Lokalsport: Meisterschaft: TuS erreicht das erste Ziel

Lokalsport: Meisterschaft: TuS erreicht das erste Ziel

Frauenhandball, Dritte Liga: Der Titel ist den Lintforterinnen nach dem 29:26-Sieg über SFN Vechta nicht mehr zu nehmen. Jetzt muss abgewartet werden, ob für den Aufstieg nicht doch noch Play-Off-Spiele nötig sein werden.

Losgelöst, freudig, entfesselt. Als Favorit eine lange Saison den Druck in Form eines Rucksackes mitgeschleppt, konnte die schwere Last nun endlich fallen. Der Schlusspfiff war kaum verstummt, als die Drittliga-Handballerinnen des TuS Lintfort in den Feiermodus umschalteten. Die Spielerinnen genossen sichtlich die Annehmlichkeiten, die ein Titel des Westdeutschen Meisters so mit sich bringt - mit Gänsehaut ähnlichen Gefühlen. Die Schützlinge um Trainerin Bettina Grenz-Klein schlugen zuvor in der Eyller-Sporthalle nach insgesamt anständigen 60 Minuten SFN Vechta mit 29:26 (16:13).

Des einen Freud, war diesmal auch des anderen Leid. Während die TuS-Spielerinnen die Meisterschaft ausgiebig feierten, so müssen die Gäste nun als bereits frühzeitig feststehender Absteiger die 3. Liga wieder verlassen. Der TuS Lintfort darf den Fokus auf das Wesentliche, den Aufstieg in die 2. Bundesliga, aber nicht aus den Augen verlieren. Es gilt, sich bei nach wie vor möglichen Play-Off-Spielen die Kirsche auf der Sahnetorte abzuholen.

Vechta nahm von Beginn an Loes Vandewal und Naina Klein "kurz". Diese Vorhaben ging aber in die Hose, so dass nur noch eine Sonderbewacherin für die Niederländerin übrig blieb. Lintfort erwischte einen Blitzstart mit einem Hattrick von Eva Legermann, der bis zum 5:0 ausgebaut wurde. Aber die Gäste schöpften in den folgenden Minuten sichtlich an Selbstbewusstsein und traten auch mutiger in Erscheinung.

Lintfort ließ vor allem die Konsequenz vermissen. In der Defensive fehlte die Emotionalität. Der Verband agierte oftmals zu passiv, so dass Vechta seine Abläufe in aller Ruhe abspulen konnte oder genügend Zeit hatte, den Pass an den Kreis gut vorzubereiten. Die Partie nahm fortan bis zum Pausenpfiff einen ausgeglichenen Verlauf.

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Vechta brachte ab der 18. Spielminute vermehrt die siebte Feldspielerin. Ein taktisches Mittel, dass nur bedingt stach. Den Gäste-Spielerinnen unterliefen etliche Patzer, so dass Lintfort mehrmals ins leere Tor einnetzen konnte.

Die Gastgeberinnen legten nach dem Seitenwechsel in punkto Engagement zu und nutzten die Fehler des Gegners konsequent aus. Lintfort baute in relativ kurzer Zeit seinen Torevorsprung deutlich aus. In der Schlussphase nahmen die Spielerinnen, wohl in Vorfreude auf die Feierlichkeiten, den Fuß vom Gaspedal. Die Konzentration wie der Spielfluss litten unter der nun dürftigen Einstellung - allein vier Siebenmeter wurden verworfen.

"Der Drops war in Hälfte zwei schnell gelutscht", betonte die Meister-Trainerin des TuS Lintfort, Bettina Grenz-Klein. "Es war kein tolles Spiel, aber der Sieg war auch nie in Gefahr. Wir haben uns heute aufgrund von insgesamt vielen stabilen Leistungen verdientermaßen den Titel des Westdeutschen Meisters geholt. Ein Lob an die Mannschaft."

(RP)