Tennis: Mit Gänsehaut und Happy-End

Tennis : Mit Gänsehaut und Happy-End

Der TC ZWS Moers 08 steuert gegen den TC Rot-Weiß Wahlstedt auf ein Desaster zu und biegt die Geschichte mit einem 5:4-Sieg doch noch gerade. Wenn das Team Samstag in Berlin siegt, winkt sogar der dritte Tabellen-Rang.

Francis Durbridge hat in den 60-er Jahren die Massen vor dem Bildschirm versammelt. "Das Messer" war ein Straßenfeger. Alfred Hitchcock, der Altmeister des Kinos, hat uns "Die Vögel" hinterlassen. Aber der TC ZWS Moers kann es genauso spannend: Der 5:4-Erfolg gegen den TC Rot-Weiß Wahlstedt hatte alles, was dieses Tennisspiel zu einem Klassiker der Moerser Bundesliga-Historie machen wird.

Anfangs völlig von der Rolle

Das Drehbuch des vierten Moerser Saisonauftritts ließ die Gastgeberinnen schnurstracks auf ein Desaster zusteuern und jagte den Zuschauern, sofern sie den 08-Spielerinnen die Daumen drückten, erst einmal eine Gänsehaut ein. 0:3 hieß es nach den drei Begegnungen der ersten Spielrunde, in der das Moerser Team völlig von der Rolle schien. Julia Babilon fing sich eine deftige Klatsche gegen Lydia Steinbach ein — das kann die Moerserin aber besser! Patricia Mayr entschied sich für die falsche Taktik, ging zu ungeduldig zu Werke und ließ sich von Alexandra Cadantu, die ihre zweiten Aufschläge im Champions-Tiebreak "von unten" servierte, zu leicht passieren.

Und gänzlich aus der Spur geriet Olivia Sanchez. Die mit Spannung erwartete Premiere der Französin begann mit einem "Allez hop" und endete gegen die zierliche Rumänin Andreea Cristina Mitu mit einem "Aber hoppla", als sie im dritten Satz zwei Matchbälle vergab und tatsächlich noch die Segel streichen musste.

Doch es wurde noch großes Kino! Timea Babos führte 08 mit einem souveränen Erfolg wieder heran, Laura Pous Tio sorgte in einem hochklassigen Spiel mit ihrem Zweisatzsieg auf dem staubigen Centre Court für den Anschluss. Eva Birnerova ließ die Partie gänzlich kippen. Nach überraschendem Satzverlust gegen die in der Rangliste weit hinter ihr eingestufte Anne Schäfer konterte sie erfolgreich, geriet im Champions-Tiebreak wieder ins Schlingern und musste drei Matchbälle abwehren, ehe sie selbst erneut an der Reihe war. Ihr erfolgreich verwandelter dritter Matchball brachte 08 wieder ins Spiel.

Die Doppel-Begegnungen begannen mit einer Wiederholung. Manager Stefan Hofmann und Sportwart Michael Faber entschieden sich für die Kombinationen, die auch gegen Waldau am vergangenen Sonntag den Erfolg unter Dach und Fach brachten.

Die Taktik ging auf und sorgte für das Moerser Happy-End. Mit diesem Sieg hat das Moerser Team nicht nur den Klassenerhalt geschafft, sondern liebäugelt auch noch mit dem dritten Tabellenplatz. Bedingung dafür ist ein Sieg im heutigen Bundesligaduell beim bislang punktlosen Aufsteiger TC 1899 Blau-Weiß Berlin. Die Moerser Mannschaft wird die Partie in unveränderter Formation bestreiten.

(RP)
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