Scherpenberg steckt weiter in der Krise

Fußball-Landesliga : Scherpenberg steckt weiter in der Krise

Auch der Trainerwechsel hat bislang nicht die Wende gebracht. In der Winterpause soll ein neuer Chefcoach her. Und ein Platzwechsel auf Asberger Kunstrasen ist im Gespräch.

Vom Titelaspiranten zum Abstiegskandidaten: Die Verantwortlichen einiger Klubs in der Fußball-Landesliga verfolgen verwundert den unerwarteten Sinkflug, der Ligakonkurrent SV Scherpenberg bis auf Rang 13 gezogen hat. Nach der Trennung von Cheftrainer Abdassamad Sallay, seinem Assistenten Christian Schütz und Kapitän Bora Karadag lässt die sportliche Wende auf sich warten. Nach zwei Punkteteilungen setzte es zum Hinrundenabschluss ein 0:5-Debakel bei den VSF Amern. Sechs Punkte trennt das Team noch vom ersten Abstiegsplatz.

„Es geht für uns nur um den Klassenerhalt, alles andere ist unrealistisch“, betont Kay Bartkowiak, der Sportliche Leiter, der bis zur Winterpause das Team gemeinsam mit Deniz Günes, bisher Torwarttrainer, und Fitnesscoach Michael Balke lenkt. Acht Jahre hat Bartkowiak das Team trainiert, 2017 den Aufstieg in die Landesliga gefeiert. Dann trat der 44-Jährige, der beruflich als Chefeinkäufer des Augsburger Großkonzerns Walter Bau unterwegs ist, aus zeitlichen Gründen kürzer.

Kay Bartkowiak, der Sportliche Leiter des SV Scherpenberg. Foto: Siegfried Wensierski

An der Linie mag Bartkowiak auch künftig nicht stehen: „In der Winterpause gibt es einen neuen Cheftrainer, wir haben schon einige Anfragen.“ Auch die eine oder andere Verstärkung scheint in der Planung zu sein. Bartkowiak ist weiter vom Kader überzeugt: „Wir haben genügend Qualität, um in der Landesliga zu bleiben. Das muss in die Köpfe der Spieler rein.“ Hier lag dem Vernehmen nach das Schlüsselproblem, mit dem sich der neue Trainer sicher wird auseinandersetzen müssen. Die Scherpenberger Truppe ist gespalten. Eine Gruppe aus jenen Spielern, die in den vergangenen Jahre etabliert waren, soll intern für schlechte Stimmung gesorgt haben.

Ex-Regionalliga-Spieler Bora Karadag (ehemals RW Essen), der sich mit den beurlaubten Trainern solidarisch zeigte, ebenfalls ging und für die Rückrunde bereits mehrere Angebot anderer Vereine vorliegen hat, erklärte kürzlich in einem Interview mit RevierSport: „Zwei Spieler, die lange verletzt waren und vorher immer zu den Leistungsträgern im Klub gehört hatten, sorgten für eine echt miese Stimmung. Das sind die faulen Äpfel. Wenn sie bleiben, dann wird es auch ein neuer Trainer alles andere als einfach haben.“

Die Kapitänsbinde trägt beim SV Scherpenberg nach Karadags Abgang derzeit Mittelfeldspieler Dennis Terwiel, sein Stellvertreter ist Abwehrrecke Nico Frömmgen. „In einer Mannschaft gibt es immer verschiedene Charaktere, die es nicht miteinander können. Das ist oft nicht zu vermeiden“, sagt Sportleiter Bartkowiak. Betont gelassen übrigens. Die Begründung liefert er auch: „Wenn wir es nicht schaffen, die Klasse zu halten, wäre das auch kein Weltuntergang. Schließlich sind wir angesichts unserer schwachen Infrastruktur auf einem guten sportlichen Level unterwegs.“

An der Infrastruktur könnte sich demnächst etwas verändern. Es ist im Gespräch, Heimspiele künftig auf der renovierten Anlage des TV Asberg auszutragen. Kunstrasen statt holprige Asche, die gemeinhin als schlechtestes Geläuf der Landesliga gilt. Noch hinter dem Acker der SV Hönnepel-Niedermörmter in Kalkar. „Praktikabel wäre ein Wechsel auf die Asberger Anlage sicher – wenn wir unsere eigene Anlage im Gegenzug nicht aufgeben müssen und dort weiter Trainingsbetrieb und Jugendarbeit machen können“, sagt Bartkowiak zum intern durchaus umstrittenen Thema.

Doch das ist Zukunftsmusik. Erst einmal geht es um den Klassenerhalt. Dass in Scherpenberg der Geldfluss versiegen könnte, wie manch ein Konkurrent bereits mutmaßt, verweist Bartkowiak übrigens ins Reich der Fabel: „Wir planen, in der Landesliga zu bleiben.“