Volleyball: Fuß fassen, gesund bleiben

Volleyball: Fuß fassen, gesund bleiben

Selbstkritisch sagt Oskar Klingner während des Testspiels gegen Langhenkel Volley Doetinchem am Mittwoch Abend (2:2): "Wir produzieren noch zu viele Fehler. Das war alles andere als optimal."

Der junge Mann, einer von sechs Neuzugängen des Volleyball-Bundesligisten Moerser SC, verfügt zweifelsohne über die Fähigkeit der Selbstreflektion, was er auch bereits nach der Junioren-WM in Brasilien unter Beweis gestellt hatte (die RP berichtete). Auf einer Position haben die "Adler" nun wirklich ein "Luxusproblem", auf der des Mittelblockers, also genau dort, wo auch der 20-jährige gebürtige Radebeuler am liebsten spielt.

Starke Blockleistungen

Henning Wegter, Tim Broshog, beide zuletzt auf dem Sprung in die Nationalmannschaft sowie der Junioren-Auswahlakteur Klingner werden beim MSC die Mitte dicht machen. Und Klingner blockte sehr stark bei der WM in Südamerika - das unterscheidet ihn von Jairo Hooi, der in der vergangenen Saison eher im Mittelangriff überzeugte. Sein letzter Verein war der VC Olympia Berlin, mit dem er in der Spielzeit 2010/11 bereits die Bundesligaluft schnuppern durfte.

"Jetzt wird´s ernst. Bin selbst gespannt, wie ich die sportliche Herausforderung Bundesliga bestehe. Ich muss mich ja nicht nur in der Mannschaft bewähren, sondern auch in dem neuen Umfeld."

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Dazu gehört, dass sich der ehrgeizige Klingner in Duisburg für ein Ingenieursstudium eingeschrieben hat. Im sportlichen Bereich hat er sich in der Junioren-Nationalmannschaft profilieren können. Aber das sieht er recht nüchtern - seine Stärken weiß er im Block und im Aufschlag, seine Schwäche gibt er unumwunden zu: "In der Abwehr im Feld muss es besser werden. Ich weiß das - ich weiß aber auch, dass ich mit dem Trainer Liu in dem Bereich eine wichtige Stütze haben werde." Seine Konkurrenz im Moerser Team kennt Klingner, der den Italiener Luigi Mastrangelo als sportliches Vorbild nennt, recht gut.

Zum einen hat er in der letzten Saison beim VC Olympia Berlin zweimal gegen Henning Wegter und Tim Broshog gespielt, zum anderen hat er mitbekommen, dass beide "Adler" im Frühling eine Einladung in den nationalen Kader erhielten. "Ich habe eine starke Konkurrenz - aber ich mag das. Bei denen kann ich sicher viel lernen," so Klingner.

Denkt er auch weiter an die Nationalmannschaft? "Nu' mal langsam," meint er, "Eins nach dem anderen: Erst mal in Moers Fuß fassen, das Studium in den Griff bekommen, gesund bleiben und dann mal schauen, wie es laufen wird."

(RP/rl)