Handball: TuS Lintfort siegt 37:34 gegen Mainz

Handball : Lintfort mit herzerfrischendem Auftritt

Frauenhandball, 2. Bundesliga: Der Aufsteiger feiert bei seiner Heimpremiere einen verdienten 37:34-Sieg gegen Mainz. Besonders im Angriff lief es bei den Schützlingen von Trainerin Bettina Grenz-Klein rund.

Stehende Ovationen, tosender Applaus, grandiose Stimmung in der Eyller Sporthalle: Die Handballerinnen des TuS Lintfort haben es bei ihrer Heimpremiere in der 2. Bundesliga so richtig krachen lassen. Der Aufsteiger stieß mit einer überragenden Vorstellung den klar favorisierten Tabellenführer 1. FSV Mainz 05 mit 37:34 (20:20) vom Thron.

Die TuS-Spielerinnen waren von der ersten Minute an präsent und hellwach. Vor allem das hohe Niveau in der Offensive überraschte positiv. Die Mannschaft wirkte frisch, mutig und selbstbewusst. Keine Spur von Nervosität oder gar von Angst. Es herrschte eine explosive Mischung aus Tempo und Entschlossenheit. Lintfort konnte viel Druck aufbauen, mit einer ordentlichen Passgeschwindigkeit und einer exzellenten Trefferquote.

Die agile Loes Vandewal war deutlich bemüht das Tempo anzukurbeln. Sie war es auch, die mehrfach Vanessa Dings am Kreis in Szene setzte. Auch Kreisläuferin Lisan van Hulten machte eine prima Partie auf der für sie ungewohnten Linksaußenposition. Kurzum: Der TuS Lintfort spielte an seinem Leistungslimit und hinterließ mit diesem herzerfrischenden Auftritt mächtig Eindruck im überraschten Gäste-Lager. Mainz fand überhaupt kein Mittel, um sich aus der Umklammerung zu lösen, wirkte in seinem Defensivauftritt ratlos, teilweise sogar überfordert.

Die Partie verlief allerdings bis zur Pause ausgeglichen, mit zwei Kontrahenten auf Augenhöhe. Denn auch Lintfort offenbarte unübersehbare Defizite in der Abwehr.

Es passte bei den Zuordnungen nicht – selbst die Absprachen griffen zu wenig. Mainz konnte den Großteil seiner Treffer ohne eine echte Gegenwehr erzielen.

Aber nur der TuS Lintfort bekam seine Schwächen in Hälfte zwei gut in den Griff. Das große Plus war, dass die Mannschaft sich als eine geschlossene und kampfstarke Einheit präsentiere, mit der dazugehörigen Emotionalität. Mainz hingegen blieb in der Verteidigung wirkungslos, schien angeschlagen. Die TuS-Spielerinnen standen weiterhin total „unter Strom“ gaben Vollgas und somit eindeutig die Schlagzahl vor. (26:22/31:25). Schön war zudem, dass im Angriff stets alle Positionen mit einbezogen wurden. Insbesondere das Einlaufen von den Außenpositionen erwies sich als ein probates Mittel, um die FSV-Deckung immer wieder bloßzustellen.

„Ich bin so richtig zufrieden“, freute sich TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein nach dem Schlusspfiff. „Es war ein überzeugender und verdienter Sieg gegen eine starke Truppe aus Mainz. Meine gesamte Mannschaft hat sich diesmal ein großes Sonderlob verdient. Wir haben die Fehler des Gegners eiskalt für uns genutzt und eine insgesamt überragende Angriffsleistung geboten.“

(MB)
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