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Kamp-Lintfort: Familie Klein prägt den TuS Lintfort

Handball : Familie Klein prägt den TuS Lintfort bis heute

Der Verein hat in den vergangenen Jahrzehnten viele Erfolge gefeiert. Manfred Klein gewann den DM-Titel auf dem Feld, Ulrich Klein ist seit vielen Jahren Vorsitzender. Seine Frau Bettina Grenz-Klein coacht das Frauen-Team.

Die Geschichte der Handballer des TuS Lintfort ist unverrückbar mit dem Namen Klein verbunden. In den frühen Jahren des Klubs war es zunächst Manfred Klein, der mit den Feld-Handballern des TuS die Deutsche Meisterschaft gewann.

In jüngerer Vergangenheit war es dann immer Ulrich Klein, der mehr und mehr zum Macher des Vereins wurde. Nicht zu vergessen seine Frau Bettina Grenz-Klein, zunächst erfolgreiche Spielerin und nun schon seit fast zwei Jahrzehnten Trainerin des erfolgreichen Frauen-Teams in der Zweiten Bundesliga. Dann wären auch noch beide Kinder: Naina ist eine der Stützen der Mannschaft, und Tim bringt sich als Schiedsrichter beim TuS mit ein.

Geprägt wurde der TuS Lintfort jedoch von Ulrich Klein. Der 59-Jährige, als Kommunalbeamter beim Jobcenter im Kreis Wesel tätig, begann 1975 in der C-Jugend mit dem Handball und war als Spieler bis 1989 aktiv.

Bereits 1976 begann er mit seiner Trainerkarriere bei der weiblichen B-Jugend des Vereins. Normalerweise sind die Spielerinnen in dieser Altersklasse zwischen 14 und 16 Jahren jung, doch beim TuS waren etliche Akteurinnen gerade einmal sechs Jahre.

Allerdings gab es im damaligen Handball-Kreis Moers keine Altersklasse unter der B-Jugend, die am aktiven Spielbetrieb teilnahm. Und so mussten die Mädchen reichlich Lehrgeld bezahlen. „Anfangs haben wir richtig deftige Niederlagen einstecken müssen, doch die Mädchen haben die Lust am Handball nicht verloren“, sagt der zweifache Familienvater.

Besser wurde wurde es dann in der Rückrunde, und von da an ging es stetig bergauf, bis zum Gewinn der Niederrhein-Meisterschaft 1982. Drei Jahre später startete das Team dann bei den Senioren in der Kreisliga und schaffte bis 1992 den Aufstieg in die Dritte Liga. Lange war er für diese Mannschaft aktiv, trainierte danach zwei Jahre die Männer des SV Neukirchen, ehe er wieder zurück nach Lintfort ging, wo er noch die eine oder andere Jugendmannschaft trainierte oder dort aushalf, wo es lichterloh brannte.

Bereits 1989 nahm Ulrich Klein dann auch Tätigkeiten im Vorstand des Vereins wahr. Zunächst war für die Jugendarbeit verantwortlich, dann arbeitete er lange Zeit als Geschäftsführer, ehe er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Seit mittlerweile elf Jahren bekleidet er nun das Amt des Vorsitzenden. Außerdem war von 1993 bis 2006 ehrenamtlich für den Deutschen Handball-Bund tätig, für den er Feriencamps mit 50 Jugendlichen ausrichtete. Neben seinen Aufgaben beim TuS Lintfort ist Ulrich Klein momentan noch mitverantwortlich für die Spielplangestaltung bei den Frauen in der Zweiten Bundesliga.

Wie es dort allerdings weitergehen wird, ist wegen der Coronavirus-Pandemie keinesfalls sicher. „Werden die Spiele mit oder ohne Zuschauer ausgetragen, kann die Saison wirklich im September beginnen, das ist ganz schön stressig“, sagt Ulrich Klein. „Wir haben uns jedoch den Dezember komplett freigehalten und könnten somit auch vier Wochen später in die neue Saison starten.“

Finanziell hatte der vorzeitige Abbruch der Saison 2019/20 für den TuS Lintfort natürlich auch Folgen. „Uns fehlen die Einnahmen von sechs Heimspielen, was nicht einfach zu kompensieren ist. Außerdem machen wir uns natürlich auch Gedanken, wie es mit dem Sponsoring weitergehen wird, denn viele Firmen sind von der Corona-Pandemie betroffen. Und deshalb ist es völlig unseriös, eine vernünftige Finanzplanung für die nächste Saison zu erstellen. Dennoch hoffen ich, dass es weitergehen wird“, sagt Ulrich Klein.

„Ich bin durch und durch Mannschaftssportler. Handball ist für mich das Nonplusultra. Das schnelle, harte aber faire Spiel, die vielen Tore und die tolle Kameradschaft – auch zu den gegnerischen Mannschaften – fasziniert mich immer wieder.“