1. NRW
  2. Städte
  3. Moers
  4. Sport

Lokalsport: Neue Sportanlage löst einen Boom aus

Lokalsport : Neue Sportanlage löst einen Boom aus

Seit rund anderthalb Jahren sind der GSV Moers und der Moerser TV schon an die Filder Straße umgezogen. Die neuen Rahmenbedingungen sind offenbar so attraktiv, dass die beiden Vereine viele neue Mitglieder gewonnen haben.

Beim Verlassen der Stadt Moers in Richtung Kapellen ist sie zweifellos ein Hingucker, die neue Sportanlage an der Filder Straße. Drei Kunstrasen-Fußballplätze, ein Hockeyplatz, eine Kunststoff-Laufban mit einem Bereich für Sprungdisziplinen, eine Werferwiese, ein Gebäude mit Umkleidekabinen sowie das gerade entstehende Clubheim — alles harmonisch eingebettet in eine parkähnliche Landschaft — bieten ein attraktives Ambiente zum Sporttreiben. So attraktiv, dass sie von den beiden Vereinen GSV Moers und Moerser TV stark frequentiert wird. So stark, dass der GSV Moers bereits mit Absagen reagieren musste.

Zwei Hobbyfußballmannschaften hatten ihre Aufnahme in den GSV Moers beantragt. "Wir hätten die beiden Hobbyteams nur auf Kosten von Trainingszeiten für unsere eigenen Mannschaften aufnehmen können", erklärt Wolfgang Jansen, 1. Vorsitzender des GSV Moers. "Dann hätte es im Verein Krach gegeben", rechtfertigt Jansen die Absage, die allerdings keine generelle ist. Sollte sich Zeit und Platz ergeben, will der Verein wieder auf die Hobbyfußballer zugehen. Zeit und Platz beschäftigen den GSV aktuell vermehrt — denn die im vergangenen Jahr eröffnete Sportanlage am Solimare erweist sich als Magnet. "Wenn alles klappt, werden wir in der nächsten Spielzeit mit 30 Fußballmannschaften am Start sein", freut sich Jansen. Noch mehr über das Plus an Mitgliedern in der Fußballabteilung. Von 484 (Stand Anfang 2013) auf 590 (Anfang 2014) ist der Bestand gestiegen. "Wir werden eine dritte Frauenmannschaft nachmelden, und bei den Junioren sind wir mittlerweile in allen Altersklassen doppelt besetzt", so Jansen weiter. Auch für den Moerser TV, der zusammen mit dem GSV auf der Anlage eine neue Heimat gefunden hat, entpuppt sich die neue Sportanlage als Zugpferd. Über 300 Aktive in 27 Teams greifen zum Beispiel in der Hockey-Abteilung zurzeit zum Schläger. "Unsere Anlage ist der beste Werbeträger", so Hockey-Abteilungsleiter Andreas Bögner. So wird der MTV im Sommer erneut Länderspiele austragen. Geplant ist ein Vergleich zwischen den U 21-Teams aus Deutschland und England. "Da kommt das ein oder andere Kind mit, dass sich später beim MTV anmelden wird", weiß Bögner.

  • Lokalsport : Hattrick beim Moerser Schlossparklauf
  • So jubelten die Fußballer des GSV:
    Super-Cup 2018 : GSV Geldern startet als Titelverteidiger
  • Moers : Der Moerser, der im WDR-Orchester den Takt angab

Bei aller Freude, die deutlich gestiegene Zahl an Aktiven bringt auch viel Arbeit mit sich. So treffen sich die Vorstände beider auf der Anlage beheimateten Clubs regelmäßig zu Besprechungen. Eines der wichtigsten Themen ist die Verteilung der Umkleidekabinen. Jeweils drei Doppelkabinen stehen jedem Verein zu. Da kann es zu Stoßzeiten schon einmal eng werden. "Aber dies stellt beide Vereine vor keine großen Probleme und wird meist über den kleinen Dienstweg geregelt", sagt Wolfgang Jansen. Dass der Moerser Sportentwicklungsplan vorschlägt, an der Filder Straße noch einen weiteren Club unterzubringen, sieht der GSV-Vorsitzende eher skeptisch. "Die Anlage ist ja schon jetzt voll ausgelastet." In dieser Hinsicht kann Stadt-Pressesprecher Thorsten Schröder allerdings beruhigen. "Generell ist es natürlich klasse, wenn die neue Anlage so gut ankommt. Dort noch einen weiteren Verein anzusiedeln, war eine Idee im Sportentwicklungsplan. Das ist aber kein Muss." Aktuell steht der zweite Bauabschnitt mit der Fertigstellung des Clubhauses vor dem Abschluss. Dann ist der Zustand erreicht, mit dem die beiden Vereine auskommen müssen. Dass die Anlage angesichts des hohen Zuspruchs in naher Zukunft noch erweitert wird, dran glaubt Jansen nicht. "Manche Vereine müssen mit nur einem Platz auskommen, da sind wir wirklich gut dran. Und bekanntlich sind die Kassen der Kommunen leer."

In der Langfristplanung gibt es zwar noch einen dritten Bauabschnitt, der ein Kleinspielfeld und ein Funktionsgebäude umfasst, doch wann der ausgeführt wird, steht noch in den Sternen. "Mit Abschluss des zweiten Bauabschnitts ist die Infrastruktur voll nutzbar", betont Thorsten Schröder, "sollte es wirklich mal Kapazitätsprobleme geben, hat das vielleicht auch mit der Koordination zu tun. Da ist die Verwaltung gerne behilflich."

(js)