Im Landesliga-Duell zwischen Fichte Lintfort und SV Scherpenberg im Kreispokal-Viertelfinale geht es um viel.

Fußball in Moers : Nach Derby-Pleite muss Fichte punkten

Im Landesliga-Duell zwischen Fichte Lintfort und SV Scherpenberg im Kreispokal-Viertelfinale geht es um viel.

Der Moerser Kurt-Blömer-Kreispokal geht heute in die heiße Phase, wenn drei Viertelfinalspiele angepfiffen werden. Den Auftakt bildet um 15.30 Uhr der Vergleich zwischen den beiden Landesligisten TuS Fichte Lintfort und SV Scherpenberg. Um 16 Uhr freut sich C-Ligist SC Rheinkamp auf das Derby gegen Bezirksligist FC Meerfeld, während zeitgleich Landesligist GSV Moers beim A-Ligisten SpVgg. Rheurdt-Schaephuyen antritt.

Nach dem verkrampften, enttäuschenden Auftritt im Liga-Derby beim GSV Moers wollen sich die Lintforter im Pokal steigern. „Wir müssen einige Dinge besser machen, auch wenn uns das die Punkte nicht zurückbringt“, wurmt Fichte-Coach Sven Schützek das 0:1 vom vergangenen Sonntag noch. Dass sein Team den Ligavergleich mit Scherpenberg Mitte September mit 3:0 gewonnen und dabei seinen bislang höchsten Saisonsieg gefeiert hat, ist für ihn kein Maßstab: „Das Spiel wurde damals von einem Platzverweis für den Gegner beeinflusst. Außerdem hat der SVS den Trainer getauscht und befindet sich im Aufwind.“

Aus Schützeks Sicht kann heute alles passieren: „Beide Mannschaften liegen in der Tabelle fast gleichauf, und beide wollen ins Halbfinale. Zumindest denke ich mal, dass auch Scherpenberg nicht zu uns kommt, um mal eben rauszufliegen. In einem Heimspiel wollen wir uns aber natürlich die Chance auf den Niederrheinpokal-Einzug erhalten.“ Ersetzen muss der Coach die Gelb-gesperrten Tim Konrad und Florian Ortstadt sowie den angeschlagenen Timo Friede. „Dann können sich eben andere Spieler zeigen“, nimmt Schützek seine Jungs in die Pflicht.

Angesichts der noch immer angespannten Tabellensituation in der Liga hat der Pokal für SVS-Trainer Timo Barbeln nicht die allerhöchste Priorität. Dennoch sagt er: „Wir wollen weiterkommen, keine Frage. Vor zwei Jahren waren wir schon einmal im Niederrheinpokal. Das würden wir gerne wieder erleben. Es wäre aber angesichts des Abstiegskampfs in der Meisterschaft nur ein schöner Nebeneffekt.“ Revanchegelüste hat er nach der Liga-Niederlage in Lintfort nicht, auch wenn er zugibt, dass die Partie noch ein wenig in den Köpfen der Spieler steckt. „Wir wollen den Zuschauern einen schönen Pokalfight liefern und im Rhythmus bleiben. Darum geht es.“ Verzichten müssen die Gäste auf Lucas Borstelmann (Gelb-Sperre), Daniel Vogel (krank) sowie die Verletzten Pascal Schmidt und Emin Uzun. Zudem ist der Einsatz von Torjäger Maximilian Stellmach aus terminlichen Gründen fraglich.

Als krasser Außenseiter steht C-Ligist SC Rheinkamp im Halbfinale gegen Bezirksligist FC Meerfeld. „Wir hissen aber nicht im Vorfeld die weiße Fahne. Schließlich haben wir uns schon in den drei vorherigen Runden gegen höherklassige Gegner sportlich durchgesetzt“, hofft SCR-Coach Karl-Heinz Dezelak auf eine weitere Überraschung. Er selbst hat den heutigen Gegner drei Jahre lang in der Bezirksliga betreut und daran beste Erinnerungen: „Das war eine schöne und erfolgreiche Zeit, ich kann nur Gutes über Meerfeld sagen“, blickt Dezelak zurück. Sein aktuelles Team strotzt vor Selbstbewusstsein, hat aus 16 Ligaspielen 14 Siege und zwei Remis geholt sowie seit Jahresbeginn erst zwei Pflichtspiele verloren. „Wir werden bis an unsere Grenzen gehen und dann sehen, was nach 90 oder 120 Minuten dabei rauskommt“, kündigt er dem Nachbarn einen heißen Tanz an.

Mit diesem rechnet auch FCM-Coach Thomas Geist: „Mein Kollege, den ich sehr schätze, war schon immer ein guter Motivator“, erwartet er eine Rheinkamper Elf, die ihre Chance suchen wird. „Der SCR ist ein sympathischer Verein, dem ich die Daumen für den Aufstieg drücke.“ Trotzdem steht für Geist der Erfolg der eigenen Elf natürlich im Vordergrund, und dazu gehört der Einzug ins Halbfinale: „Wir sind der Favorit, da gibt es keine Ausreden. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann kommen wir weiter. Aber dazu gehört auch, dass wir das Spiel ernst nehmen und den Gegner mit dem nötigen Respekt behandeln.“

Über seine personellen Ausfälle will der Coach im Vorfeld nicht reden: „Darüber verlieren wir kein Wort. Es wird sicherlich ein paar Experimente bei der Aufstellung geben. Wir wollen am Ende dieses Prestigeduell, auf das ich mich freue, auch gewinnen.“

„Ich bin angefressen“, sagt Thorsten Schikofsky, Trainer des GSV Moers, vor dem Gastspiel bei der SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen. Grund für seine Verstimmung: Die Grafschafter wollten die Partie wegen eines privaten Termins eines Spielers gerne auf einen anderen Tag verlegen, bekamen von den Hausherren aber nur den Vorschlag, den Anstoß um zwei Stunden nach vorne zu verschieben.

So wurde es nichts aus dem von Schikofsky und seinen Jungs erhofften freien Wochenende. „Das ist eine zusätzliche Motivation für uns“, erklärt der Coach. Aus seiner Sicht haben es die Gelb-Schwarzen in diesem Jahr insgesamt so leicht wie selten, ins Halbfinale einzuziehen. Er erklärt: „Wir hatten zuerst ein Freilos, dann ein 10:0 in Menzelen, und danach ist unser Gegner nicht angetreten. Mit einem weiteren Sieg wären wir schon in der Vorschlussrunde und damit fast im Niederrheinpokal. Das ist Grund genug, die Partie mit der nötigen Ernsthaftigkeit anzugehen.“

Gegenüber der Meisterschaft wird Schikofsky sein Team auf einigen Positionen umstellen, zudem feiert Fabian Hastedt sein Comeback nach überstandener Verletzung. „Alle meine Jungs hatten schon ihre Einsätze. Wir werden also ein gutes Team auf den Platz bringen. Dass wir auf Asche spielen, sollte uns auch nicht bremsen“, lässt der GSV-Trainer keine Ausreden gegen den A-Liga-Fünften, der zehn Siege in 16 Ligaspielen geschafft hat, gelten.

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