Leichtathletik: Vier Weltmeistertitel für Moerser Paar

Leichtathletik : Vier Weltmeistertitel für Moerser Paar

Das Moerser Ehepaar Wolfgang und Ute Ritte sollen bei den Senioren-Titelkämpfen in der Leichtathletik sieben Medaillen. Das Duo kehrte erfolgsverwöhnt aus dem südspanischen Malaga zurück.

Erfolgsverwöhnt ist sie ja, die Moerser Leichtathletik-Familie Ritte. In den vergangenen Jahren holten sie Titel um Titel, Medaille um Medaille. Doch nun setzten Ute und Wolfgang Ritte im südspanischen Malaga nochmals einen drauf. In den vergangenen zwei Wochen stand der Geburtsort Pablo Picassos ganz im Zeichen der World Masters Championship 2018. Weit über 8000 Leichtathletinnen und Leichtathleten waren in die andalusische Metropole gekommen, um dort die Weltmeistertitel bei den Seniorinnen und Senioren zu ermitteln.

Das Ehepaar Ritte waren zu diesen Titelkämpfen aber auch mit hohen Erwartungen angereist. Jeweils eine Medaille in ihrer Spezialdisziplin sollte es schon geben. Darüberhinaus waren beide aufgrund ihrer Vorleistungen bei den deutschen Meisterschaften in Mönchengladbach auch im Weitsprung und Wolfgang Ritte, ebenfalls im Hürdensprint, nicht chancenlos.

Im Stabhochsprung wurde Wolfgang Ritte seiner Favoritenrolle mehr als gerecht. Der 65jährige, der den Seniorenweltrekord in diesem Jahr bereits mehrfach auf jetzt 4,05 Meter verbessern konnte, stieg bei 3,30 Meter erfolgreich in den Wettkampf ein. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 13 der insgesamt 17 Teilnehmer ausgeschieden. Als Ritte auf Anhieb auch 3,50 und 3,70 Meter überquerte, war er nur noch allein im Wettbewerb und stand so als neuer Weltmeister fest. Mit übersprungenen 3,90 Meter stellte er noch einen Championshiprekord auf. Erst bei den Versuchen, seinen eigenen Weltrekord auf 4,06 Meter zu verbessern, scheiterte er dreimal.

Erheblich spannender verlief der Stabhochsprung der Frauen. Hier benötigte Ute Ritte für ihre Anfangshöhe drei Versuche und wäre beinahe mit einem „Saltonullo“ ausgeschieden. 2,40, 2,45 und auch 2,50 Meter übersprang die Moerserin souverän im ersten Versuch. Dies gelang auch der Britin Sue Yeomans, während alle andere Teilnehmerinnen ausschieden.

Bei 2,60 Meter musste sowohl die Britin als auch Ute Ritte passen. Da die Britin ihre Anfangshöhe jedoch im ersten Versuch überspringen konnte, siegte sie aufgrund der Mehrversuchsregel. Die 66jährige pensionierte Moerser Lehrerin freute sich trotzdem sehr über den Gewinn der Silbermedaille, zumal sie mit dem Weitsprung ein weiteres Eisen im Feuer hatte.

Auch hier lieferte sie sich einen spannenden Kampf mit den angetretenen 19 Konkurrentinnen. Im fünften. Versuch gelang ihr schließlich der Siegsprung mit 3,81 Meter.

Im Weitsprung der Männer schien Wolfgang Ritte aufgrund der Meldeergebnisse eher eine Nebenrolle zu spielen. Gleich mehrere der angetretenen 28 Teilnehmer hatten bessere Vorleistungen als der 65jährige pensionierte Ministerialbeamte vorzuweisen. Doch mit 5,25 Meter im zweiten Versuch qualifizierte er sich problemlos für den Endkampf der besten Acht. Dort schockte er im vierten Versuch mit 5,44 m (nur drei Zentimeter unter dem Senioren-Weltrekord) die gesamte Konkurrenz und holte sich den Titel.

Im Hürdensprint qualifizierte sich Wolfgang Ritte locker für den Endlauf.  Er siegte in 16,26 Sekunden. Nach über 50jähriger Leichtathletikkarriere ist dieser Gewinn von drei WM-Titeln für Wolfgang Ritte einzigartig.

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