Lokalsport: Mit Krücken auf das Siegerpodest

Lokalsport : Mit Krücken auf das Siegerpodest

Beeindruckende Leistung von Mike Rockenfeller in Moskau trotz gebrochenen Fußes. Jamie Green (Audi Sport Team Rosberg, 87) und Mike Rockenfeller (73) behaupten die Positionen vier und sechs in der Fahrerwertung.

Mike Rockenfeller hat auch nach den Rennen neun und zehn der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) in Moskau seine Chancen auf den begehrten Titel des Champions 2017 gewahrt. Im ersten Lauf lief es für den 33-jährigen Kfz-Mechaniker perfekt, denn aus der ersten Startreihe ließ er sich zu keinem Zeitpunkt seine Position streitig machen und überquerte hinter Markenkollege René Rast als Zweiter den Zielstrich.

Im Sonntagsrennen hätte er als Siebter ebenfalls wertvolle Punkte für die Meisterschaft sammeln können, doch eine Sportstrafe katapultierte den Rheinländer aus dem Top Ten hinaus auf Rang zwölf. Mit jetzt 73 Zählern liegt "Rocky" als Sechster in der Fahrerwertung nach wie vor in Schlagdistanz zur Tabellenspitze.

Mit gemischten Gefühlen war Rockenfeller in die russische Landeshauptstadt gereist, denn es war zunächst unklar, ob er mit dem gebrochenen Mittelfußknochen nach dem Rennunfall drei Wochen zuvor in Nürnberg überhaupt die notwendige Starterlaubnis erhalten würde. Nachdem der Audi-Pilot im freien Training die drittschnellste Zeit in den Asphalt des 3,931 km langen Moscow Raceway gebrannt hatte, gaben die Ärzte grünes Licht. Das Qualifying für den ersten Lauf lief nahezu perfekt, denn mit einer Zeit von 1:27,253 Minuten fehlten dem Niederbieberer nur zwei Zehntelsekunden auf die Pole Position. Mit einem gelungenen Start setzte er sich beim Sprint zur ersten Kurve sogar fast neben den führenden René Rast, zog dann aber zurück, um eine Kollision mit dem Markenkollegen zu vermeiden. In den verbleibenden 38 Runden folgte der Phoenix-Pilot dem Rosberg-Audi des Mindeners wie ein Schatten, fand aber keine Lücke, um in Führung zu gehen und nach 2013 und 2015 den dritten Sieg in Russland einzufahren. "Ein Angriff unter Teamkollegen? Das wäre eng geworden. Nur mit viel, viel Risiko", erklärte Rockenfeller hinterher. "Denn wenn wir uns dann gleich beide rausgedreht hätten, wäre das Geschrei natürlich riesengroß gewesen. Wenn es eine andere Marke gewesen wäre, hätte ich es sicher mehr versucht."

Nur all zu gerne hätte der ehemalige Kart-Champion des Moersers Jörg van Ommen auch am Sonntag ein ähnlich gutes Resultat erzielt, doch diesmal lief es nicht ganz so gut. Obwohl der grüngelbe Schaeffler-Audi RS5 DTM mit der Nummer 99 im zweiten Zeittraining am Morgen genau so schnell unterwegs war wie am Vortag, reichte die gefahrene Zeit diesmal nur für Startplatz 14.

Im Rennen kam noch etwas Pech bei der Wahl der Rennstrategie hinzu, denn die Phoenix-Mannschaft um Teamchef Ernst Moser verpasste den optimalen Zeitpunkt für den Pflichtboxenstopp. Deshalb geriet Rockenfeller nach einer Safetycar-Phase gegenüber den Konkurrenten ins Hintertreffen. Die Datenanalyse nach dem Rennen ergab, dass Rockenfeller den entsprechenden Knopf zu oft gedrückt hatte.

Die Fahrerwertung führt der schwedische Abt-Audi-Fahrer Mattias Ekström (113 Punkte) vor René Rast (112) an. Jamie Green (Audi Sport Team Rosberg, 87) und Mike Rockenfeller (73) behaupten die Positionen vier und sechs.

(RP)