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Moers: Adler vertrauen ihrem jungen Trainer

Volleyball in Moers : Adler vertrauen ihrem jungen Trainer

Trainer Hendrik Rieskamp bleibt in Moers. Der 29-Jährige will seine Mannschaft zu einem Top-4-Kandidaten ausbauen.

Der Volleyballmann aus dem Tecklenburger Land ist selbstkritisch. „Platz vier ist gut für uns“, betont Hendrik Rieskamp zwar nach der am Samstag beendeten Spielzeit 2018/19, legt aber nach: „Es war in diesem Jahr sicher mehr drin in der Zweiten Liga.“

Der neue Trainer des Moerser SC will das gern in der nächsten Saison unter Beweis stellen. „Ich gehe in ein zweites Jahr beim MSC, der Vertrag ist seit einiger Zeit schon verlängert“, verrät Rieskamp, „wir basteln derzeit an der Besetzung für die neue Saison. Schließlich haben wir das Ziel, ein Top-4-Team in der Liga zu sein.“

Das würde natürlich auch mit einschließen, dass der MSC vielleicht einen Aufstiegsplatz belegt. Dreimal stand zuletzt der CV Mitteldeutschland an der Spitze der Nord-Tabelle, lehnte aber den Sprung in die Topklasse jeweils ab. Die Gründe sind vielschichtig. Neben einem entsprechenden Etat muss der Klub auch eine erstliga-taugliche Halle vorweisen können.

Beides wäre in Moers schwierig zu realisieren. Umziehen nach Mülheim, wie vor ein paar Jahren schon, käme nicht erneut in Frage. Auf eine Ausnahmegenehmigung mag man sich eher nicht verlassen. Aachens Bundesligafrauen beispielsweise, die genau mit dieser Genehmigung in der kleinen eigenen Halle spielen dürfen, müssen für die Play-offs ausweichen – in die größere Halle des belgischen Erstligisten Noliko Maaseik.

Trainer Rieskamp, der die Moerser Volleyballer in Kombination mit dem langjährigen Coach Martin Schattenberg lenkt, hält sich beim Thema Bundesliga aus den genannten Gründen bedeckt: „Generell ist es möglich, oben anzugreifen. Es ist dann eine Finanzfrage, ob man anschließend in der höchsten Spielklasse mitmischen kann.“

Der Minimum-Etat dürfte in der Volleyball-Bundesliga bei mehr als 500.000 Euro liegen. Und vermutlich damit dreimal so hoch wie es die Moerser um Präsident Günter Krivec derzeit stemmen können. Der MSC ist mit der Marschroute zuletzt gut gefahren, nicht auf absolute Vollprofis zu setzen, sondern auf Studenten und Auszubildende, die Volleyball in der 2. Bundesliga ernstnehmen, aber auch ihr berufliches Weiterkommen forcieren.

Die Bundesliga würde die Moerser gern als eines der zwölf Mitglieder in der Topspielklasse sehen. Es gab schon Angebote auf eine Wild Card. Doch eine erstliga-taugliche Mannschaft ist teuer. Zu teuer angesichts von derzeit gut 300 Zuschauern pro Heimspiel. Dazu müssten weitere Sponsoren her.

Trainer Rieskamp kümmert sich da lieber um die sportlichen Dinge. Etwa darum, ob der wegen einer Schulterverletzung in der Rückrunde passende Daniel Wernitz bleibt oder doch lieber zum Beach-Volleyball wechselt, wo die Sprungbelastung etwas niedriger ist. „Das ist noch nicht entschieden“, betont Rieskamp. Der sucht vor allem noch einen guten Zuspieler. Die Gespräche laufen bereits. „Und wir haben auch einige Anfragen“, sagt Rieskamp.

Erfreulich: Aus dem eigenen Nachwuchs drängen Talente in die Zweitliga-Mannschaft. „Sie haben gute Anlagen, sind aber noch kein vollwertiger Ersatz für einen unserer Zweitliga-Spieler“, sagt Trainer Rieskamp. Eines der Talente ist Veit Bils. Der 16-jährige Mittelblocker ist in der Halle und auch auf Sand gut, erhielt kürzlich eine Einladung des Deutschen Volleyballverbandes für die Jugend-Beach-EM.

Das Augenmerk liegt sicher auch auf dem Essener Nick Wolschendorf, auf Moritz Liebisch oder Niklas Mülders. Ihnen könnte beim MSC die Zukunft gehören.