Fußballer Alex Lempert vom SV Millingen wieder fit

Fußballer des SV Millingen vor Comeback: Für Alex Lempert endet ein Jahr des Wartens

Fußball-Kreisliga A: Vor 15 Monaten hat sich der Stürmer des SV Millingen am linken Knie das Kreuzband gerissen.

Wenn ein Jahr so endet, dann kann doch eigentlich niemand etwas dagegen haben. Alexander Lempert jedenfalls hatte einige Gründe zu feiern. Am 16. Dezember beging der Stürmer des SV Millingen, von seinen Mannschaftskameraden und nahezu allen, die ihn kennen und schätzen, nur „Alex“ gerufen, seinen 26. Geburtstag – für einen Fußballer, wie viele meinen, das beste Alter. Nur zwei Tage später ging es auch beruflich wieder eine Stufe höher, als Lempert in Münster die Prüfung zum Industriefachwirt erfolgreich ablegte – das könnte ihm in Zukunft neue Perspektiven öffnen.

Ach ja, und Weihnachten mit Freundin und Familie gab‘s dann auch noch obendrauf – keine schlechte Zeit also für den Rheinberger, der in Duisburg unweit der Regattabahn wohnt. Und doch, der Kicker hat seine ganz persönlichen Ziele und Erwartungen. Die sind sportlicher Natur und lassen ihn hoffen. „Das nächste Jahr wird besser werden“, erklärt er zuversichtlich.

Denn bei allen freudigen Ereignissen der letzten Tage und Wochen, 2018 war für Lempert, den Fußballer, ein Jahr zum Vergessen. Ein Jahr des Wartens, der Geduld, einigen Rückschlägen, aber immer mit der Hoffnung, so schnell wie möglich wieder auf den Millinger Rasen zurückkehren zu können, auf dem er zuletzt am 1. Oktober 2017 gestanden hatte. Ganze 13 Minuten lang nur, denn dann war das Meisterschaftsspiel der Kreisliga A gegen den SV Sonsbeck II nach einem Zusammenprall mit dem Torhüter schon wieder beendet. „Kein Foul“, nimmt Lempert den damals zwischen den Pfosten stehenden Keeper David Vengels in Schutz. Pech eben, aber schmerzhaft. Denn der Millinger verspürte sofort „einen Schlag aufs Knie“, wie er sich erinnert.

Auf der Bank gab’s Eis auf das lädierte Bein, doch nach einem neuen Versuch auf dem Rasen merkte Lempert sofort, dass da etwas nicht stimmte. Im Krankenhaus wurde ihm dafür immerhin ein Salbenverband empfohlen. Man hätte es auch mit einer Kopfschmerztablette versuchen können, so gut hat das geholfen.

Erst bei einem Mülheimer Experten und einem folgenden MRT in Düsseldorf wurde wenige Tage später der bittere Verdacht bestätigt: Kreuzbandriss im linken Knie, mitunter die Höchststrafe für einen Fußballer und oftmals ein Grund, die Karriere an den Nagel zu hängen.

„Ich habe nur kurz daran gedacht“, sagt Lempert im Rückblick auf diese Partie. „Beim ersten Spiel, das ich danach gesehen habe, kitzelte es schon wieder in den Füßen“. Da war das Knie bereits operiert, und der „Stürmer in Ruhestand“ längst schon wieder „hungrig“. Also ran an das Einzeltraining! Einige Monate lang Arbeiten mit dem Physiotherapeuten, dazu Muskelübungen im eigenen Wohnzimmer. Spaß am Sport sieht wohl anders aus, und ein Ball war da auch noch ganz weit weg.

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Der kam erst wieder im August ins Spiel, als Lempert auf dem Sportplatz an der Jahnstraße gemeinsam mit dem Millinger Physio Philip Niederholz als treuen Begleiter und Helfer den Rasen zurückeroberte und SVM-Trainer Markus Hierling seinen Stürmer mit einem speziellen Trainingsprogramm wieder so weit an die Mannschaft heranführte, dass ein Comeback im November geplant war.

Zu früh gefreut, das Knie zwickte noch einmal, dann kam die berufliche Fortbildung dazwischen, nun wird es etwas später mit dem ersten Spiel. Lempert wird die am 4. Januar beginnende Wintervorbereitung mitmachen, und dann soll es am 10. Februar im Gastspiel beim SV Büderich endlich wieder so weit sein. „Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber es müsste zu 99 Prozent klappen“, sagt der 26-Jährige.

Das fehlende Prozent soll auch noch folgen. Natürlich, da ist noch viel Respekt. „In einigen Situationen geht man vorsichtiger in die Zweikämpfe“, hat er beim Training festgestellt. „Aber die Ärzte sagen, dass das Knie bombenfest sitzt – das muss ich in den nächsten Wochen in meinen Kopf bekommen!“

Und wenn es nach ihm ginge, würde er sogar schon in der ersten Januar-Qoche, bei den Rheinberger Stadtmeisterschaften, wieder dabei sein. „Ich liebe es, in der Halle zu spielen“, schwärmt Lempert. „Aber alle sagen, dass ich „einen Vogel“ hätte, wenn ich‘s täte – also lass’ ich es sein.“ 15 Monate Geduld sollen schließlich nicht für „die Katz“ sein. 15 Monate, in denen der Fußballer, der als Sohn des ehemaligen Millinger Trainers und heutigen Sportlichen Leiters, Rainer Lempert, bereits mit vier Jahren die ersten Fußballschuhe erhielt und anschließend, von den Bambini bis zu den Senioren, den Blau-Weißen stets die Treue hielt, seitens des Vereins und speziell seiner Teamkollegen viel Zuspruch erhalten hat.

„Das ging durch die gesamte Mannschaft, von der WhatsApp-Gruppe bis hin zu ehemaligen Spielern, die auch schon mal einen Kreuzbandriss erlitten hatten und mir sogar Übungsgeräte und Gewichte zur Verfügung gestellt haben“, ist Lempert stolz auf den Zusammenhalt in seinem Club. Fußball in einem anderen Verein? „Geht gar nicht“, sagt er. „Bevor ich nämlich den SV Millingen verlasse, höre ich lieber ganz mit dem Fußball auf.“

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