1. NRW
  2. Städte
  3. Moers
  4. Sport

Turnen: Lina wie ein "alter Hase"

Turnen : Lina wie ein "alter Hase"

Beim 14. UE-Cup des TV Utfort-Eick gehen auch 19 Trampolin-Talente des ausrichtenden Vereins an die Geräte. Der Nachwuchs lockt viele Zuschauer in die Sporthalle. 15 Vereine aus Nordrhein-Westfalen waren mit von der Partie.

Applaus und Jubelschreie — die Sporthalle der Heinrich Pattberg-Realschule erwies sich am Sonntag als geeigneter Austragungsort für den 14. UE-Cup. Der Ausrichter des Trampolinturn-Turniers, der TV Utfort-Eick, schickte gegen die teils starke Konkurrenz aus Nordrhein-Westfalen 19 eigene Turner und Turnerinnen in den Wettkampf und stellte sich in insgesamt 18 Klassen seinen Gegnern - Die jüngsten sind neun, die ältesten 18 Jahre alt.

Cara Anthas turnt in dieser Szene bei ihrem Pflichtprogramm einen Salto. Am Ende landete die neun Jahre junge Turnerin butterweich und platzierte sich in der Kategorie W 6 auf dem neunten Rang. Bild: Klaus Dieker Foto: Dieker, Klaus

Perfektionismus als Hindernis

Besonderes Hauptaugenmerk beim Moerser Verein lag auf der elfjährigen Lina Bastian. Schon jetzt sei sie ein "alter Hase", beschreibt Trainerin Dinah Lindemann das zierliche Mädchen, die sie vom ersten Moment an als Übungsleiterin betreut hat. Bereits mit sechs Jahren kam Lina zum Trampolinsport. Wie es aber genau dazu kam, das weiß sie heute schon gar nicht mehr. "Auf jeden Fall ist es cooler als Fußball", sagte sie und grinst. Dinah Lindemann ist froh, dass sie solch ein Talent in ihrem Kader hat. "Sie ist verdammt ehrgeizig und will alles zu einhundert Prozent richtig machen. Doch stehe ihr auch der Perfektionismus selbst im Weg.

Sie erkenne ihr eigenes Talent nämlich nicht: "Es gibt einige Sprünge und Übungen, die sie theoretisch kann, sich es aber nicht zutraut, weil sie bloß keinen Fehler machen will."

Selten sind die Trampolinturniere so gut besucht wie das gestrige. Rund 200 Zuschauer, zumeist Eltern und andere Angehörige der Aktiven, füllten die Ränge. Doch gerade vor Publikum zu springen macht die jungen Talente nervös. "Hast du auch ordentlich gefrühstückt", fragte Trainern Dinah Lindemann die Elfjährige zu Beginn des Wettkampfs. Doch mehr als nur einen Kakao bekam Lina am morgen nicht runter. Zu aufgewühlt ist sie noch vor solchen Wettkämpfen. Nicht mal das Ausschlafen habe am morgen funktioniert.

Doch beim Turnier ist das Lampenfieber wie weggeblasen. Gerade wenn die Konzentrationsphase beginnt, blendet Lina das Geschehen um sich herum erstaunlich cool aus. Im Kopf geht sie nochmals den Ablauf ihrer Übung durch, und wenn sie erstmal auf dem Gerät steht, konzentriert sie sich nur noch auf den nächsten Sprung. "Von den Zuschauer bekomme ich gar nichts mehr mit." Selbst Mama und Papa existieren nicht. Weil sie in ihrer Klasse (W 8; Jahrgang 1999/2000) jedoch gegen fast ein Jahr ältere Konkurrenz antreten muss, reicht ihr als Zielsetzung der zehnte Platz. Alles andere ist Zugabe.

(KT)