Handball: TuS Lintfort verpasst die Überraschung

Handball : TuS Lintfort verpasst die Überraschung

Frauen-Handball: Der Zweitliga-Aufsteiger unterliegt im Gastspiel beim Meisterschaftsmitfavoriten Kurpfalz Bären mit 24:31. Eine Halbzeit benötigt das Lintforter Team, um sich an das Klima in der zweiten Liga zu gewöhnen.

Die große Sensation blieb erwartungsgemäß aus. Dafür war der Gegner einfach zu stark. Die Handballerinnen des TuS Lintfort konnten nach ihrem Aufstieg in die 2. Bundesliga das Überraschungsmoment nicht auf ihre Seite ziehen, unterlagen beim haushohen Favoriten, den Kurpfalz Bären aus Ketsch, mit 24:31 (9:16).

Die TuS-Spielerinnen waren bei ihrem Debüt nervös. Dazu kamen zwei Ausfälle: Eva Legermann konnte wegen einer Schulterverletzung nicht mitwirken, Annefleur Bruggeman aufgrund eines Cuts am Auge. Lintfort war sichtlich beeindruckt davon, mit welcher Dynamik und Wucht die Gastgeberinnen die Saison eröffneten. Die Kurpfalz Bären drückten sofort aufs Tempo (4:0), Lintfort schaute artig zu.

Naina Klein war der erste TuS-Treffer in der Saison vergönnt. Das Erfolgserlebnis für die Lintforter Gäste ließ allerdings knapp acht Minuten auf sich warten. Lintfort bekleidete auch für den Rest der ersten Hälfte stets die defensive Rolle. Die Spielerinnen benötigten unglaublich lange Zeit, um sich an den Rhythmus zu gewöhnen und sich vor allem ordentlich in der Defensive zu formieren. Das Team aus Ketsch kreierte derweil Chancen und nutzte seine Möglichkeiten auch schonungslos aus.

Der TuS Lintfort hatte seine liebe Mühe damit, klare Akzente im Angriff zu setzen. Es fehlte der Mannschaft an Mut, Entschlossenheit sowie Kreativität, um die offensiv ausgerichtete 3:2:1-Deckung der Kurpfalz Bären in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Waren die ersten 30 Minuten aus TuS-Sicht noch ein gewisses Herantasten an die 2. Bundesliga, so konnten die Spielerinnen nach dem Seitenwechsel doch noch die großen Zwänge über Bord werfen.

Das Team fand sprichwörtlich über den Kampf die so wichtige Einstellung. Dieses Faustpfand griff vor allem in der Deckung. Die Mannschaft agierte nun deutlich körperbetonter, scheute nicht mehr die Zweikämpfe, und Torhüterin Sabrina Romeike hatte zudem gute Momente.

Auch im Angriff lief es deutlich besser. Das Team agierte fortan recht intelligent und nicht mehr so ausrechenbar wie in Halbzeit eins.

Die Spielerinnen traten selbstbewusster in Erscheinung und machten in vielen Situationen instinktiv vieles richtig. Die Gäste hatten zwar nie eine echte Siegchance, aber die zweite Hälfte endete immerhin Unentschieden.

„Ketsch ist nicht unser Maßstab. Das Team hat eine ganz andere Klasse“, weiß TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Unser Gegner war in Hälfte eins sehr dominant, aber auch meine Mannschaft hat später ordentlich zugelegt. Meiner Meinung nach war es gut, dass wir mit Kampf und Engagement dagegen gehalten haben.“

TuS: Gosch, Graef, Romeike – Dings 1, Legermann, Lambertz, van Hulten 4, Klein 4, Kuik, Isaksen 1, van Nijf 1, Ueffing 1, Vandewal 12/7.

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