Volleyball: "Mr. Saxo Beat" ist Fan von S04

Volleyball: "Mr. Saxo Beat" ist Fan von S04

Der Neuzugang des Volleyball-Bundesligisten Moerser SC, Steve Keir, ist ein "bunter Vogel" mit einer durchaus interessanten Biografie. Sein neuer Trainer Chang Cheng Liu schätzt an ihm Werte wie Gelassenheit und Erfahrung.

"Ich bin wunschlos glücklich" sagt der erste Neuzugang des Moerser SC aus Australien, Steve Keir, auf die Frage "Drei Wünsche frei" im Café des Arts. Er trägt sein Töchterchen Lela auf dem Arm, vor ihm auf dem Tisch eine Latte Machiato, die Sonne scheint. Der Angreifer aus "down under" mag die "hübsche Stadt Moers" und fühlt sich mit seiner Frau Katja wohl in seiner neuen Umgebung. Zuvor hat er als Profi-Volleyballer bereits ganz Europa kennen lernen dürfen.

Tour durch Europa

Keir — sowohl auf der Diagonalposition, als auch auf Annahme/Außen einsetzbar — ist der erste Spieler aus "Down under" in den Reihen der "Adler", und er ist ohne Zweifel einer der erfahrensten Akteure im Aufgebot von MSC-Trainer Chang Cheng Liu. Er spielte in den letzten beiden Jahren in Frankreich, davor stand er in Unterhaching unter Vertrag. Begonnen hatte seine Tour durch Europa im italienischen Cagliari. Griechenland, Bahrein und Wien waren weitere Stationen.

Angefangen hat Keir seine Volleyball-Karriere ungewöhnlich spät: Bis zu seinem 17. Lebensjahr bestimmten nämlich Rugby und vor allem Cricket seinen Sportalltag. Dann aber nahmen ihn Sportlehrer aus dem australischen Sportförderprogramm "Talent ID" auf seiner Highschool in Bundaberg unter die Lupe und entdeckten sein ausgesprochenes Balltalent. Keir wechselte von Bundaberg unweit des Barrier Reefs nach Canberra ins Volleyball-Internat und avancierte dort zu einem der jüngsten Nationalspieler seines Landes.

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Seinen größten Auftritt feierte der Saxophon spielende Familienvater beim Olympischen Volleyballturnier in Sydney vor elf Jahren — für ihn ein wundervolles Jahr auch deshalb, weil er damals seine spätere Frau Katja kennen lernte, die als Touristin die Olympics besuchte. Nach den Spielen entschied sich der 198 cm lange Keir dann zu seiner Profi-Volleyballkarriere.

Das Sportstudium hängte er an den Nagel, der Weg führte nach Europa. Was an ihm auffällt, ist seine Gelassenheit — basierend auch auf seinen zahlreichen unterschiedlichen Erfahrungen im Profi-Geschäft. Nahezu alles hat er miterlebt: Den Aufstieg in Italien von der A Due in die A Uno, den Konkurs seines Clubs in Thessaloniki zusammen mit dem ehemaligen MSC-Ass Ralph Bergmann, zwei Jahre Überleben im "heißesten" Club Europas: den Hot Volleys in Wien mit seinem exzentrischen Präsidenten Peter Kleinmann.

Nun ist der durch und durch sympathische Akteur also in der Grafenstadt angekommen — ganz in der Nähe seines Liebelings-Fußballvereins: Schalke 04. Katja Keir erwartet das zweite Baby, und der Tagesablauf von Steve ist bestimmt von Volleyball, Familie und Studium. "Für die Zeit danach" peilt er eine Karriere als Rechtsanwalt an. Derzeit absolviert er ein Fernstudium, den Bachelor of Commerce hat er bereits in der Tasche.

Sportlich will es der 32-jährige noch einmal in Moers wissen. "Der Verein hat in der Szene einen guten Namen", so Keir. "Von der schwierigen Hallensituation hatte ich gehört. Ich denke, dass der Club noch einmal ganz nach oben möchte und an seine große Vergangenheit erinnern will. Das ist für mich eine echte Herausforderung." MSC-Trainer Chang Cheng Liu freut sich vor allem darüber, dass "ein ganz erfahrener Spieler gekommen ist — mit Dirk-Jan Van Gendt und Steve können wir in prekären Situationen Ruhe ins Spiel bringen."

(RP/rl)
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