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Tischtennis: "Mit keinem Geld der Welt zu bezahlen"

Tischtennis : "Mit keinem Geld der Welt zu bezahlen"

Ein Gewinnspiel machte es möglich: Tischtennisstar Timo Boll absolvierte in Moers eine Trainingsstunde mit Fabian Telle aus Bochum. Auch für den 92-jährigen Gerd Kasperek erfüllte sich ein Traum, er schlug ein paar Bälle mit Boll.

Er war der erste Deutsche an der Spitze der Tischtennis-Weltrangliste. Seine Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene passen schon lange auf keinen Briefkopf mehr, in China grenzt seine Popularität an die eines Popstars. Doch als Timo Boll am Montagabend die Europazentrale des Tischtennis-Ausrüsters Butterfly in Moers betrat, hätte er auch ein normaler Kunde auf der Suche nach einem neuen Schlägerbelag sein können. So bescheiden, zurückhaltend und umgänglich gab er sich. Von Stargehabe keine Spur.

 Für den 92-jährigen Gerd Kasperek aus Moers ging ein Herzenswunsch in Erfüllung. Er durfte mit Timo Boll Tischtennis spielen.
Für den 92-jährigen Gerd Kasperek aus Moers ging ein Herzenswunsch in Erfüllung. Er durfte mit Timo Boll Tischtennis spielen. Foto: Butterfly

Anlass seines Besuchs in der Grafenstadt war ein Gewinnspiel der Firma Butterfly, bei dem Fabian Telle aus Bochum eine einstündige Trainingseinheit mit dem Ausnahmekönner gewonnen hatte. Und als die auf dem Finaltisch der WM 2012 in Dortmund so richtig in Fahrt gekommen war, zeigte der 32-Jährige, dass er dann doch ein bisschen gemein sein kann. Denn als Telle bei der bei Tischtennisspielern berüchtigten Beinarbeitsübung "Falkenberg" nach Luft japsend darum bat, dass Boll den aktiven Part übernehmen möge, meinte der nur trocken: "Zwei Minuten muss Du noch. Schließlich sollst Du ja unser Training in guter Erinnerung behalten." Telle, der für den Bezirksligisten TV Lichtenplatz spielt, fügte sich klaglos und machte seine Sache weiterhin sehr gut. Schon beim Einspielen mit Vorhand- und Rückhandkonterbällen hatte der 26-Jährige prima mitgehalten und bei den rund 50 Zuschauern für Beifall gesorgt. Großen Spaß hatte das Publikum auch, als sich die beiden attraktive Topspinduelle lieferten. Richtig deutlich wurde der Unterschied zwischen Weltklasse und Bezirksliga dann allerdings bei den vier Sätzen, die zum Abschluss auf dem Programm standen. Da kannte Boll keine Gnade. Fabian Telle war heilfroh, dass es am Ende wenigstens zu insgesamt fünf Punkten reichte. "Mir hat es riesigen Spaß gemacht. Für einen Tischtennisspieler ist das ein Preis, der mit keinem Geld der Welt zu bezahlen ist", sagte der Bochumer, der natürlich auch dem Menschen Boll näher gekommen ist: "Er ist einfach ein klasse Typ ohne Berührungsängste." Sympathie, die auf Gegenseitigkeit beruht. "Er ist ein netter Kerl, deswegen habe ich auch alles dafür getan, dass er Spaß bei der Sache hat", meinte Boll.

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Spaß hatte auch Gerd Kasperek. Butterfly erfüllte dem 92-Jährigen vom TTV Falken Rheinkamp einen Herzenswunsch, in dem er auch einige Bälle mit dem Star spielen durfte. Boll hätte sogar noch gerne weitergemacht, doch Kasperek war mit seinen Kräften am Ende. "Mit 92 wäre ich auch gerne so fit wie sie", gab der 32-Jährige dem Senior dennoch mit auf den Weg. Die restlichen Besucher nahmen zahlreiche Autogramme mit nach Haue. Unter ihnen war auch der 12-jährige Daniel Lauderbach aus Homberg, der selbst gar nicht im Verein spielt, für den Timo Boll aber dennoch eine große Nummer ist. Das gilt auch für den Neukirchen-Vluyner Steffen Richter, der nur im Keller mit Familie und Freunden Tischtennis spielt. "Ich wollte Timo einfach mal aus der Nähe sehen. Er ist ein guter Typ", meinte Richter. Als dann auch der letzte Autogrammwunsch erfüllt war, machte sich Boll auf den Weg zurück nach Düsseldorf. Von dort aus geht es heute mit der Borussia zum Champions League-Rückspiel ins russische Orenburg.

(RP)