zum "Wort zum Sonntag" wieder auf der heimischen Couch sitzen. Für besinnliche Gedanken ist auf der Feier aber allemal Platz. Und für die war vor drei Wochen der Trainer zuständig. "In anderen Vereinen wäre es mir vielleicht gar nicht mehr möglich gewesen, zu Weihnachten noch zur Mannschaft zu sprechen", berichtet Markus Hierling von seinen Gedanken im Rückblick auf die ersten Wochen seines Engagements in Millingen, in denen sportlich in der Kreisliga A kein Blumentopf zu gewinnen war. Sechs Spiele, sechs Niederlagen - schlimmer kann ein Auftakt an neuer Trainerstelle kaum verlaufen.

Aber, da stand er nun immer noch - und der Stolz in der Stimme war nicht zu überhören. "Der Vorstand hat seriös reagiert und mir weiter das Vertrauen geschenkt. Vor allem aber hat die Mannschaft Charakter bewiesen und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen", sagte Hierling. Keiner habe wegen der vielen Verletzten aufgegeben, als nur acht, neun Spieler aus dem Kader zur Verfügung standen. "Ich habe selten eine Mannschaft mit so viel Persönlichkeit und Teamgeist gesehen."

Der zahlte sich erstmals beim 4:1 gegen den SSV Lüttingen am siebten Spieltag aus. Zwei Wochen später war die Wende perfekt, so dass die Blau-Weißen in den folgenden acht Begegnungen bis zur Winterpause nur noch einmal - und das mit dem entscheidenden Gegentor in letzter Minute bei Viktoria Alpen überaus unglücklich - den Platz als Verlierer verlassen mussten. In der Tabelle ging es vom letzten Rang hinauf auf den Relegationsplatz, den der SVM in seinen drei noch ausstehenden Nachholspielen sogar noch an Borussia Veen abgeben könnte. "Es wird trotzdem ein langer Weg bis zum Klassenerhalt werden. Ich rechne damit, dass wir noch 22 Punkte holen müssen. Es wird ein Abnutzungskampf zwischen fünf, sechs Mannschaften werden, die alle bis zum Ende der Saison Kopf an Kopf stehen werden", sagt der Coach, der sein Team für den entscheidenden Part der Meisterschaft gut aufgestellt weiß.

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"Wenn nichts Gravierendes mehr passiert, sollten wir das Verletzungspech aufgebraucht haben", sagt Hierling. Beim ersten Training des Jahres in dieser Woche wurde es, gemessen an den Millinger Verhältnissen der vergangenen Monate, fast schon zu eng auf dem Platz. Hierling durfte 18 Feldspieler begrüßen - so viel Luxus war dem Trainer bislang noch nicht vergönnt gewesen. Selbst der lange Zeit wegen eines Innenbandrisses ausgefallene Sven Hilgert tummelte sich wieder auf dem Rasen. Zudem sind die vier neuen Akteure des SVM nun spielberechtigt. Nach den mit 36 und 38 Jahren schon im gesetzten Fußballalter spielenden und reaktivierten Sebastian Kittelmann und Arkadiusz Schürmann setzt Markus Hierling auch auf die beiden 20-jährigen Mittelfeldspieler Alberto Espejo und Dino Nadarevic.

Espejos erster Einsatz im Team scheiterte vor der Winterpause nur an den damaligen Spielausfällen. Der gebürtige Spanier wird seiner Premiere im Millinger Dress entgegenfiebern. In seinen bisherigen zehn A-Liga-Einsätzen für den MSV Moers II und Alemannia Kamp musste das Talent immer als Verlierer vom Platz gehen. Da kann sich Hierling einer großen Portion Ehrgeiz bei seinem neuen Schützling sicher sein. Dino Nadarevic, in Kamp mit Alberto Espejo noch gemeinsam am Ball und anschließend zum SV Orsoy gewechselt, stößt jetzt vom TuS 08 Rheinberg zum Team. Er feierte bereits am Sonntag bei den Hallen-Meisterschaften sein Debüt und trat dabei als Torschütze auf.

(RP)