GSV Moers kehrt nach nur einem Jahr in die Regionalliga zurück.

Fussball : Happy-End für die GSV-Fußballerinnen

Nur eine Spielzeit lang musste die Regionalliga auf ihr Gründungsmitglied aus Moers verzichten. Nach einer erfolgreichen Aufholjagd in der Niederrheinliga meldet sich der GSV wieder zurück.

Es war schon ungewohnt, die Fußballerinnen des GSV Moers in der vergangenen Spielzeit nicht in der Regionalliga anzutreffen. Über 35 Jahre hatten die Gelb-Schwarzen als Gründungsmitglied ununterbrochen in dieser Liga gespielt. 2018 erfolgte dann erstmals der Abstieg. Diesen „Schönheitsfehler“ reparierten die „Gräfinnen“ umgehend. Vor einigen Wochen machten sie mit dem 6:1-Erfolg am letzten Spieltag der Saison 2018/2019 den Niederrhein-Meistertitel und die damit einhergehende sofortige Rückkehr in die Regionalliga perfekt. Nach 26 Spielen belegte der GSV mit glatten 60 Punkten und 75:27 Toren den ersten Rang in der Endtabelle der Niederrheinliga. Den Erfolg der abgelaufenen Spielzeit rundete zudem noch der Kreispokalsieg durch den 8:0-Erfolg über den SV Budberg II ab.

„Das war schon eine Spielzeit mit Tiefen, aber auch am Ende mit vielen Höhepunkten“, so Trainer Hasan Gören, der vor der Saison den Wiederaufstieg nicht als Ziel ausgegeben hatte. „Natürlich hatten wir damit geliebäugelt. Aber nachdem wir einige Spielerinnen verloren hatten, mussten wir erst einmal einen Umbruch einleiten. Und dieses Unterfangen hat einige Zeit gedauert. Vor der Saison hatte ich gesagt, dass ich gar nicht an der Spitze stehen will. Erst am letzten Spieltag und das hat tatsächlich so geklappt.“

So lief es auch bekanntlich zu Beginn der Niederrheinliga nicht so rund, und es hatte auch nicht nach dem Aufstieg ausgesehen. Die Moerserinnen mussten sich zunächst, wie Gören betont, erst einmal finden. Zwar gab es zum Auftakt einen 4:1-Erfolg beim SV Walbeck, doch schon im zweiten Spiel setzte es mit dem 0:1 gegen die SGS Essen III die erste ihrer insgesamt vier Niederlagen. Die zweite folgte schon am vierten Spieltag mit dem 0:1 gegen den MSV Duisburg II. Und als im fünften Spiel mit dem 0:0 bei der Spielvereinigung Steele 03/09 erneut zwei Punkte verloren gingen, schien die sofortige Rückkehr in die Regionalliga bereits verspielt.

Schon zu diesem frühen Zeitpunkt kristallisierten sich mit Steele, dem MSV II sowie dem 1. FC Mönchengladbach die Spitzenteams heraus. Da lag der GSV zeitweise nur auf Rang acht. Als es dann schließlich im Spiel sieben noch eine 1:4-Niederlage bei Eintracht Solingen hagelte, war der Rückstand schon auf neun Punkte angewachsen. „In dieser Phase hatten wir aber auch die ein oder andere wichtige Spielerin zu ersetzen, die verletzt war“, so Gören. „Das konnten wir damals aber nicht.“ Doch dann setzte das Team von Trainer Hasan Gören zu einer beispiellosen Aufholjagd an: „Wir haben uns wirklich zu einer intakten Mannschaft entwickelt und zusammengefunden. Hatten plötzlich Spaß in den Partien, und die von mir eingeschlagene Taktik konnten meine Spielerinnen schließlich umsetzen. Da war es dann auch nicht schlimm, wenn mal eine Spielerin fehlte.“

So gab es in den folgenden 19 Begegnungen mit dem 0:2 beim MSV Duisburg II nur noch eine Niederlage. „Die hat uns auf unserem Weg aber nicht mehr aufgehalten“, so Gören. Nur zweimal teilte sich der GSV die Punkte. 16 Partien wurden gewonnen, darunter auch die wichtigen Spiele gegen die direkten Kontrahenten im Aufstiegskampf: 3:1 beim 1. FC Mönchengladbach und 5:1 über Steele. Allein die letzten neun Spiele wurden hintereinander gewonnen und so entthronten die Gelb-Schwarzen den lange führenden Spitzenreiter 1. FC Mönchengladbach am vorletzten Spieltag.

Dabei leistete der MSV II mit dem 3:2-Erfolg über die Gladbacherinnen Schützenhilfe. Denn gleichzeitig gewann der GSV 4:3 in Warbeyen und hatte nun vor dem letzten Spieltag drei Punkte Vorsprung. Bis dahin blieben die beiden Kontrahenten wochenlang punktgleich, Mönchengladbach hatte aber immer das bessere Torverhältnis.

Einen großen Anteil an diesem Erfolg hatte Torjägerin Nadja Sissay, der allein 24 der 75 Treffer gelangen. Auch Jessica Roth war mit ihren 15 Toren maßgeblich beteiligt. Die weiteren Tore erzielten Kristina Hölscher, Zoe Meiser (beide 7), Lynn Tersteegen (5), Steffi Frings (4), Patricia Michalak, Shqipe Saliji, Yvonne Wirtz, Kathrin van Kampen (alle 2), Marie Lösbrock, Lisa Mölders, Dalia Ghrayeb, Dana Severith und Charlyne Silvente Perez (alle 1).

„Leider werden wir in der kommenden Saison nicht mehr auf Patricia „Pattex“ Michalak und Kristina Hölscher bauen können“, muss der Moerser Coach, der auch in der kommenden Spielzeit auf der Kommandobrücke steht, in Zukunft auf zwei sehr erfahrene Spielerinnen verzichten. „Alle anderen aus dem Kader werden aber auch weiter in der kommenden Saison für uns spielen. Derzeit sind wir mit vielen Spielerinnen in Gesprächen. Ich denke, wir werden in nächster Zeit die Neuzugänge präsentieren können.“

Nadja Sissay (rechts) erzielte 24 Tore für den GSV Moers. Viermal allein gegen Bianca Cremer (links) und die SF Baumberg. Foto: Oleksandr Voskresenskyi
Da war die Freude groß: Die „Gräfinnen“ vom GSV Moers bejubelten nach dem Sieg gegen die SF Baumberg den Wiederaufstieg. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Nun steht nach der tollen Aufstiegsfeier und der Verabschiedung von „Urgestein“ Bettina Kutscher, die sich, wie berichtet, beim GSV Moers aus dem Abteilungsvorstand zurückgezogen hat, erst einmal die Sommerpause der Mannschaft auf dem Programm.

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