Fußball: Rheinhausen überrascht gegen den GSV

Fußball : Rheinhausen überrascht gegen den GSV

Der Bezirksliga-Absteiger VfL Rheinhausen düpiert im Kreispokalfinale den Landesligisten aus der Grafenstadt.

Es war Spannung geboten beim Kurt-Blömer-Kreispokal-Endspiel, das der Außenseiter VfL Rheinhausen im Elfmeterschießen gegen den Landesligisten GSV Moers überraschend, aber verdient mit 6:4 (2:2 n. V.) gewann.

Die erste Hälfte verlief ausgeglichen – mit optischem Übergewicht für den GSV, der im Sturm auf Admir Begic und Simon Poredda verzichten musste. Die Torchancen aber besaß der VfL. Hinten dicht, und vorn die Nadelstiche setzen – das war die Marschrichtung der Duisburger. Einen dieser Chancen hätte der Rheinhauser Thomas Hoffmann nutzen müssen. In der 40. Spielminute stürmte er völlig frei auf GSV-Keeper Thomas Krützberg zu, vergab aber kläglich.

GSV-Coach Werner Wildhagen konnte mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden sein, brachte in Hälfte zwei mit Michael Schuster, kurz zuvor erst von einer Paris-Reise zurückgekehrt, und Astrit Krasniqi frische Kräfte. Und tatsächlich: Der GSV spielte plötzlich dominant und drückte den VfL in die eigene Hälfte.

Die erste gelungene Aktion initiierte dann auch Schuster. Im Mittelfeld ließ der Verteidiger zunächst drei Spieler stehen und leitete mit einem Pass auf die linke Seite den Angriff ein. Nur wenige Sekunden später bot er sich völlig frei stehend am langen Pfosten an. Die maßgeschneiderte Flanke verarbeitete er zur umjubelten Führung (65.). Im Anschluss warf der VfL alles nach vorn. In der Liga steht der Bezirksligist bereits als Absteiger fest. Das Pokalspiel, so VfL-Trainer Hoppe, sollte allen beweisen, dass sein Team zu mehr fähig ist. Und so wurde der GSV-Keeper tatsächlich mächtig warm geschossen. Jan Stuberscheiterte bei einer Doppelchance gleich zweimal an Krützberg. Kurz darauf trudelte der Ball nach einem Missverständnis zwischen Krützberg und Schuster nur knapp am Pfosten vorbei. Die vierte Chance binnen weniger Minuten brachte dann aber den verdienten Ausgleich durch Lars Hinsdorf (83).

Dann überschlugen sich die Ereignisse: Ein Fernschuss des VfL streifte den Moerser Querbalken (86.) – Abdelaziz Zenzoul traf auf der anderen Seite nur den Pfosten (87.).

In der Verlängerung war der VfL zunächst tonangebend und traf durch Jan Gehrlich zur Führung (93.). Die Grafschafter agierten im Anschluss zu hektisch, hätten sogar zwei weitere Gegentreffer kassieren können. Doch es kam anders: Nach einem geglückten Angriff der Moerser staubte Zenzoul im Getümmel des Strafraums ab und brachte sein Team wieder ins Spiel (105.). Die letzten 15 Minuten mussten beide Torhüter noch jeweils zwei Mal parieren.

Im Elfmeterschießen hatte schließlich der VfL das Glück auf seiner Seite. Während alle Rheinhauser sicher verwandelten, scheiterten Raffael Rölke und Krasniqi. "Wir haben heute verdient verloren" sagte Wildhagen. "Wichtig ist, dass wir uns für den Niederrheinpokal im kommenden Jahr qualifiziert haben." Mit der Niederlage gegen Rheinhausen könne er leben.

(kt)
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