Volleyball: Moerser SC weiß noch nicht, wo er steht

Volleyball : Moerser SC weiß noch nicht, wo er steht

Während die Konkurrenz in der Volleyball-Bundesliga schon den ersten Spieltag hinter sich hat, wird es für das neu formierte MSC-Team erst morgen ernst. Beim TV Rottenburg wartet in vielerlei Hinsicht eine ganz schwere Partie.

Beim Start der Volleyball-Bundesliga unter der Woche konnten sich Trainer und Spieler des Moerser SC noch bequem zurücklegen. In der Elferliga waren sie zum Auftakt das spielfreie Team. Zwar hatte die stark veränderte Mannschaft dadurch die Gelegenheit, noch weitere Trainingseinheiten zu absolvieren, doch während die Konkurrenz schon den Ernstfall proben konnte, wissen die Grafenstädter noch nicht, wie die in der Vorbereitung erarbeiteten Trainingsinhalte unter Druck funktionieren. Mit anderen Worten: Sie wissen noch nicht, wo sie stehen. So hat der Saisonauftakt morgen (19.30 Uhr) beim TV Rottenburg in vielerlei Hinsicht schwierige Vorzeichen.

Da ist zum einen die Mannschaftsstruktur. Bis gestern jedenfalls hörte es sich noch nicht so an, als hätte Trainer Chang Cheng Liu eine Stammformation gefunden, auf die er in der Regel setzen wird. Gerade die sehr wechselhafte Vorstellung bei der 2:3-Niederlage im letzten Testspiel gegen die Belgier von Axis Shanks Guibertin hat den Chinesen offenbar noch mal ins Grübeln gebracht.

"Wir haben viele neue Spieler, die noch ein Gefühl für die Mannschaft bekommen müssen. Das wird bestimmt noch bis zum dritten, vierten Spiel dauern", betont Liu. Auf der so wichtigen Zuspielposition wollte sich der Trainer zum Beispiel gestern noch nicht festlegen. Bislang war davon auszugehen, dass Tobias Neumann als Nummer eins in die Saison gehen würde, doch der neue Niederländer Jelle van Jaarsveld hat nach seiner Einwechslung gegen Guibertin überzeugt. Dennoch könnte für Neumann in der Startformation sprechen, dass er schon lange mit Nationalspieler und Mittelblocker Tim Broshog zusammenspielt. "Wir haben wenige Spieler, die komplett stabil sind. Deswegen gehe ich davon aus, dass wir anders als vorige Saison alle Spieler brauchen und viel wechseln werden, damit wir von jeder Stärke ein bisschen profitieren können", sagt Chang Cheng Liu.

Dass die Aufgabe morgen zum Auftakt so schwer wird, liegt im Wesentlichen daran, dass die Rottenburger im Gegensatz zu den Gästen eine Mannschaft stellen, die jetzt im dritten Jahr fast unverändert zusammenspielt. Zu dieser festen Struktur gesellten sich in Gestalt des kanadischen Außenangreifers Niko Rukavina und des spanischen Mittelblockers Aitor Canca Fernández dem Vernehmen nach noch echte Verstärkungen hinzu. Im ersten Spiel vergaben die Rottenburger beim CV Mitteldeutschland zwar eine 2:0-Führung, doch das dürfte für die ohnehin enorm heimstarken Baden-Württemberger nur eine zusätzliche Motivation sein. "Ich habe gehört, dass die Halle schon lange ausverkauft ist. Da erwarten uns bestimmt 2500 Zuschauer und eine wahnsinnige Atmosphäre", weiß Chang Cheng Liu. Erschwerend kommt hinzu, dass die Mannschaft morgen früh um 10 Uhr in den Bus steigt und dann erst mal schauen muss, dass sie die Anreise aus den Beinen bekommt.

Da dürfte es für den Trainer momentan das kleinste Problem sein, dass ihm Youngster Lukas Schattenberg die ersten fünf Spiele nicht zur Verfügung steht, weil er in der Reserve eingesetzt wurde, wo er auch Spielpraxis sammeln soll. Doch bei allen Hindernissen hält Liu auch einen positiven Ausgang der Saisonpremiere für möglich: "Wenn alles optimal läuft, wir kühlen Kopf bewahren und konstant im Angriff, der Abwehr und bei den Aufschlägen agieren, dann können wir gewinnen."

(RP)
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