Homberger laufen wieder hinterher

Fußball-Regionalliga : Homberger laufen wieder hinterher

Nach dem 0:2 gegen Bergisch Gladbach vergrößerte sich der Rückstand zum ersten Rettungsplatz auf fünf Punkte.

2019 war das Fußballjahr für den VfB Homberg schlechthin. Nach den Höhepunkten in Form des erreichten Aufstiegs in die Regionalliga, wollten die Gelb-Schwarzen das „Traumjahr“, wie es Duisburgs Trainer des Jahres, Stefan Janßen, nennt, mit einem Sieg im letzten Heimspiel rund machen. „Das hatten wir uns fest vorgenommen“, so Janßen, „es tut mir leid für unsere Zuschauer und die Mannschaft, dass wir es nicht geschafft haben.“ Und freilich war das 0:2 (0:1) gegen den sportlichen Rangletzten SV Bergisch Gladbach 09 zum Rückrundenstart auch aus tabellarischer Sicht für den Trainer ärgerlich. „Wir haben ein ganz wichtiges Spiel verloren.“

Statt den Anschluss zu einem sicheren Nichtabstiegsplatz herzustellen, trennen den VfB von diesem nun fünf Punkte, während Bergisch Gladbach auf zwei Zähler an den VfB herangekommen ist. Dabei zeigten die Gelb-Schwarzen von Beginn an, dass sie die Punkte am Rheindeich halten wollten.

„Wir sind sehr motiviert in das Spiel gegen diesen direkten Konkurrenten gegangen, und das konnte man auch sehen“, meinte Torhüter Philipp Gutkowski, der über 90 Minuten nicht einmal sonderlich viel zu tun hatte, aber zweimal hinter sich greifen musste. „Wir haben eine gute Leistung gezeigt und waren sicher nicht die schlechtere Mannschaft“, so der Keeper.

„Wir haben uns auch einige Chancen rausgespielt. Aber dann treffen wir die Latte, der Ball wird noch auf der Linie geklärt, oder irgendein Fuß ist noch dazwischen. Bergisch Gladbach hat die Tore einfach gemacht“, hatte im Kellerduell auch in Gutkowskis Augen „das effektivere Team“ gewonnen. „Vom Willen her, war uns nichts vorzuwerfen. Was wir uns vorwerfen können, ist, unsere Chancen nicht genutzt zu haben.“

Neben erwähntem Lattenschuss von Pierre Nowitzki, dem im Gegenzug das 1:0 für die Gäste durch Metin Kizil folgte (39.), und dem Schuss von Danny Rankl, den Milo Mc Cormick noch von der Linie kratzte (87.), hatten die Gastgeber durch Patrick Dertwinkel und Cagatay Kader in der 35. Minute ebenfalls die Doppelchance zur Führung. Doch Dertwinkel kam im Fünfmeterraum nicht durch die vielen Abwehrbeine hindurch und Kader setzte den Abpraller dann aus 13 Metern über den Kasten.

„Uns hat die entscheidende Durchschlagskraft gefehlt. Da muss man auch mal mit aller Gewalt das Ding über die Linie bringen“, fühlte sich der Coach an einige vorangegangene Spiele erinnert. „Wenn wir in Führung gehen, läuft dieses Spiel anders. Aber so kriegen wir dann ein Gegentor, und es wird schwer, gegen so einen kompakten Gegner das Spiel machen zu müssen.“

Das habe sein Team auf dem holprigen und weichen Rasen, dem das intensive Spiel dann auch den Rest für dieses Jahr gab, „mit einigen schönen Kombinationen noch gut hinbekommen“, so Janßen, „Aber im vorderen Drittel hat uns dann die letzte Konsequenz gefehlt.“ Und was dabei trotz optischer Überlegenheit herauskommen kann, habe sein Team schließlich auch schon bei den Heimpleiten gegen die Konkurrenten im Tabellenkeller, Wuppertaler SV und TuS Haltern, erlebt, betont der Coach.

So kam es auch gegen den nächsten Konkurrenten, dass statt des eigenen Torerfolges durch dessen erste Chance nach der Pause das 2:0 für den Gegner heraussprang. Dass Kevin Dabo das Zuspiel in den Fünfmeterraum „in aller Ruhe annehmen, sich um den Torwart drehen und einschieben kann“, sprach für Janßen dann auch nicht für die notwendige letzte Konsequenz.

„Wir können in dieser Liga nur punkten, wenn alle Spieler hundert Prozent bringen. Aber einige haben es diesmal nicht geschafft“, machte der Trainer „Defizite“ bei manchem Kicker aus. „Vom Willen und Einsatz her war es bei allen in Ordnung, aber nicht jeder hat die vorhandenen PS auf die Straße bringen können.“

Das wird am kommenden Freitag ab 19.30 Uhr erst recht notwendig sein. Mit einer Überraschung beim Favoriten Rot-Weiss Essen könnten die Gelb-Schwarzen ihr Traumjahr 2019 zum Abschluss dann auch doch noch rund machen.