Fußball: Scholz muss bei Fichte Lintfort gehen

Fußball : Scholz muss bei Fichte Lintfort gehen

Nach der nächsten Pleite daheim gegen Odenkirchen sah sich der Fußball-Landesligist zum Handeln gezwungen. Der ehemalige Erfolgscoach Dietmar Heydrich soll dem Schlusslicht nach acht Spielen ohne Sieg neues Leben einhauchen.

Der Vorstand des Fußball-Landesligisten Fichte Lintfort zieht die Reißleine. Nach acht Spielen ohne Sieg und einer neuerlichen Niederlage mit fünf Gegentoren (1:5 gegen Odenkirchen) wurde Trainer Hartmut Scholz gestern seines Amtes enthoben. "Wir danken ihm für seine gute Arbeit, denn er hat die Mannschaft souverän in die Landesliga geführt. Allerdings sehen wir aktuell das Problem, dass sich dieses Team nicht mehr als eine Einheit präsentiert", sagte Fichte-Vorsitzender Gerd Wahle. Nachfolger von Scholz ist ein guter, alter Bekannter: Dietmar Heydrich.

Foto: Wensierski, Siegfried (siwe)

"Wer uns kennt, der weiß, dass uns ein solcher Schritt nicht leicht fällt. Aber so kann es nicht weitergehen. Es handelt sich bei uns auch nicht um ein klassisches Trainerproblem. Etliche unserer Spieler haben möglicherweise kein Landesliga-Format. Vor allem aber haben wir in den vergangenen Jahren von einem gewissen Zusammenhalt in der Fichte-Familie gelebt, der uns jetzt verloren gegangen erscheint", erklärte Wahle weiter. Der neue Coach ist als aktueller zweiter Vorsitzende ist ein absoluter Kenner der Strukturen im Verein, außerdem hat er die erste Mannschaft schon zweimal in die Landesliga geführt.

"Ich weiß, dass das kein einfaches Unterfangen ist, aber wir müssen als Erstes zusehen, dass wir die Bude hinten dicht bekommen. Da habe ich auch bereits ein paar Ideen, die kurzfristig umsetzbar sind. Schon am Sonntag gegen Rheydt wird das hoffentlich zu sehen sein", so Heydrich, der sich in Walter Verkooyen einen Vertrauten als Assistenten ins Boot holt. Schon früher waren die beiden ein eingespieltes Duo — auf dem Platz und auf der Trainerbank. Der "neue" Coach weiß, dass die überwiegend vom sportlichen Leiter Albert Mehmeti verantwortlich zusammengestellte Truppe nicht von heute auf morgen Bäume ausreißen wird, aber, so Heydrich: "Ein paar Prozent mehr wollen wir aus ihr schon herauskitzeln.

Dazu gibt es eine klare interne Kommunikation auch mit der zweiten und dritten Mannschaft." Auch sollen Änderungen bei den Zuständigkeiten im Abteilungsvorstand dazu beitragen, die Landesligazugehörigkeit mit allen sinnvollen Mitteln zu gewährleisten. "Wir haben hier in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um unsere Platzanlage mit der tollen Unterstützung der Stadt in Ordnung zu bringen und die Mannschaft sportlich wieder dahin zu bringen, wo sie heute steht. Das Erreichte werden wir verteidigen, und dazu sind Entscheidungen wie diese erforderlich", erklärte Wahle.

Der geschasste Scholz wirkte gestern auf RP-Nachfrage gefasst: "Die Mechanismen sind von der Kreisliga C bis hin zur Champions League oft dieselben." Allerdings hatte er schon damit gerechnet, noch mehr Zeit zu haben, um das Team wieder in die Spur zu bringen. Schließlich habe Fichte, abgesehen von großen Personalproblemen, ein schweres Auftaktprogramm gehabt. Jetzt kämen die Spiele gegen die Gegner, die in der Tabelle noch in Reichweite seien. "Aber vielleicht glaubt der Verein, dass der neue Trainer in diesen wichtigen Spielen schon mehr bewirken kann. Ich wünsche ihm dabei auf jeden Fall viel Glück."

(RP)
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