Lokalsport: Rechenaufgabe für den SV Neukirchen

Lokalsport : Rechenaufgabe für den SV Neukirchen

Der Handball-Oberligist empfängt am Samstag um 18 Uhr, das Tabellenschlusslicht TuS Lintorf im Abstiegskampf. Noch ist alles möglich.

Noch zwei Spieltage, dann herrscht endgültige Klarheit. Für die Handballer des SV Neukirchen heißt es in der Oberliga daher zwingend die Konzentration im Abstiegskampf hochzuhalten. Die Mannschaft hat allerdings in den vergangenen Wochen mehrfach bewiesen, dass sie absolut gewillt ist, die Saison zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Aber noch ist alles möglich - feiern oder jammern. Der SV Neukirchen lädt am kommenden Samstag zu einem weiteren, richtungweisenden Kellerduell ein. Das Tabellenschlusslicht TuS Lintorf gastiert dann in der Sporthalle des Julius-Stursberg-Gymnasiums. Der Anwurf erfolgt um 18 Uhr.

Aber es gibt für den Klassenerhalt noch einige Punkte zu beachten: Richtig ist: Holen die SVN-Spieler gegen Lintorf nur einen Zähler, so kann der Verein nicht mehr auf einen der beiden feststehenden Abstiegsränge abrutschen. In der aktuellen Tabelle steht auf dem 11. Platz: TSV Aufderhöhe mit 16:32 Punkte; 12. SV Neukirchen 16:32; 13. HSG Wesel 13:35; 14. TuS Lintorf 12:36. Der SVN wäre aufgrund des besseren direkten Vergleiches zu Wesel durch. Eine Niederlage - und die Entscheidung wäre vertagt.

Doch damit nicht genug. Der Abstieg aus der Oberliga-Niederrhein könnte sich im schlimmsten Fall um einen weiteren Platz erhöhen. Und genau hier kommt die Regionalliga-Nordrhein ins Spiel. Alles hängt davon ab, welche Vereine in welche Oberliga-Gruppe absteigen würden - in die Gruppe Niederrhein oder die des Mittelrheins. Damit könnte der SV Neukirchen wieder mitten in der Verlosung stecken. Ausgenommen, der Verein holt sich in der Endabrechnung noch den ganz sicheren viertletzten Platz.

So sieht die Lage in der Regionalliga zwei Spieltage vor dem Saisonende aus: Es wird drei Absteiger geben. Die Tabelle: 12. Platz. HSG Neuss/Düsseldorf II 19:32 Punkte; 13. TV Rheinbach 18:34; 14. Bergischer HC II 16:36; 15. TV Weiden 4:48. Weiden steht bereits als Absteiger in die Oberliga Mittelrhein fest. Dorthin würde auch Rheinbach einsortiert. Die Teams Neuss/Düsseldorf II und Bergischer HC II kämen aber zum Niederrhein. Aus hiesiger Sicht hieße das: Steigen Neuss II und Bergischer HC II gemeinsam aus der Regionalliga ab, gäbe es einen zusätzlichen, dritten Absteiger aus der Oberliga-Niederrhein. Steigt nur einer der beiden möglichen Kandidaten ab, bleibt es in der Oberliga Niederrhein bei den beiden Regelabsteigern.

Aber vor den ganzen Rechenspielchen steht erst einmal die wichtige Partie gegen Lintorf auf dem Programm. "Es ist für uns ein weiteres Finale und es zählen nur die beiden Punkte", betont SVN-Trainer Torsten Klottig. "Wir haben zuletzt gute, stabile Leistungen abgerufen, mit Ausnahme der schwachen Schlussphase in Wesel. Meine Jungs haben sich in den letzten Wochen sichtlich weiterentwickelt, treffen vor allem im Angriff derzeit richtig gute Entscheidungen."

Zwar kommt mit dem TuS Lintorf das vermeintlich schwächste Team der Liga, doch der Schein trügt derzeit gewaltig. Die Gäste haben nach zuletzt tollen kämpferischen Auftritten Charakter im Abstiegskampf bewiesen und nach drei Siegen in Folge - Wesel, Aufderhöhe und Wuppertal - wieder Blut geleckt.

Der Verein ist absolut in der Lage, dem SV Neukirchen in die Suppe zu spucken, kann die Blau-Gelben unter Umständen in der Tabelle sogar noch abfangen, muss dazu allerdings nach der 23:28-Hinspielniederlage erst einmal mit mindesten sechs Toren Unterschied am Samstag gewinnen.

"Wir sollten unseren eigenen Stärken vertrauen", fordert daher Torsten Klottig. "Insbesondere in der Deckung, egal mit welcher Ausrichtung, sind wir jüngst die Gegner aktiv angegangen, haben Räume geschickt verdichtet und konnten uns auf unsere Torhüter verlassen. Meine Mannschaft sollte in diesem Spiel selbstbewusst auftreten."

(MB)
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