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Kamp-Lintfort: Handballerinnen des TuS Lintfort verlieren bei der SG H2Ku Herrenberg

Handball : TuS Lintfort verpasst Überraschung nur knapp

In der Zweiten Handball-Bundesliga der Frauen muss sich die Mannschaft beim Tabellendritten SG H2Ku Herrenberg denkbar knapp mit 28:30 geschlagen geben.

Die kleine Auswärtsserie des TuS Lintfort in der Zweiten Handball-Bundesliga der Frauen von vier Partien in Folge ohne Niederlage ist am Samstag zwar gerissen, dennoch zog sich das Team von Trainerin Bettina Grenz-Klein beim Aufstiegsaspiranten SG H2Ku Herrenberg auch ohne Spielmacherin Prudence Kinlend beachtlich aus der Affäre. „Wir haben uns gut verkauft, hätten das Spiel aber auch gewinnen können“, sagte Grenz-Klein über das knappe 28:30 (15:16) in der Markweghalle nahe Stuttgart.

Vielleicht hätte eine etwas bessere Leistung von Torhüterin Laura Graef schon ausgereicht, um zwei Punkte mitzunehmen. „Laura hatte einen rabenschwarzen Abend und war diesmal leider nicht der gewohnte Rückhalt für uns“, sagte die TuS-Trainerin.

Sie empfand 30 Gegentore gegen die körperlich robusten Gastgeberinnen ohnehin als zu üppig. Vor allem der Defensive merkte man an, dass mit Prudence Kinlend eine Aufräumerin vermisst wurde. „In solch einem engen Spiel merkt man schon: Da fehlt eine“, so Grenz-Klein. Kinlends Comeback im ersten Heimspiel des Jahres am kommenden Samstag (17.30 Uhr, Eyller Sporthalle) gegen den Tabellenzweiten BSV Sachsen Zwickau ist wegen einer Bauchoperation aus dem Dezember derzeit fraglich.

Dazu bekamen die Lintforterinnen am Samstagabend in Saskia Hiller auf der Rechtsaußenposition die beste Schützin der Herrenberger Mannschaft nicht in den Griff. Hiller erzielte sieben Treffer. Auf der Gegenseite mischten in Lisa Kunert und Naina Klein die beiden besten Torschützinnen immerhin angeschlagen mit.

Kunert brauchte im rechten Rückraum in der ersten Halbzeit eine gute Anlaufzeit, setzte dann aber Schlag- und Sprungwürfe trotz ihrer Fußverletzung immer wieder erfolgreich an. „Anfangs fehlte bei Lisa die wichtige Dynamik im Antritt. Das war auch ein wenig eine Kopfsache. Sie wurde aber warm und dann immer besser“, sagte TuS-Trainerin Grenz-Klein. Sechs Treffer standen dann doch zu Buche, aber auch ein verworfener Siebenmeter bei 26:28-Rückstand kurz vor dem Spielende.

Naina Klein, ebenfalls angeschlagen ins Spiel gegangen, legte auf halblinks eine gute erste Halbzeit hin, baute dann aber arg ab. Neuzugang Jule Samplonius rückte für die verhinderte Kinlend streckenweise in die Rückraummitte und machte ihre Sache ordentlich. Bettina Grenz-Klein lobte sie: „Jule konnte gute Akzente setzen, das hat mich gefreut.“

Die Spielentscheidung in Herrenberg fiel nach einer 20:18-Führung für Lintfort. Der Gastgeber traf dann fünfmal in Serie und nutzte insgesamt auch besser die Überzahlmöglichkeiten aus. „Uns hat in kritischen Phasen offensiv die Ruhe gefehlt. Da hätten wir dem Gegner mehr Luft rausnehmen müssen, anstatt schnell einen Abschluss zu suchen“, sagte Trainerin Bettina Grenz-Klein.

Nach der vierten Saison-Niederlage liegt der TuS Lintfort nun mit 9:9-Punkten auf dem achten Platz, durch den unerwarteten Bremer Heimsieg über Leipzig verkürzte sich der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz allerdings auf nur noch drei Punkte.

TuS Lintfort: Graef (Angenendt) – Legermann (4), Samplonius (4), Haase (1), Klein (4), Gruner, Henschel (4/3), Ueffing, Willing (3), Lucas (1), Kunert (6/1), Lambertz (1).