Keine "Raab-Show" beim GSV

Keine "Raab-Show" beim GSV

Stattdessen sucht Jürgen Raab den langfristigen Erfolg beim Moerser Fußballfrauen-Regionalligisten. Der neue Trainer setzt auf Talente aus dem Nachwuchsbereich und erklärt den Sprung in die Zweite Bundesliga zum Ziel.

Vor drei Jahren klingelte das Telefon von Bettina Kutscher. Die Trainerin des Fußballfrauen-Regionalligisten GSV Moers durfte sich ein lukratives Angebot anhören. Jürgen Raab, damals Trainer des FCR Duisburg II, war am anderen Ende der Leitung und wollte seine Kollegin für die U 17-Auswahl des Bundesligisten gewinnen. Dass daraus nichts wurde, ist bekannt.

Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Bettina Kutscher, die im Sommer nach sieben Jahren ihren Platz auf der Trainerbank des GSV räumen wird, meldete sich ihrerseits bei Raab und offerierte ihm den Job, die Nachfolge an der Moerser Seitenlinie anzutreten. Und seit Sonntag steht fest: Der derzeit noch bei den A-Junioren des VfB Homberg engagierte Trainer macht's! (die RP berichtete).

Großes Lob für die Arbeit in Moers

Freilich, eine "Raab-Show" wird es nicht werden. Jürgen Raab, ein bekennender Fan des FC Bayern München, setzt nicht auf Effekte, sondern fordert langfristige Entwicklungen ein. "Raab ist ein Trainer, der konzeptionell arbeitet und einen Vereinsaufbau von der Jugend bis hin zu den Erwachsenen anstrebt", beschreibt Bettina Kutscher ihren Nachfolger. Der hat sich mittlerweile in Moers umgeschaut und gesehen, dass er da an der richtigen Stelle ist. "Die Strukturen im Frauenfußball beim GSV sind in den letzten Jahren perfekt aufgebaut worden", lobt er die Moerser Arbeit. "Ich freue mich, zukünftig daran mitarbeiten zu können", sagt er, nicht verschweigend, dass die Entwicklungen auch sichtbar werden sollen.

  • Lokalsport : Fußballfreier Sonntag für den Regionalligisten GSV Moers

"Langfristig muss die Zweite Bundesliga das Ziel des GSV sein, um den Frauenfußball in Moers weiter zu bringen. Dafür ist auch ein stabiler Unterbau mit erfolgreicher U 17- und U 15-Mannschaft nötig." Dass er da auf gute Erfolge verweisen darf, zeigt die Vita von Jürgen Raab. Beim FCR Duisburg hat er in Zusammenarbeit mit Trainern wie Jürgen Krust oder Martina Voss viele Talente, die heute erfolgreich in der Bundesliga und im Nationalteam tätig sind, ausgebildet.

Co-Trainer Dirk Pohl kommt mit

Gemeinsam mit Raab wird auch dessen Assistent Dirk Pohl als Co-Trainer an den Moerser Schlosspark wechseln. "Wir kennen uns seit Jahren, da weiß der eine, was der andere denkt und macht", erklärt Raab. Für die bisherigen Co-Trainerinnen Mirjam Mölders und Keti Carastergiou soll das aber nicht das Ende beim GSV bedeuten. "Ich arbeite sehr gern in Gruppen", betont Raab, der nach eigenen Worten das Duo unbedingt halten will.

Dem neuen Trainer, der sein Geld in Duisburg bei den dortigen Verkehrsbetrieben verdient, eilt ein besonderer Lob seiner Vorgängerin voraus. "Raab war unsere erste Adresse", berichtet Bettina Kutscher. Sie ist sicher: "Wenn es einer kann, dann er!"

(RP)