Fußballkreis Moers reagiert auf Wandel

Fußball : Fußballkreis Moers reagiert auf Wandel

Einige Vereine haben ihre Mannschaften vom Meisterschaftsbetrieb abgemeldet. Bei der Arbeitstagung wird den Clubs ein neuer Modus für die Kreisliga C präsentiert. Über mehr Flexibilität wollen die Verantwortlichen noch diskutieren.

Bis auf den TuS Asterlagen waren alle 42 Vereine im Vereinsheim des SV Alemannia Kamp vertreten. Und bevor der Spielausschuss des Fußballkreises Moers mit seiner Senioren-Arbeitstagung für die kommende Spielzeit loslegte, wurden die Meister und Pokalsieger der vergangenen Saison mit einer Urkunde geehrt. Anschließend erhielten die Vertreter der Vereine in der gut zweistündigen Sitzung viele Informationen. Damit sollten sie nun gewappnet sein für die neue Saison.

Ausgiebig wurde über die sinkenden Mannschaftszahlen diskutiert Mit dem TV Kaldenhausen, BSV Bönninghardt und nun auch mit dem SV Haesen-Hochheide, der in der kommenden Saison erstmals kein Team mehr stellen kann, können derzeit drei Clubs nicht am Meisterschaftsspielbetrieb teilnehmen. „Das ist sehr besorgniserregend. Wir hatten mal gut 50 Vereine, jetzt sind es nur noch 42“, so Peter Hanisch, Staffelleiter der Kreisliga A. „Einige Vorstände denken über Fusionen nach, wie zuletzt in Neukirchen-Vluyn mit den Preußen und dem SVN geschehen.“ Damit ist auch klar, dass wie schon in der vergangenen Saison die 32 Plätze in den B-Ligen nicht ausgeschöpft sind. Schon vor der Spielzeit war klar, dass nur 31 Teams antreten würden, da in der vergangenen Saison drei Mannschaften in Gruppe eins zurückgezogen hatten. Nun mussten auch Haesen-Hochheide und anschließend noch der TuS Baerl passen. Sie stehen jetzt schon als Absteiger aus der B-Liga-Gruppe zwei fest. Die Baerler konnten aber immerhin noch eine Mannschaft für die C-Liga melden.

Gedanken über die C-Ligen hatte sich der Kreisfußballausschuss unter seinem Vorsitzenden Wolfgang Jades sowie Peter Hanisch, Murat Us, Enes Krupic und Andre Horstmann aber schon im Vorfeld gemacht. 39 Mannschaften wurden nur gemeldet. Vor wenigen Jahren waren es noch über 50 Teams. „Wir haben uns entschlossen, hier ein neues System zu entwickeln. Wir haben drei Gruppen zu je zehn Mannschaften und eine mit neun Teams gebildet, die in Hin- und Rückspielen bis zur Winterpause ihre Platzierungen ausspielen.

In der zweiten Saisonhälfte spielen jeweils die ersten Vier der Gruppen eins und zwei in einer Liga sowie der Gruppen drei und vier in einer zweiten Liga in einer Meisterrunde die Aufsteiger aus. Die Mannschaften aus der Vorrunde ab den Plätzen fünf werden ebenfalls in zwei Gruppen aufgeteilt, die dann miteinander in einer sogenannten Fair-Play-Liga ihre Partien austragen“, sagte Hanisch. Anschließend wurden die neuen Durchführungsbestimmungen, der Auf- und Abstiegsplan sowie die Gruppeneinteilungen mit den Staffelleitern vorgestellt.

In der kommenden Spielzeit stellt der Fußballkreis Moers wieder einmal zwei Aufsteiger aus der Kreisliga A. Das sieht der neue Auf- und Abstiegsplan des Fußballverbandes Niederrhein vor. Der Ausschuss wird neben der Diskussion über eine Ligen-Struktur auf Kreisebene auch über flexiblere Termine und Anstoßzeiten nachdenken. Allerdings sollen die Jugendspiele am Samstag und Sonntagmorgen nicht davon beeinträchtigt werden. Und es wird wohl einen Antrag des Fußballausschusses an den Kreistag geben, aufgrund der niedrigen Mannschaftszahlen in Zukunft nur noch eine B-Liga zu bilden.

Zu Beginn der Tagung hatte der Kreisvorsitzende Franz-Peter Mölders Grußworte überbracht und dabei noch einmal an ein faires Miteinander appelliert: „Wir werden nach wie vor mit den Vereinen im Gespräch bleiben und ihnen bei Problemen helfen. Wir wollen schon im Vorfeld versuchen, alles dafür zu tun, damit es nicht zu einer Eskalation vor und während eines Spiels kommt.“ Mölders sagte auch: „Unser Aufruf vor der vergangenen Spielzeit hat sich gelohnt. Wir können erfreut feststellen, dass es in der Saison 2017/18 so gut wie nichts zu beanstanden gab.“

Einen breiten Raum nahm das DFB-Net ein. Das ist die Plattform, in der sämtliche Fäden der Spielbetriebsorganisation zusammenlaufen. Den Vereinen wurde angeboten, hinter den Namen in der Spielberechtigungsliste ein Bild hochzuladen. Damit müssten die Vereine dann keine Spielerpässe mehr vorlegen.

Zum Abschluss wurde der Kurt-Blömer-Kreispokal ausgelost (siehe Infokasten). Der VfB Homberg ist durch seine Oberliga-Zugehörigkeit von diesem Wettbewerb befreit und schon für den Niederrheinpokal 2019/20 direkt qualifiziert. Die Landesligisten SV Sonsbeck und GSV Moers sowie der Bezirksligist VfL Repelen als Teilnehmer des diesjährigen Niederrheinpokals erhielten in der ersten Runde ein Freilos. Erstmals übernimmt der KFA auch die vierte Auswechslung in der Verlängerung, die schon im DFB-Pokal und zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Russland zum Tragen kam.

(RP)
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