Eishockey: Neuaufbau der Sabres mit Ehrhoff

Eishockey : Neuaufbau der Sabres mit Ehrhoff

Zum zweiten Mal in Folge muss Christian Ehrhoff in der NHL mit den Buffalo Sabres bei den Play-offs zuschauen. In den Zukunftsplanungen des Clubs spielt der gebürtige Moerser eine wichtige Rolle.

Seit dem Wochenende läuft mit dem Beginn der Play-off-Halbfinals die heiße Phase in der in der nordamerikanischen Eishockeyliga NHL. Doch während sich die Spieler aus Pittsburgh, Boston, Los Angeles und Chicago auf den wichtigsten Monat der Saison freuen, wird Christian Ehrhoff den Titelkampf wieder einmal nur vor dem Fernseher erleben.

Zum zweiten Mal in Folge verpasste der gebürtige Moerser mit den Buffalo Sabres die Endrunde. Dabei war der Verteidiger vor der Saison 2011/2012 vom kanadischen Vancouver in den Norden der USA gewechselt, um den Titel zu holen.

Seitdem der heute 30-Jährige bei den Sabres angeheuert hat, lief dort trotz seiner guten Leistungen allerdings nicht viel zusammen. Fehlten dem Team in Ehrhoffs Premierensaison nach 82 Vorrundenspielen nur drei Punkte für die Play-off-Teilnahme, stürzte die Truppe dieses Jahr regelrecht ab und beendete die Saison auf Rang zwölf im Osten.

Nun steht der große Umbruch an. Trainer Lindy Ruff (seit 1997 im Amt) wurde bereits im Februar entlassen, kurz vor Ende der Transferzeit wurde auch Kapitän Jason Pominville nach Minnesota abgegeben. Umso wichtiger wird Christian Ehrhoff (Zehnjahresvertrag über 40 Millionen Dollar) nun für den Neuaufbau. Als erfahrener Mann mit mehr als 600 NHL-Einsätzen zählt er neben Verteidiger-Kollege Tyler Myers und Österreichs Torjäger Thomas Vanek zu den Stars und Führungspersonen des Sabres-Teams.

Bereits in der abgelaufenen Saison bekam der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft mit 25:11 Minuten pro Spiel die meiste Eiszeit und war der beste Verteidiger, wenn es um Tore (6), Vorlagen (17) und Plus-Minus (+6) — also die Differenz von Toren und Gegentoren in der Zeit auf dem Eis — geht. Dazu gilt er als vielseitigster Defensivspezialist der Sabres, steht bei jeden Über- und Unterzahl auf dem Eis. Nicht umsonst gaben ihm mehr als 91 Prozent der Fans in Buffalo bei einer Online-Umfrage für die Saison die amerikanische Schulnoten A oder B.

Die gute Form nahm der Moerser, der während des Tarifstreits der NHL von September bis Ende Dezember vergangenen Jahres für seinen Heimatverein aus Krefeld auflief, auch mit zur WM in Finnland und Schweden. Er bekam die meiste Eiszeit aller Spieler, war der punktbeste Verteidiger der WM und der beste Scorer der Deutschen. Rettet Ehrhoff diese Form über den Sommer und klappt der Umbruch, werden die Sabres die nächsten Play-offs auf dem Eis statt auf dem Sofa verbringen.

(RP/rl)