Lokalsport: MSV-Trainer Tim Wilke zieht sich aus Fußballgeschäft zurück

Lokalsport : MSV-Trainer Tim Wilke zieht sich aus Fußballgeschäft zurück

Tim Wilke hat seinen Posten als Trainer des Fußball-Bezirksligisten MSV Moers mit sofortiger Wirkung aufgegeben und wird sich vollständig aus dem Fußball zurück ziehen. In seiner Zeit als Spieler und Trainer polarisierte Wilke nicht selten. Rund 35 Jahre lang war Tim Wilke eine bekannte Figur im Amateurfußball in Moers und Umgebung. Der Event Manager und Club-Besitzer war zuletzt seit drei Jahren Trainer des MSV. Nach der jetzt abgelaufenen Saison gab er nun bekannt: "Ich habe für mich beschlossen mit dem Fußball aufzuhören und mich einem anderen spannenden Leben zu widmen, Einem Leben mit Familie und Zeit für mich." Wilke machte seine ersten Schritte im Fußball als Jugendspieler für den GSV Moers und spielte später auch in der Niederrheinliga für den VfB Homberg und den TV Asberg, sowie fünfmal für die U20-Landesauswahl des Fußballverband Niederrhein. Mit der ersten Mannschaft des TVA stieg er in die Kreisliga A und die Bezirksliga auf. Später gelang ihm beim GSV Moers auch der Landesliga-Aufstieg. Auch für den TuS Xanten lief er später auf. Einzig der Sprung in die Oberliga klappte nicht. Gleich dreimal scheiterte Wilke mit seinen Mannschaften in der Relegation: "Meine größten Erfolge als Spieler waren auch gleichzeitig meine größten Enttäuschungen." Am meisten geprägt hat ihn nach Wilkes Ansicht ein Trainer: "Josef Cherfi habe ich wohl so alles zu verdanken, was aus mir als Fußballer und als Trainer geworden ist."

So war es wohl keine ganz große Überraschung, dass Wilke nach seiner aktiven Laufbahn ebenfalls an die Linie wechselte. Sechs Jahre lang war er Trainer bei Alemannia Kamp, die er aus der Kreisliga B ins obere Drittel der A-Liga führte. Zur Saison 2014/15 wechselte Wilke zum MSV Moers. Mit dem zuvor Tabellenneunten der Kreisliga gelang in der zweiten Saison als Meister der Bezirksliga-Aufstieg. Die Meerbecker erlebten eine Saison mit Höhen und Tiefen. Nach einem passablen Start führten eine lange Negativserie und vor allem sehr häufig späte Gegentore in den Abstiegskampf. Am letzten Spieltag konnte der Klassenerhalt aber gesichert werden. Wilke betont deutlich: "Die Entscheidung hat rein gar nichts mit der aktuellen Situation und dem Umbruch beim MSV zu tun. Jeder der mich kennt, weiß, dass solche Situationen für mich eher Herausforderungen sind und ich nicht davor davon laufe."

Wilke war als Spieler und als Trainer immer als sehr emotionaler und keineswegs zurückhaltender Typ bekannt: "Ich war auf und neben dem Platz immer einer, der 101 Prozent gegeben hat und oft zu recht angeeckt ist, aber ich war immer ein fairer Sportsmann, der sich nur für den Erfolg seiner Farben eingesetzt hat", so Wilke. "Ich wollte in jedem Training und Spiel gewinnen, habe dabei aber nie den Respekt und das Fairplay vergessen." Mit einem Schmunzeln auf den Lippen muss er eines noch loswerden: "Danke auch an alle Schiedsrichter, die mich ertragen mussten." Nicht zuletzt wegen dieser schlagfertigen und munteren Art verlässt mit Tim Wilke ein Charakter mit Wiedererkennungswert das Geschehen im Fußballkreis Moers.

(rk)
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