Volleyball: MSC startet doch nicht in der 2. Bundesliga

Volleyball: MSC startet doch nicht in der 2. Bundesliga

Der Verein teilte gestern mit, dass er nach reiflicher Überlegung keinen Lizenz-Antrag für die zweithöchste Volleyball-Spielklasse stellt.

Alles Bangen und Hoffen hat nichts genutzt. Nachdem es seit Mitte März so ausgesehen hatte, als gäbe es doch eine Zukunft für den Moerser SC im deutschen Spitzenvolleyball, hat der Verein gestern erneut eine Rolle rückwärts vollzogen, in dem er zu seiner Entscheidung vom Karnevalswochenende zurückgekehrt ist.

Das bedeutet, dass sich der MSC nicht nur aus der Ersten Bundesliga verabschiedet, sondern auch keinen Lizenz-Antrag für die Zweite Bundesliga stellen wird und somit künftig mit der ersten Herrenmannschaft nur noch in der Verbandsliga spielt. Das teilten die Adler gestern völlig überraschend in einer Pressemitteilung mit.

Völlig überraschend deshalb, weil MSC-Vorsitzender Günter Krivec auch wegen der heftigen Reaktionen auf die erste Rückzugs-Ankündigung zurückgerudert war und sich ganz konkret öffentlich für ein Weitermachen mit verjüngter Mannschaft und reduziertem Etat im Bundesliga-Unterhaus ausgesprochen hatte. Fünf Spieler aus der aktuellen Mannschaft waren sogar schon ausgeguckt worden, um das Gerüst für das neue Zweitligateam zu bilden.

  • Volleyball : Ein tränenreicher Abschied beim MSC

Wie Krivec damals berichtete, hatte der spanische Libero Oscar Rodriguez nach dem letzten Play-off-Spiel gegen Generali Haching sogar ein Angebot des belgischen Erstligisten Noliko Maaseik ausgeschlagen. Ebenfalls vorgesehen für ein weiteres Engagement war Tom Weber. "Das Hin und Her hat mich natürlich auch überrascht. Nach vier Jahren in Moers wäre ich sehr gerne geblieben. Jetzt muss ich schauen, dass ich einen anderen Verein finde", erklärte Weber gestern auf RP-Nachfrage.

Als Grund für sein neuerliches Umschwenken nennt der Verein zwei Hauptgründe. Zum einen könne derzeit keine Mannschaft mit dem Anspruch 2. Bundesliga gebildet werden, zum anderen habe den Verein vergangene Woche ein neuerlicher Entwurf zur Erweiterung des Masterplans der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) erreicht. Den darin angedachten Maßnahmen zur Professionalisierung des Volleyballsports zum Beispiel mit verpflichtenden Ein-Kamera-TV-Live-Produktionen, Rollbanden mit LED-Werbung, Hallen mit einer Kapazität von 2500 Zuschauern und Arenen-Charakter sowie zusätzlichen Investitionen ins Management steht der MSC ablehnend gegenüber. "Wer glaubt, mit diesen Maßnahmen das Produkt Volleyball besser vermarkten zu können, der irrt. Es muss entrümpelt werden", heißt es in der gestrigen Pressemitteilung.

Über diese Argumentation zeigte sich die DVL gestern sehr überrascht. Denn abgesehen davon, dass die neuen Maßnahmen nur für die Erste Liga relevant sind, seien sie auch bereits im vergangenen Oktober mit den Bundesligavereinen besprochen und auf den Weg gebracht worden. "Außerdem ist die aktuelle Version nur ein Arbeitspapier, über das im Mai noch mal gesprochen wird", sagte Daniel Sattler, aktuell bei der DVL für die Pressearbeit zuständig. Die endgültige Verabschiedung stehe erst bei der Bundesliga-Versammlung am 20. Juni an. "Veränderungen sind noch möglich. Doch zuletzt hat der MSC gefehlt, wenn es darum ging, sich einzubringen", so Sattler weiter. Gerne hätte die RP-Sportredaktion auch noch mal persönlich mit Günter Krivec gesprochen, doch der MSC-Vorsitzende war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(RP)