Lokalsport: Gegner vergisst seine Trikots und lässt dann die Punkte bei der BGL

Lokalsport : Gegner vergisst seine Trikots und lässt dann die Punkte bei der BGL

Basketball, 1. Regionalliga: Aufsteiger aus der Klosterstadt feiert einen ganz wichtigen Sieg, Der SV Hagen-Haspe wird mit 72:65 bezwungen.

Direkt nach dem Schlusspfiff spielten sich Szenen der Erleichterung bei den Spielern des Regionalligisten BG Lintfort ab. Sie hatten gerade ihre Partie gegen den SV Hagen-Haspe mit 72:65 (30:27) für sich entschieden. Danach brach es aus allen heraus. Der überragende Michael Schmak sank auf den Boden, der Rest des Lintforter Teams formierte sich zur Jubeltraube. Es war die benötigte und vor allem auch erhoffte Reaktion nach der deutlichen Pleite in Bonn.

Alle Zuschauer, die erst kurz nach Anwurf in der Glückauf-Halle eintrudelten, müssen sich komisch gefühlt haben. Denn auf dem Feld duellierte sich gerade die BG Lintfort mit der BG Lintfort. Zumindest laut Trikotaufschrift lautete die Begegnung derart. Teils verwirrte Fans wurden aber aufgeklärt: Die Gäste aus Hagen hatten ihre Trikots zu Hause vergessen und "durften" daher in alten BGL-Leibchen auflaufen, welche die Lintforter im Vereinsschrank eigentlich als Reserve gelagert hatten.

Nichtsdestotrotz sahen die Zu-Spät-Gekommenen richtig. Die BGL führte nach fünf Minuten mit 10:4, konnte vorne vor allem im Pick-and-Roll-Spiel überzeugen. Die Gäste aus Westfalen bekamen die Angriffsvariante der Lintforter in den ersten Minuten überhaupt nicht in den Griff, die BGL kam immer wieder über Lennart Boner zum Korb und zu Erfolgen. Doch danach wachte die "Lebensversicherung" der Hagener auf.

Jeremy Lewis, gleichzeitig bester Scorer der Liga, stellte seine Qualitäten unter Beweis und hielt sein Team im Alleingang im Spiel. Mit unfassbarem Tempo und enormer Qualität punktete er für die Hagener, die BGL sah ihren Vorsprung Punkt um Punkt schmelzen.

Doch insbesondere Schmak hatte an diesem Tag etwas gegen eine weitere Niederlage. Mit wichtigen Treffern aus der Halbdistanz sorgte er dafür, dass die BGL bis zur Halbzeit ihren Vorsprung behaupten konnte. Max Middeldorf machte in der Defensive einen überragenden Job und verteidigte Lewis zentimeternah. Und auch wenn auf der Tribüne ob des berüchtigt schwachen dritten Viertels der BGL wieder das Zittern losging: Dieses Mal hielt das Liebke-Team dagegen. Und diese Leidenschaft war es, die am Ende den Unterschied ausmachen sollte.

BGL-Coach Tobias Liebke wirkte gelöst: "Niemand hat gedacht, dass wir nach der Klatsche in Bonn so eine Reaktion zeigen. Doch wir sind mental gefestigt geblieben und haben unser Ding durchgezogen."

BGL: Schmak (21), Boner (14), Schwich (12), Th. Achtermeier (10), Middeldorf (4), Lipp, Ti. Achtermeier, Wittich (alle 3), Mellmann (2).

(RP)