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Ohne Pannen bleibt Neukirchen blaß

Handball-Verbandsliga : Ohne Pannen bleibt Neukirchen blaß

Der SVN musste im Verbandsliga-Lokalduell gegen die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen früh auf den Spielmacher verzichten. Die Leistung war bei der 23:32-Pleite indiskutabel.

Lokalduelle nehmen selten so einen einseitigen Verlauf: Spannung, Dramatik oder gar Leidenschaft spielten diesmal beim Aufeinandertreffen des gastgebenden SV Neukirchen und seinen Rivalen HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen untergeordnete Rollen. Schnell war klar: Handball-Verbandsligist SV Neukirchen verfügt nicht über die Mittel und Wege, um die Gäste auch nur ansatzweise in Schwierigkeiten zu bringen. Die Blau-Gelben unterlagen nach einer indiskutablen Vorstellung mit 23:32 (10:15).

Die Partie war gerade einmal zwei Minuten alt, als die Hausherren eine ganz bittere Hiobsbotschaft hinnehmen mussten: Spielmacher Thomas Pannen verdrehte sich bei einer Angriffssituation ohne gegnerische Einwirkung das Knie. Ein Weiterspielen war unmöglich – aller Voraussicht nach sind aber Bänder zu Schaden bekommen. Die Diagnose steht allerdings noch aus.

Mirko Szymanowicz spielte bei den Gästen stark auf. Er war mit zwölf Toren auch bester Schütze. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Im SVN-Lager hinterließ die Verletzung große Wirkung. Die Mannschaft hatte sichtlich Probleme, sich zu orientieren, kam vor allem nicht mit der doppelten Manndeckung gegen Gerit Fietze und Philipp Peich zurecht. Den SVN-Spielern fehlte ein Plan, aber auch die Qualität, um sich gegen die aggressiv ausgerichtete HSG-Abwehr zu behaupten. Neukirchen rannte sich oft fest, hatte einige Lichtblicke basierend auf individuelle Fähigkeiten. Diese Einstellung reichte aber aus, um in der Anfangsphase dran zu bleiben (4:6/13.). Dann zog der Gast in der zweiten Hälfte des ersten Durchgang die Zügel an. Die Deckung, in Verbindung mit dem guten Torwart Sebastian Brysch, stand. In der Offensive kam nun deutlich mehr Rhythmus hinzu.

Neukirchen kämpfte zwar aufopferungsvoll, hatte aber große Mühen, seine Räume dicht zu bekommen. HSG-Kreisläufer Pascal Wolfhagen trumpfte in dieser Phase auf und warf etliche schöne Tore. Die Hausherren mussten fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Dennis Kühn verletzte sich in einem Zweikampf mit Pascal Wolfhagen am Knie, war fortan zum Zuschauen verdammt.

Die HSG Vennikel hatte in den zweiten 30 Minuten stets den Daumen drauf. Der Gast besaß die reifere Spielanlage, die nötige Einstellung und vor allem das bessere Personal. Die HSG-Spieler genossen sichtlich das „Schaulaufen“ in fremder Halle. Das Lokalduell nahm einen zu einseitigen Verlauf (11:18, 14:22, 20:30).

Der SVN war mit diesen Umständen schlichtweg überfordert. Was jedoch stört, ist: Wenn schon die spieltaktischen Mittel nicht reichen, so sollte die Mannschaft zumindest in kämpferischer Hinsicht „brennen“. Bei den SVN-Spielern sprang nie der Funke über. Vieles wirkte uninspiriert, ohne Körpersprache oder Biss – zur Verwunderung der SVN-Anhänger.

„Ich bin natürlich enttäuscht“, so ein sichtlich mitgenommener SVN-Trainer Christian Wetteborn nach Spielschluss. „Uns fehlt einfach die Kaderbreite, um die beiden Ausfälle zu kompensieren. Die kämpferische Einstellung war in Ordnung – spielerisch fehlte eine ganze Menge.“

Ganz anders war die Stimmungslage im gegnerischen Lager. HSG-Trainer Helmut Menzel strahlte breit über das gesamte Gesicht. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben den Gegner beherrscht und die richtigen Maßnahmen getätigt. Wir hätten sogar noch höher gewinnen können.“