Volleyball: Noch Sand im Moerser Getriebe

Volleyball : Noch Sand im Moerser Getriebe

Der erwartete 3:0-Auswärtssieg des Moerser SC beim Westrivalen RWE Volleys Bottrop gerät zur zähen Angelegenheit.

Die Gastgeber überzeugen kämpferisch und lassen sich nie von den Adlern abschütteln. Marvin Prolingheuer ersetzt den verletzten Michael Olieman ausgezeichnet.

Ohne seinen mit einer schmerzhaften Bauchmuskelzerrung zwangsweise pausierenden Hauptangreifer Michael Olieman überstand der Volleyball-Bundesligist Moerser SC sein Auswärtsspiel beim Tabellenschlusslicht RWE Volleys Bottrop schadlos mit einem erwarteten 3:0 (25:22, 25:21, 25:23)-Sieg. Der Gegner erwies sich als hartnäckig und kampfstark, nötigte den favorisierten Adlern auch zunehmend Respekt ab, musste sich aber schließlich dem Druck der Grafenstädter vor allem in den Schlussphasen der drei Sätze beugen.

"Ein komisches Tempo gespielt"

Für Olieman durfte Marvin Prolingheuer ran, der eine starke Vorstellung ablieferte und am Ende zu Recht von Dr. Igor Prielozny, dem Trainer der Bottroper, zum wertvollsten Akteur des MSC ausgewählt wurde. "Marvin, Tobias Neumann, Steve Keir und Tim Broshog haben heute sehr gut gespielt. Das war kein leichtes Ding für uns, weil die Bottroper ein komisches Tempo spielen. Damit klar zu kommen ist nicht ganz einfach gewesen", sagte Chang Cheng Liu, der Coach der Adler.

Die Hallenbesitzer kämpften — unterstützt von rund 250 Zuschauern in der Dieter-Renz-Sporthalle — unermüdlich. Auch rund 50 Fans aus Moers und Mülheim hatten sich auf den Weg zum Westderby gemacht und feuerten die Adler an. Sie alle bekamen ein rassiges Spiel — nicht unbedingt auf höchstem Niveau — zu sehen, aber durchaus attraktiv angesichts der Konstellation, dass sich Prieloznys Mannschaft nie ernsthaft abschütteln ließ. Im Gegenteil: Phasenweise mussten die Moerser einem Drei-Punkte-Rückstand hinterher laufen. Der ehemalige Bundestrainer sprach seinen Akteuren sogar das Lob aus, dass sie unter seiner Regie ihr bisher bestes Spiel gezeigt hätten. Zudem sagte der Bottroper Übungsleiter: "Glückwunsch an Moers, die meiner Meinung nach mindestens den Sprung ins Halbfinale der Play-Offs schaffen werden, mit ein bisschen Glück vielleicht auch noch mehr."

Vorschuss-Lorbeeren, die der Chinese auch gern zurück gab: "Ein Lob an die Bottroper, die heute eine sehr gute Leistung abgerufen und uns damit das Leben schwer gemacht haben. Besonders die Annahme der RWE Volleys war stark. Wichtig war der Sieg für uns. Das Mindestziel für uns ist das Halbfinale der Play-Offs. Vielleicht gelingt uns in dieser Saison sogar der Sprung ins Finale."

Doch darüber sollten die Adler besser noch gar nicht fantasieren, denn es gab gestern auch Sand im MSC-Getriebe. Renzo Verschuren, Dirk-Jan van Gendt, Óscar Rodriguez und Ewoud Gommans wurden nach und nach vom Coach aus der Partie genommen — wohl auch, weil er wie angekündigt allen gesunden Spielern seine Einsatzzeiten geben wollte. Immerhin steht den Moersern am Mittwoch der lange Trip zum Tabellenzweiten und amtierenden Deutschen Meister nach Friedrichshafen bevor.

(RP)
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