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Kamp-Lintfort: Torjägerinnen des Zweitligisten TuS Lintfort drohen auszufallen

Handball : Torjägerinnen des TuS Lintfort drohen auszufallen

Für Zweitligist TuS Lintfort steht am Samstag das erste Spiel des Jahres an. Bei der SG H2Ku Herrenberg tritt das Team ersatzgeschwächt an. Die Einsätze von Lisa Kunert, Naina Klein und Prudence Kinlend stehen auf der Kippe.

Vor dem sportlichen Start ins neue Jahr am Samstagabend um 20 Uhr bei der SG H2Ku Herrenberg, gut 30 Kilometer südwestlich von Stuttgart gelegen, steht zwar noch der obligatorische Corona-Test auf dem Programm. Doch sollte am Freitag vor dem Training alles negativ sein in der Eyller Sporthalle, dann wird der Frauenhandball-Zweitligist TuS Lintfort am Samstag gegen 12 Uhr in den Kleinbussen in Richtung Süddeutschland sitzen.

Aus der 48-tägigen Spielpause inklusive Corona-Ausfälle und Frauen-EM-Turnier im Dezember kommt TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein jedoch alles andere als vollzählig heraus. Beim aktuellen Tabellendritten drohen mit Lisa Kunert (46 Treffer), Naina Klein (42) und Prudence Kinlend (35) die drei Haupttorschützinnen auszufallen. Das Trio vereinigt 133 der bisher erzielten 212 Treffer auf sich. Das sind stolze 63 Prozent.

Die 20-jährige Lisa Kunert plagt sich seit geraumer Zeit mit einem Fersensporn herum. Offenbar wurde die beharrliche Fehlbelastung im Fuß verschleppt. Das vermutet jedenfalls Trainerin Bettina Grenz-Klein: „Wir versuchen derzeit eine konservative Behandlung ohne Operation. Die Sache ist allerdings schmerzhaft und langwierig.“ Was nicht danach klingt, als würde Kunert ein wirkliches Thema für die Start-Sieben am Samstagabend sein. „Jule Samplonius“, hebt Grenz-Klein bereits hervor, „wird als Alternative auf der rechten Seite mehr Verantwortung übernehmen müssen.“

Im Gegensatz zu Lisa Kunert hat die 21-jährige Naina Klein eine Operation bereits hinter sich. Nach einem Eingriff am Knie dürfte die linke Rückraumwerferin noch Trainingsrückstand haben.

Sicher nicht in Herrenberg am Start ist Prudence Kinlend. Was die Lintforterinnen gegen eine körperlich robuste Gegnerschar mit der ehemaligen Göppinger Bundesliga-Sspielerin Annika Blanke in der Rückraummitte sowie kantigen Kreisläuferinnen empfindlich treffen dürfte.

„Prudence fällt wegen einer Bauchoperation erst einmal aus. Sie ist zwar schon wieder auf einem guten Weg, wird uns aber mit ihrer Power gerade in der Defensive fehlen“, sagt Trainerin Grenz-Klein. Nach einem holprigen Start mit zwei deftigen Niederlagen war gerade die 28-Jährige bislang ein gewichtiger Faktor im Lintforter Spiel. Kinlend orientierte sich von der halblinken Stammposition in die Rückraummitte und entpuppt sich im Wechsel mit Naina Klein als vorzügliche Spiel-Lenkerin.

„Ich musste mich natürlich erst einmal in die Rolle rein finden, das war nicht so einfach“, sagt Kinlend. „Prudence kann die Mitte natürlich spielen, auch wenn sie auf der Halbposition als Schützin mit reichlich Bundesliga-Erfahrung natürlich sehr gut ist“, lobt Bettina Grenz-Klein. „Man muss sich als Spiel-Lenkerin darauf einlassen können, für alle mitzudenken und die Angriffsentscheidungen zu treffen. Dafür muss man im Kopf bereit sein und auch den Stress auf dem Feld aushalten können.“ Kinlend kann genau dies. Und gerade in fremden Hallen klappte das vor der Pause erstaunlich gut.

Nach der Auftaktniederlage in Nürtingen gelangen den Lintforterinnen drei Siege und das respektable 22:22 bei den Füchsen Berlin. Es war der bislang einzige Punktverlust des Spitzenreiters in zehn Partien. Angesichts der personellen Einschränkungen am Samstag dürfte es allerdings schwer werden, die kleine Lintforter Reiseserie auszubauen.

„Wir sind in Herrenberg nur Außenseiter, der Druck liegt beim Gegner. Das kann für uns eine Chance sein“, sagt die TuS-Trainerin. Mit 9:7-Punkten im Rücken läuft die Saison mit einem auf den Schlüsselpositionen neu formierten Team erstaunlich gut. Das findet auch Bettina Grenz-Klein: „Mich hat meine Mannschaft bisher sehr positiv überrascht.“