Handball 2. Bundesliga: TuS Lintfort verliert gegen Tabellenletzten

Handball : TuS bringt „Miezen“ wieder ins Spiel

Frauen-Handball, 2. Bundesliga: Gegen das Schlusslicht der Liga aus Trier ziehen die Lintforterinnen mit 26:27 den Kürzeren. Trainerin Bettina Grenz-Klein bemängelt die hohe Fehlerquote in Reihen ihrer Auswahl.

Der Auftakt ins neue Jahr ging gehörig daneben. Dabei stimmten die Rahmenbedingungen wie selten zuvor. Die Eyller-Sporthalle war mit mehr als 450 Zuschauern gut gefüllt – lautstark unterstützten die beiden Fanlager ihre Mannschaften. Nur der Funke wollte nicht auf die gastgebenden Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort überspringen. Die Schützlinge um Trainerin Bettina Grenz-Klein lieferten eine über weite Strecken total enttäuschende Vorstellung ab und mussten sich daher zurecht dem Schlusslicht DJK/MJC Trier mit 26:27 (11:15) geschlagen geben. Der TuS Lintfort (8:18 Punkte) hat somit eine erstklassige Chance verstreichen lassen, in der Tabelle weiter nach oben zu klettern, leistete sogar ungewollte „Aufbauhilfe“ und holte die Trierer „Miezen“ (7:19) nun zurück in den Abstiegskampf.

Die Spielerinnen konnten ihre Nervosität nicht verbergen. Schnell war klar: Die Brisanz dieser Partie sollte über Kampf und Emotionen kommen, weniger über technische Feinheiten. Lintfort offenbarte gleich mehrere Baustellen. Die Mannschaft war in der Offensive durchaus auf Tempo aus, doch die nötige Torgefahr blieb weitgehend auf der Strecke.

Die Krux allerdings lag eindeutig in der Defensivarbeit. Hier kamen erschreckende Defizite zum Vorschein. Es bildete sich in den ersten 30 Minuten nie eine schlagkräftige Einheit. Vor allem im Zentrum brannte es immer wieder lichterloh und selbst personelle Umstellungen brachten nicht den gewünschten Erfolg. Aber die Trierer „Miezen“ präsentierten sich auch erstaunlich angriffslustig.

Der Gast trug seine Spielanlage glaubwürdig vor. Weniger mit Tempo und Dynamik, sondern vielmehr mit Cleverness und Konsequenz, nutzte somit die Patzer in der TuS-Deckung eiskalt aus.

Verlief die Startphase der Begegnung an der Eyller Straße aus Lintforter Sicht (7:9) noch ausgeglichen, so wurde das Team mit zunehmender Dauer immer unruhiger und verlor bis zum Pausenpfiff gänzlich den Faden. Es fehlte ein guter Plan, aber auch Spielerinnen, die in schwierigen Momenten Präsenz zeigten.

Der TuS schien sich für die zweite Halbzeit einiges vorgenommen zu haben. Das Team brachte fortan mehr Entschlossenheit auf die Platte. Dieses Engagement war insbesondere in der Abwehr zu sehen.

Die Spielerinnen nahmen nun den Kampf in allen Facetten an. Dieser Einsatz reichte, um den Trierer Angriff in Schwierigkeiten zu bringen. Die „Miezen“ zeigten in der Folgezeit einen wenig ideenreichen Handball, rannten sich mit einer unattraktiven Spielweise und des daraufhin oft drohenden Zeitspiels immer wieder fest.

Die Gastgeberinnen waren nun am Drücker und profitierten dabei mehrfach von ihrer läuferischen Überlegenheit. Gerade im Angriff lief der Ball zwischen den drei TuS-Niederländerinnen – Loes Vandewal, Annefleur Bruggeman und Becky van Nijf – flott und effizient. Das Lintforter Team kämpfte aufopferungsvoll und hatte einen schwächelnden Gegner auf Schlagdistanz (17:18/20:21/22:23).

Aber gerade in den Schlussminuten brachen die TuS-Spielerinnen erneut ein. Die Defensive begann wieder zu wackeln und ließ in der Folge zu einfach erzielte Tore der Gäste aus Trier zu. Dem eigenen Angriff fehlte derweil die Entschlossenheit, der Mut und auch mal das kleine Quäntchen Glück.

„Wir haben zu lange gebraucht, um in dieses wichtige Spiel zu finden“, betonte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Später wurde es zwar besser, aber die Fehlerquote in den entscheidenden Phasen blieb weiter hoch.“

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