Fußball: Noch mal einen Titel mit dem FCR holen

Fußball : Noch mal einen Titel mit dem FCR holen

Für den FCR Duisburg und seine Rheurdter Kapitänin Jennifer Oster steht der Start in der Frauenfußball-Bundesliga kurz bevor. Unter die unschönen Ereignisse der vergangenen Spielzeit hat die 27-Jährige einen Schlussstrich gezogen.

Jennifer Oster, in Moers geboren und in Rheurdt-Neufeld wohnhaft, hat einen Traum. Den, noch einmal einen Titel zu gewinnen. Erst hat die heute 27-Jährige ihre dreijährige Ausbildung zur Arzthelferin abgeschlossen, dann erfolgreich Physiotherapeutin gelernt und ganz nebenbei große Fußballsiege gefeiert. Seit 2003 spielt sie in der 1. Bundesliga beim FCR 2001 Duisburg. 2006 gewann sie mit der U 21-Nationalmannschaft den Nordic-Cup gewonnen. Mit dem FCR holte die wieselflinke Mittelfeldspielerin 2009 und 2010 den DFB-Pokal und wurde 2009 UEFA Women's Cup-Siegerin. Seit 2012 ist Jennifer Oster Kapitänin der Duisburgerinnen, die sich bekanntlich "Löwinnen" nennen.

Im Reich der Katzen gilt das kooperative Verhalten der Löwinnen als einmalig. Und eben genau mit dieser Tugend, im Fußball Teamgeist genannt, will der FCR in der neuen Bundesligasaison erfolgreich auf Punktejagd gehen. "Die vergangene Spielzeit war nicht nur wegen der vielen Abgänge herausragender Spielerinnen, die wir zu verkraften hatten, sehr problematisch. Es gab schließlich so viele andere Themen, wie Insolvenz, Rettung, mögliche Fusion, die für Turbulenzen gesorgt haben", resümiert die Ober-Löwin und macht einen Strich darunter: "Wir können jetzt ganz optimistisch in die Zukunft sehen."

Sven Kahlert, seit März Chefcoach in Duisburg, sei "ein Glücksgriff". Während des fünftägigen Trainingslagers auf Borkum habe der Trainer "nicht nur Taktik, Spielzüge und Standards gepaukt, sondern großen Wert auf das Teambuilding und recht viel Abwechslung gelegt". Persönlich bewältigt die Oster weiterhin den Spagat zwischen Beruf, 20 Stunden in der Woche, und Fußball. Zu den Zielen der Physiotherapie gehört es, Eigenständigkeit und Selbstständigkeit des Patienten zu fördern und die Selbstheilungskräfte des Organismus zu aktivieren. Das eine oder andere lasse sich durchaus auf den Fußball übertragen, meint sie und betont: "Unser Kader setzt sich aus acht Nationen zusammen.

Einige sprechen nur wenig deutsch. Ich finde es toll, wie den jungen Spielerinnen von allen Seiten geholfen wird, unsere Sprache zu erlernen und den Tag zu verbringen. Das macht es leichter, auf dem Platz Leistung zu erbringen. Auch die Fans helfen, wo sie nur können, verwöhnen die Neuen mit Obst und Kuchen. Insgesamt sind wir gut aufgestellt und eine lustige Truppe."

Jennifer Oster weiß genau, dass sich der Traum vom Titel mit dieser jungen Mannschaft in der anstehenden Spielzeit noch nicht wird verwirklichen lassen. Indes stellt sie klar: "Natürlich wird das für uns eine schwere Saison. Aber wir wollen und können immer noch jedes Spiel gewinnen und werden jene Stimmen überraschen, die uns schon jetzt als Abstiegskandidat sehen."

Trainer Sven Kahlert hält große Stücke auf seine Kapitänin, die — egal ob im Spiel oder Training — immer vorbildlich agiere und 100 Prozent gebe. Sein Anspruch an das FCR-Urgestein: "Jennifer sollte ihre gute Schusstechnik häufiger einsetzen, also mehr Torgefahr ausstrahlen. Und wenn's drauf ankommt, muss sie den Youngstern noch entschiedener sagen, wo es langgeht."

(bert)
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