Sascha Hubbert will zum Ironman auf Hawaii

Triathlon am Niederrhein : Hubbert will zum Ironman auf Hawaii

Der 28-jährige Triathlet will sich auf Lanzarote für das berühmteste Rennen der Welt qualifizieren.

Das Jahr 2019 soll ein Höhepunkt im sportlichen Leben von Sascha Hubbert werden. Der 28-jährige Triathlet aus Rheinberg hat sich in seinem Kalender den 12. Oktober markiert. Dann steigt auf Hawaii der älteste Triathlon der Welt. 1978 aus der Taufe gehoben, gilt das Rennen im Pazifik über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren plus einem Marathon über 42,195 Kilometer als eine der größten Herausforderungen im Weltsport.

Siegessprint an der Bushaltestelle: In Alsdorf war Sascha Hubbert nicht zu bremsen. Foto: Ingo Stichler/TRI Pix

„Meine Chancen stehen nicht schlecht, dort zu starten“, sagt Sascha Hubbert. Was forsch klingt, ist vielleicht eher realistisch. Hubbert hat schließlich frisch gebackener Deutscher Meister im Duathlon über zehn Kilometer Laufen, 60 Kilometer Radfahren und noch einmal zehn Kilometer Laufen. In Alsdorf trotzte er widrigen Wetterbedingungen nur knapp über null Grad Celsius und fiesem Schneeregen. „Eiskälte Hände und Füße beim Radrennen waren nicht angenehm“, hebt Hubbert hervor.

Am Ende waren nur der Niederländer Dan de Groot und der Belgier Jan Petralia eher im Ziel als Hubbert. Der ausgebildete Chemie-Techniker, der bei der Firma Byk in Wesel als Chemikant im Schichtdienst arbeitet, konnte das locker verschmerzen.

Nach dem deutschen Meistertitel soll nun das ganz große Ziel realisiert werden. Einem Hawaii-Start steht lediglich die Qualifikation im Weg. Am 25. Mai nimmt Hubbert den Ironman auf Lanzarote in Angriff. Der gilt aufgrund seiner vielen Höhenmeter auf der Radstrecke sowie meist kraftraubender Winde als einer der härtesten des Planeten.

Hubbert muss auf der Kanarischen Insel in seiner Altersklasse (M25 bis M30) mindestens als Zweiter durchs Ziel laufen: „Nur die beiden besten Athleten meiner Klasse dürfen nach Hawaii. Ich denke, dass ist für mich zu schaffen.“ Für Sascha Hubbert wird es der dritte Ironman über die Langdistanz der Karriere – nach Almere/Amsterdam, wo er 2017 den Europameistertitel gewann, und nach dem Rennen in Hamburg.

Rund 20 Stunden pro Woche investiert Hubbert ins Training. Meist werden die Sportarten gekoppelt, um die Belastungssituation eines Wettkampfs simulieren zu können. Vor allem das Schwimmtraining steht derzeit im Vordergrund. Aktuell noch im Hallenbecken, demnächst wohl mit Neoprenanzug im Weseler Auesee, wo Hubbert ganz in der Nähe wohnt.

„Ich komme ursprünglich aus dem Mountainbiken. Das Joggen kam parallel dazu. Im Schwimmen bin ich dafür nicht so gut wie die Spitzenleute, daran muss ich arbeiten“, betont Hubbert. Das große Ziel Hawaii ist natürlich auch mit finanziellen Belastungen verbunden. Das Rennen auf Lanzarote zieht einen Flug und fünf Übernachtungen nach sich, um sich zu akklimatisieren. Dazu ist das Startgeld über 600 Euro auch nicht zu verachten.

Sascha Hubbert spielt mit dem Gedanken, sich Anfang des nächsten Jahres eine Triathlon-Profilizenz zuzulegen. Unter bestimmten Auflagen und über gute Leistungen winken dann bei den Rennen auch Antrittsgelder. „Der Trainingsaufwand wäre für mich vermutlich der gleiche wie bisher. Und meinem Arbeitgeber ginge ich dadurch auch nicht verloren.“

Vermutlich im nächsten Jahr aber dem Triathlon Team Rheinberg. Geplant ist, dass sich Sascha Hubbert der Triathlonabteilung des Weseler TV anschließt. Er wohnt und trainiert schließlich auch in Wesel. Gut möglich, dass sich der WTV dann Anfang 2020 auf einen Hawaii-Starter in seinen Reihen freuen darf.

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