Sportpolitik: Nutzungsentgelte: SSV findet Kompromiss

Sportpolitik: Nutzungsentgelte: SSV findet Kompromiss

Bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes Moers haben sich die Vereine auf ein Konzept geeinigt, wie sie den von der Politik verlangten Beitrag zur Haushaltsanierung aufbringen wollen.

Das alles beherrschende Thema bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportverbandes Moers am Dienstagabend waren die Hallennutzungsgebühren, auf die sich die Politik im Rahmen des Haushaltssanierungsplanes verständigt hatte. Nach einer Kontroversen Diskussion stimmten die anwesenden Delegierten mit großer Mehrheit für ein Konzept, das der SSV-Vorstand zusammen mit der Stadtverwaltung erarbeitet hat. Danach sollen die Vereine künftig für jedes erwachsene Mitglied eine jährliche Pauschale aufbringen.

Die Höhe der Pauschale errechnet sich aus dem von der Politik vom Sport eingeforderten jährlichen Beitrag zur Haushaltssanierung und der Anzahl der Sportler über 18 Jahre. Veranschlagt sind für 2013 25 000 Euro, für 2014 50 000 Euro und ab 2015 75 000 Euro pro Jahr. Auf der Grundlage von aktuell rund 11 900 erwachsenen Vereinssportlern hat Frank Fünders vom Fachdienst Sport der Stadt Moers errechnet, dass pro Kopf im Jahr zunächst 2,10 Euro (2013), dann 4,20 Euro (2014) und in den Folgejahren 6,30 Euro fällig würden. Der sich daraus ergebende Gesamtbetrag soll beim jeweiligen Verein mit der Sportförderung verrechnet werden – in dem Modell wurde berücksichtigt, dass die Abgabe niemals höher sein darf als die Sportförderung.

  • Emily Klockhaus (rechts) im Viertelfinale gegen
    Billard : Brendow-Cup ist Gewinn für die Region

Um die Belastung auf möglichst viele Schultern zu verteilen und den enormen Verwaltungsaufwand zu vermeiden, die rund 64 000 Stunden Hallennutzung in Moers trennscharf zwischen Erwachsenen und Jugendlichen aufzuteilen, rückt das Konzept inhaltlich von der Hallennutzungsgebühr ab und fordert eine Sportförderungs-/Infrastrukturabgabe ein. Das heißt, es werden auch Vereine zur Kasse gebeten, die keine Hallen nutzen, aber Sportförderung erhalten. "Es kann doch nicht sein, dass wir im Gegensatz zu Hallensportlern unsere Anlagen selbst pflegen und dafür auch noch bestraft werden", warf der Vertreter eines Tennisvereins ein. SSV-Vorsitzender Christoph Fleischhauer konnte die Kritik nachvollziehen und gestand ein, dass es noch viele weitere berechtigte Einwände gäbe, aber: "Unser Vorschlag ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber nach jetzigem Stand das kleinste Übel." Zumal die Variante, die Hallennutzungszeiten genau zu erfassen, zur Folge hätte, dass in der Verwaltung zusätzliche Personalkosten in Höhe von rund 25 000 Euro anfallen würden, die die Vereine auch noch bezahlen müssten.

So kam es zu der Einigung, dass SSV und Verwaltung den politischen Gremien den Vorschlag der Sportförderungs-/Infrastrukturabgabe zur Verabschiedung vorlegen. Allerdings mit der Einschränkung, dass die Abgabe nicht das Einfallstor für weitere Kosten sein dürfe und dass jährlich überprüft werden solle, ob eine Reduzierung der Gesamtsumme möglich ist. SSV-Vorsitzender Christoph Fleischhauer war erleichtert über die Einigung: "Schließlich hat die Politik dafür gesorgt, dass wir Moers in Sachen Sportstätten sehr aufgestellt ist. Vor kurzem stand die Eishalle vor dem Aus, jetzt wird auch die saniert."

(RP)